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“Autobahn geht gar nicht”

abgelegt unter: TV von Enk am 10.10.2007

Bei dieser ganzen Eva Braun Herman Geschichte und Kerners enrüsteten Ausruf “Autobahn geht gar nicht” fällt mir ja mein Lieblings-Grünenwitz ein:

Unterhalten sich zwei Grüne über Hitler. Sagt der eine: „Es war nicht alles schlecht, was der Adolf so gemacht hat.“

Sagt der andere: „Stimmt, aber das mit den Autobahnen war scheiße!“

Tja, und wer hätte das gedacht, bei dieser Diskussionrunde voller selbstgerechter Empörungsdarsteller war mir doch Mario Barth, den ich eigentlich ganz unlustig finde, tatsächlich noch am sympathischten.


Herr Hahne und Frau Roth

abgelegt unter: TV von Enk am 06.08.2007

ZDF Sommerinterview
© ZDF

“Frau allein genügt nicht, lieber Herr Hahne” - Claudia Roth

Mit Claudia Roth ist es ja so wie bei einem Unfall auf der Autobahn. Ganz schrecklich, aber man kann nicht weggucken. Da sage nochmal jemand, den Begriff Fremdschämen gäbe es erst seit Stromberg. Am Sonntag gab es mal wieder so einen Unfall einen Fernsehauftritt von Claudia Roth, und zwar im Rahmen der ZDF Sommerinterviews. In dieser Reihe reisen gnadenlos investigative Journalisten (in diesem Fall Ober-Spürhund Peter Hahne) den Politikern in ihren Urlaubsort nach, um sie über Gott, die Welt und ihre Lieblingsnachspeise zu befragen.

Frau Roth verweilt natürlich nicht wie einst der Kanzler am Wolfgangssee, oder wie die gleichnamige Fraktion an der Toskana, sondern wie es sich für einen Gutmenschen gehört bei unseren türkischen Freunden in Istanbul. Im Interview geht es um die EU-Anbindung der Türkei (richtig), das deutsche „Zuwanderungs- bekämpfungsgesetz“ (falsch), den nächsten Bundespräsidenten (”Das könnte auch eine Frau sein”), mögliche schwarz-grüne Bündnisse (”Koalitionen sind keine Beziehungskisten”), die Situation in Afghanistan (”Herr Hahne, es fehlt an ner Polizeistruktur”) und den “War gegen Terror” (sic!), der endlich beendet werden müsse. An dieser Stelle wagt es Peter Hahne, mit einem kleinen Exkurs in die Realität zu bremsen: “Also nur mit Sozialarbeit können Sie ja die Taliban nicht bekämpfen”, was Frau Roth in ihrem Redefluß natürlich nicht weiter stört.

Die Welt, zugegebenermaßen nicht gerade die Grünen-Hauspostille, sieht im Kammerspiel von Frau Roth und Herrn Hahne gar Parallelen zu Loriot-Sketchen, wünscht sich aber dann doch schnell, “der Kameramann würde Herrn Hahne und Frau Roth einen Moment alleine lassen und stattdessen auf die Abendsonne am Bosporus zoomen oder dem plärrenden Kind im Hintergrund ein Gesicht geben.”

Das ganze Drama gibts hier nochmal online zu sehen.


Jetzt neu bei Lidl: Greenpeace Schlauchboote für die nächste Öko-Aktion

abgelegt unter: TV von Enk am 21.06.2007

…ok, nicht ganz, aber fast. Der Skandal ist ja schon seit ner Woche durch die Medien gegeistert und schnell erzählt: Obst von Lidl hat bei einem Test von Greenpeace vor zwei Jahren katastrophal abgeschnitten. Zwischenzeitlich hat Lidl mit Greenpeace vereinbart, 150.000 Greenpeace-Magazine pro Ausgabe abzunehmen (ohne Remissionsrecht!), und siehe da, im neuen Pestizid-Test hat Lidl am besten abgeschnitten. Die besondere Pointe: von den Magazinen verkauft sich bei Lidl wohl praktisch nichts, so das Lidl alle zwei Monate geschätzte 300.000 Euro für Altpapier bezahlt hat (zwischenzeitlich ist die Abnahmemenge wohl halbiert worden).

Link: sevenload.com

Der eigentliche Skandal ist aber, wie Greenpeace mit diesem Vorfall umgeht. Zunächst halten sie es nicht einmal für nötig, jemanden zu Stern TV ins Studio zu schicken - und als sie dann ein paar Tage später merken, was für ein Medienecho die Geschichte bekommt, schicken sie zur nächsten Sendung einen bärtigen Typen, der scheinbar noch nie vorher eine Kamera gesehen hat. Bzw. noch schlimmer: wenn sie einen schlauchbooterfahrenen Öko-Aktivisten geschickt hätten, der sich nicht ganz so mediengerecht ausdrücken kann, hätte das zumindest noch Authentizität ausgestrahlt, aber dieser Typ (Roland Hipp, der wohl in der Tat schon mal im Schlauchboot gesessen hat) war eine Mischung aus Null Charisma und sehr schlechtem Media-Training. Man hat ihm in etwa drei Standardsätze auswendig lernen lassen, die er dann zu jeder passenden oder unpassenden Frage runtergebetet hat. Da war ja selbst der Kotzbrocken Vertreter von Lidl symphatischer. Unfaßbar. Früher hatten die bei Greenpeace doch mal so eloquente und charismatische Figuren wie Thilo Bode.

