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Stromberg

abgelegt unter: TV von Enk am 17.04.2007


Der Clou an Stromberg war von Beginn an, dass die handelnden Personen ganz nah an der Realität waren. Alle leicht zugespitzt und karikiert, aber nie so schräg, dass man solche Typen nicht auch am nächsten Tag live im Büro antreffen könnte (und oft genug leider auch tat). Die Geschichten waren teilweise fast zu nah an der Realität, der Wiedererkennungseffekt frappierend (Der Dittsche-Effekt: So echt, dass man auch gleich in die nächste Pommesbude gehen kann um sich das live anzuschauen).

Mit der zweiten Staffel wurden die Geschichten schon deutlich abstruser und die Charaktere spleeniger, aber alles noch im “glaubwürdigen” Rahmen. Die dritte Staffel, die aktuell bei Pro 7 läuft, überspannt den Bogen mittlerweile dann deutlich. Während Stromberg in früheren Folgen ein schleimiger aber durchaus bauernschlauer Kotzbrocken war, der bei allen Peinlichkeiten immer noch ein Gespür dafür hatte, im richtigen Moment einen Rückzieher zu machen, ist die Figur mittlerweile nur noch eine Karikatur ihrer selbst: In einer Vorstandssitzung poltert Stromberg gleich ohne Umschweife drauflos, wo er sich früher erst nach und nach um Kopf und Kragen geredet hätte. Auch die Kamera-Statements, bei denen man früher minutenlang beobachten konnte, wie Stromberg sich in seiner eigenen wirren Argumentation verstrickt, kommen mittlerweile oft eher holzhammer-artig rüber.

Klar, die naheliegenden Alltagsgeschichten sind alle schon erzählt, um die Staffel vollzubekommen müssen sich die Autoren immer absurdere Stories einfallen lassen, aber genau damit verliert Stromberg seinen Reiz.
Alles immer noch weit über dem Niveau des üblichen Comedy-Einheitsbreis und weiterhin sehenswert, aber man kann nur hoffen, dass nach der 3. Staffel Schluß ist, bevor in Staffel 4 dann das RTL-Schenkelklopfer-Niveau erreicht ist.

Stromberg - Staffel 3 läuft derzeit dienstags bei Pro 7, DVD-Start: 27.04.2007


DSDS

abgelegt unter: TV von Enk am 16.04.2007

Treffender Kommentar zur aktuellen DSDS-Staffel bei den Medienpiraten:

“Tooske Ragas hat keine Endziffer, kommt aber trotzdem jede Woche wieder. Das Fernsehen kann so ungerecht sein.”


Hilfe! Hochzeit! Die schlimmste Woche meines Lebens (Sat1)

abgelegt unter: TV von Enk am 14.04.2007

“Frauen sind wie Hobbits - am Ende geht es immer nur um den Ring” (B. Stromberg)

Man merkt es Christoph Maria Herbst an, dass er in seiner neuen Sat1-Serie “Hilfe!Hochzeit!” bewußt gegen das Stromberg-Image ankämpft. Glatt rasiert statt Bärtchen, volles Haar statt Halbglatze, nicht das Stromberg-typische Rumgestottere.

Und trotzdem, als zukünftiger Schwiegersohn, der in eine stockkonservative traditionsreiche Familie einheiratet, tritt er stromberg-like zielsicher von einem Fettnäpfchen ins nächste, redet sich um Kopf und Kragen, und bei jedem verpatzten Spruch denkt man: Bernd Stromberg! Das vielzitierte Fremdschämen ist auch hier Teil des Konzepts, wenn der Schwiegersohn in spe den in Familientradion gehaltenen Hochzeitsring, der noch ein Geschenk des Kaiser ist, mit den Worten kommentiert: “na wenigstens ist er nicht vom Führer”.

Auch wenn “Hilfe!Heirat” wie Stromberg die Adaption eines erfolgreichen BBC-Format ist („The Worst Week of My Life“), ist die deutsche Version ein ziemlich klassisches deutsches Komödienformat das an Zeiten erinnert, in denen der Begriff comedy noch gar nicht geprägt war (der running gag mit dem kläffenden Hund ist bespielsweise direkt aus dem 1. Otto Film geklaut). Trotzdem - nach der ersten Folge zu urteilen durchaus ganz witzig. Und im Vergleich zur sonstigen Impro-Billig-Comedy-Schwemme halbwegs solide gemacht und produziert.

Hilfe!Hochzeit! - Die schlimmste Woche meines Lebens - läuft derzeit freitags bei Sat1


Commander-in-Chief

abgelegt unter: TV von Enk am 12.01.2007


Also eins muss man den Amerikanern lassen, TV-Serien machen können sie. Nachdem ich schon von der Irak-Kriegs-Serie Over There ganz begeistert war, hab ich jetzt endlich mal die ersten Folgen der neuen Whitehouse Serie Commander-in-Chief (deutscher Hirni-Titel: “Welcome Mrs. President”) gesehen. Ganz großes Kino. Sehr intelligent gemacht, und überraschenderweise trotzdem anfangs ein absoluter Quotenhit in den USA. Hat zwar manchmal was von “Dallas” im Weißen Haus, aber, hey, Dallas war auch ne Spitzen-Serie. Und es gibt sogar vom Setting her Parallelen zu Battlestar Galactica: Auch hier übernimmt eine völlig unvorbereitete Ministerin aus der zweiten Reihe das höchste Staatsamt, nachdem der Präsident gestorben ist. Erstaunlich finde ich auch, wie hochkarätig mittlerweile Serien in den USA besetzt werden. Bei der Konkurrenz “West Wing” mimt Martin Sheen den Präsidenten, hier ist es Geena “Thelma&Louise” Davis. Und den bösen Gegenspieler spielt der wie immer fantastische Donald Sutherland (dessen Sohn Kiefer ja auch in einer nicht ganz unbekannten aktuellen Serie mitspielt).
Leider nach Produktionsproblemen und anschließendem Quotenabsturz mittlerweile abgesetzt, aber dennoch Prädikat: äußerst sehenswert.


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