Stromberg

Der Clou an Stromberg war von Beginn an, dass die handelnden Personen ganz nah an der Realität waren. Alle leicht zugespitzt und karikiert, aber nie so schräg, dass man solche Typen nicht auch am nächsten Tag live im Büro antreffen könnte (und oft genug leider auch tat). Die Geschichten waren teilweise fast zu nah an der Realität, der Wiedererkennungseffekt frappierend (Der Dittsche-Effekt: So echt, dass man auch gleich in die nächste Pommesbude gehen kann um sich das live anzuschauen).
Mit der zweiten Staffel wurden die Geschichten schon deutlich abstruser und die Charaktere spleeniger, aber alles noch im “glaubwürdigen” Rahmen. Die dritte Staffel, die aktuell bei Pro 7 läuft, überspannt den Bogen mittlerweile dann deutlich. Während Stromberg in früheren Folgen ein schleimiger aber durchaus bauernschlauer Kotzbrocken war, der bei allen Peinlichkeiten immer noch ein Gespür dafür hatte, im richtigen Moment einen Rückzieher zu machen, ist die Figur mittlerweile nur noch eine Karikatur ihrer selbst: In einer Vorstandssitzung poltert Stromberg gleich ohne Umschweife drauflos, wo er sich früher erst nach und nach um Kopf und Kragen geredet hätte. Auch die Kamera-Statements, bei denen man früher minutenlang beobachten konnte, wie Stromberg sich in seiner eigenen wirren Argumentation verstrickt, kommen mittlerweile oft eher holzhammer-artig rüber.
Klar, die naheliegenden Alltagsgeschichten sind alle schon erzählt, um die Staffel vollzubekommen müssen sich die Autoren immer absurdere Stories einfallen lassen, aber genau damit verliert Stromberg seinen Reiz.
Alles immer noch weit über dem Niveau des üblichen Comedy-Einheitsbreis und weiterhin sehenswert, aber man kann nur hoffen, dass nach der 3. Staffel Schluß ist, bevor in Staffel 4 dann das RTL-Schenkelklopfer-Niveau erreicht ist.
Stromberg - Staffel 3 läuft derzeit dienstags bei Pro 7, DVD-Start: 27.04.2007