Auch online ist Greenpeace nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für Transparenz - es gibt zwar eine Stellungnahme von Geschäftführerin Brigitte Behrens, die aber gut versteckt ist unter “weitere Nachrichten” und auf die Merkwürdigkeiten des Lidl-Deals (z.b. der branchenunübliche Verzicht auf Remission unverkaufter Hefte) nicht weiter eingeht. Auf den Seiten des Greenpeace-Magazins ist dafür dann gleich gar nichts über den Lidl-Deal zu lesen.

Für Stern TV wars auf jeden Fall seit langem mal wieder eine (ich kanns mir nicht verkneifen) Stern-Stunde - fast so gut wie der legendäre Autobild/Mercedes Skandal.


Battlestar Galactica - Nach der 4. Staffel ist Schluss

abgelegt unter: TV von Enk am 01.06.2007


Jetzt ist es offiziell: Battlestar Galactica, die beste Sci-Fi-Serie seit der Erfindung des Warp-Antriebes, wird eingestellt. Zwar waren die durchwachsenen Quoten sicher ausschlaggebend für die Einstellung, aber Battlestar war von Beginn an als Show mit definiertem Ende konzipiert, insofern ist die jetzige Bekanntgabe durchaus positiv zu sehen. Denn die gute Nachricht ist: Die vierte Staffel mit nochmal 22 Folgen wird komplett produziert und ab November ausgestrahlt, so dass es den Produzenten ermöglichst wird, ein stimmiges Ende vorzubereiten, das dem Anspruch der Serie gerecht werden kann. Ich hatte schon bei Staffel zwei und drei immer wieder die Befürchtung, dass die Drehbuchautoren sich in der Story verstricken und das brilliante Setting verwässern, was sich zum Glück bislang nicht bewahrheitet hat. Mit dem jetzt feststehenden Ende ist die Gefahr wohl gebannt, dass man immer abstrusere Handlungsstränge erfinden muss, um genug Stoff für weitere Folgen zu haben. Die vierte Staffel wird auf jeden Fall nochmal spannend.

via Serienjunkies


Bohlen wird Millionär

abgelegt unter: TV von Enk am 29.05.2007

Dieter BohlenMir ist es ja ein Rätsel, wieso das schlichte Ratespiel “Wer wird Millionär” seit Jahren so ein Quotenrenner ist. Vom Konzept her war “Der Große Preis” schon vor Jahrzehnten innovativer, und das als Event vermarktete Quiz wird noch nicht mal live gezeigt, sondern als risikoarme Konserve ausgestrahlt.

Etwas anderes sind die Prominenten Specials der Sendung, die immer wieder zu Sternstunden der TV-Unterhaltung werden. Legendär z.B. der Auftritt von Alice Schwarzer 2004, der mit dem Publikums-Bambi ausgezeichnet wurde. Auch Harald Schmidt oder Horst Schlämmer beim Millionenspiel waren echte Highlights. Gestern dann gab sich als Star des Abends Dieter Bohlen die Ehre. Er kennt noch nicht mal den Nachnamen seines Schwiegervaters in spe, aber zockt eiskalt bis zur 500.000 Euro-Frage, ohne lange zu fackeln. Besonderer Reiz war für viele sicherlich, das Großmaul Bohlen schon bei den einfachsten Fragen ausscheiden zu sehen, und man konnte Dieter auch anmerken, dass es seine größte Sorge war, schlechter als die anderen Promis abzuschneiden. Aber Bohlen lebte schon immer gut damit, unterschätzt zu werden, und hat sich gut aus der Affäre gezogen. Und unterhalten kann er zweifellos. Wers verpasst hat, kann den Auftritt bei rtl.de nochmal als Video anschauen (Registrierung erforderlich).


Switch Reloaded

abgelegt unter: TV von Enk am 16.05.2007

“…in meiner langen Karriere als Journalist habe ich viel gesehen, doch dieser grauenhafte und scheußliche abstoßende Anblick macht mich sprachlos… Gundula Gause” Claus Kleber

Was hatte ich mich auf die neue Switch Staffel gefreut - Switch war vor einigen Jahren eines der innovativsten Comedy-Formate (ok… innovativ übernommen vom australischen Vorbild “Fast Forward”), das mit viel Liebe zum Detail aktuelle Fernsehserien, eitle Moderatoren oder trashige Pay-TV Sendungen intelligent parodierte.

Ein Witz bestand vor allem darin, den unpassensten Darsteller aus dem Ensemble für eine Parodie zu nehmen, diesen dann aber aufwändigst zurechtzuschminken (legendär: Bernd Hoecker als Thomas Gottschalk) und detailgenau die parodierte Person in Sprache und Gestus zu karikieren (perfekt gelungen z.B. Michael Kessler als Günther Jauch oder Peter Kloeppel).

