

“…in meiner langen Karriere als Journalist habe ich viel gesehen, doch dieser grauenhafte und scheußliche abstoßende Anblick macht mich sprachlos… Gundula Gause” Claus Kleber
Was hatte ich mich auf die neue Switch Staffel gefreut - Switch war vor einigen Jahren eines der innovativsten Comedy-Formate (ok… innovativ übernommen vom australischen Vorbild “Fast Forward”), das mit viel Liebe zum Detail aktuelle Fernsehserien, eitle Moderatoren oder trashige Pay-TV Sendungen intelligent parodierte.
Ein Witz bestand vor allem darin, den unpassensten Darsteller aus dem Ensemble für eine Parodie zu nehmen, diesen dann aber aufwändigst zurechtzuschminken (legendär: Bernd Hoecker als Thomas Gottschalk) und detailgenau die parodierte Person in Sprache und Gestus zu karikieren (perfekt gelungen z.B. Michael Kessler als Günther Jauch oder Peter Kloeppel).
Es gab auch diverse Albernheiten und echt schlechte Sketche (z.B. die unsägliche Redaktionskonferenz, die mit dem “Hoecker, sie sind raus”-Spruch zu unverdienter Bekanntheit gekommen ist), aber das Format des Zappings zwischen den verschiedenen Sketchen blendete schnell über solche Tiefpunkte hinweg, und das Weiterschalten zum nächsten Sketch konnte so manche Pointenarmut kaschieren.
Auch in der neuen Staffel gibt es neben alten Bekannten neue Highlights wie den Bullen von Tölz (mal wieder der kleinste und schmächtigste - Bernd Hoecker - auf Otti-Fischer-Format zurechtgeschminkt), Volksmusik-Schleimi Florian Silbereisen oder Tim Mälzers Kochstudio. Auch in den neuen Folgen wird mit viel Liebe zum Detail parodiert, das Ensemble besteht noch größtenteils aus der Originalbesetzung, und man merkt der Truppe den Spaß an, das alte Erfolgsmodell wieder aufleben zu lassen.
Das Problem ist: Bei den handwerklich gut gemachten Persiflagen auf CSI, Monk oder dem Volksmusik-Stadl verbraucht sich das Setting mit jeder Folge. Um weiter witzig zu sein, wären dann ab und zu auch mal ein paar zündende Pointen notwendig. Aber genau daran mangelt es in der neuen Staffel ganz erheblich. Von Folge zu Folge wird das ganze langweiliger und vorhersehbarer, gar nicht mal weil die Folgen immer schlechter werden, sondern weil im Prinzip immer wieder die gleichen Sketche gezeigt werden, nur dass die beim 3. oder 4. mal eben nicht mehr lustig sind.
Besonders deutlich wurde das bei einer Doppelfolge, die Pro Sieben nach dem Stromberg-Ende ins Programm gehievt hat: Zwei Folgen am Stück machen das pointenarme Wiederholen der Sketche sehr transparent.
Vermutlich wäre Verknappung das Erfolgsgeheimnis: Für sich genommen sind die Sketche immer noch gut und weit über dem üblichen Comedy-Trash Niveau, nur bei zehn kurz hintereinander versendeten Halbstündern tritt schnell ein Abnutzungseffekt ein.
Einen positiven Nebeneffekt hat die neue Staffel aber auf jeden Fall: Zeitgleich mit den neuen Folgen kommen auch die ersten vier Staffeln
endlich als DVD raus.