Es gab auch diverse Albernheiten und echt schlechte Sketche (z.B. die unsägliche Redaktionskonferenz, die mit dem “Hoecker, sie sind raus”-Spruch zu unverdienter Bekanntheit gekommen ist), aber das Format des Zappings zwischen den verschiedenen Sketchen blendete schnell über solche Tiefpunkte hinweg, und das Weiterschalten zum nächsten Sketch konnte so manche Pointenarmut kaschieren.

Auch in der neuen Staffel gibt es neben alten Bekannten neue Highlights wie den Bullen von Tölz (mal wieder der kleinste und schmächtigste - Bernd Hoecker - auf Otti-Fischer-Format zurechtgeschminkt), Volksmusik-Schleimi Florian Silbereisen oder Tim Mälzers Kochstudio. Auch in den neuen Folgen wird mit viel Liebe zum Detail parodiert, das Ensemble besteht noch größtenteils aus der Originalbesetzung, und man merkt der Truppe den Spaß an, das alte Erfolgsmodell wieder aufleben zu lassen.

Das Problem ist: Bei den handwerklich gut gemachten Persiflagen auf CSI, Monk oder dem Volksmusik-Stadl verbraucht sich das Setting mit jeder Folge. Um weiter witzig zu sein, wären dann ab und zu auch mal ein paar zündende Pointen notwendig. Aber genau daran mangelt es in der neuen Staffel ganz erheblich. Von Folge zu Folge wird das ganze langweiliger und vorhersehbarer, gar nicht mal weil die Folgen immer schlechter werden, sondern weil im Prinzip immer wieder die gleichen Sketche gezeigt werden, nur dass die beim 3. oder 4. mal eben nicht mehr lustig sind.
Besonders deutlich wurde das bei einer Doppelfolge, die Pro Sieben nach dem Stromberg-Ende ins Programm gehievt hat: Zwei Folgen am Stück machen das pointenarme Wiederholen der Sketche sehr transparent.

Vermutlich wäre Verknappung das Erfolgsgeheimnis: Für sich genommen sind die Sketche immer noch gut und weit über dem üblichen Comedy-Trash Niveau, nur bei zehn kurz hintereinander versendeten Halbstündern tritt schnell ein Abnutzungseffekt ein.

Einen positiven Nebeneffekt hat die neue Staffel aber auf jeden Fall: Zeitgleich mit den neuen Folgen kommen auch die ersten vier Staffeln endlich als DVD raus.


DSDS im Schnelldurchlauf - Das Finale

abgelegt unter: TV von Enk am 06.05.2007

Die Finalshow von DSDS dank Clipfish als 40 Minuten Extrakt. In chronologischer Reihenfolge und ohne Werbung und “Ruf mich an”-Ansagen.
dsds

Song 1 Martin: “Life is a Rollercoaster”
Song 1 Mark: “What a Wonderful World”

Song 2 Martin: “Crazy little Thing called Love”
Song 2 Mark: “Easy”

Song 3 Martin: “I can reach Heaven from here”
Song 3 Mark: “Now or Never”

Martin und Mark: Don’t let the Sun go down on me”

Jury-Urteil

Entscheidung


DSDS im Schnelldurchlauf (II)

abgelegt unter: TV von Enk am 29.04.2007

Wie letzte Woche gibts dank Clipfish die DSDS-Show auch als 50 Minuten Extrakt ohne Werbung und “Ruf mich an”-Ansagen. Spart viel Zeit und Nerven.

Song 1 Martin: “Rockin’ All Over The World”
Song 1 Lisa: “Baby Love”
Song 1 Mark: “You Can Leave Your Hat On”

Song 2 Martin: “Sunday Morning”
Song 2 Lisa: “Geile Zeit”
Song 2 Mark: “My Girl”

Song 3 Martin: “I Swear”
Song 3 Lisa: “There you’ll be”
Song 3 Mark: “Sittin’ on the dock of the Bay”

Jury-Urteil

Entscheidung


DSDS im Schnelldurchlauf

abgelegt unter: TV von Enk am 23.04.2007

Dank Clipfish kann man samstags abends auch andere Dinge tun als Marco Schreyl und Tooske Ragas beim Ablesen von Moderationskärtchen zuzusehen und gefühlte 500mal aufgefordert zu werden, “doch jetzt unbedingt anzurufen für deinen Superstar” (falls man sich überhaupt für die Mutter aller Casting Shows interessiert). Alle relevanten Szenen lassen sich auf unter eine Stunde zusammendampfen und sind mundgerecht als Clips abrufbar. Spart viel Zeit und Nerven.

Leider gibts bei Clipfish keine chronologische Sortierung, um die Show in richtiger Reihenfolge zu schauen - daher hier die DSDS-Show vom Samstag im Schnelldurchlauf:

Song 1 Martin: “You to me are everything”
Song 1 Max: “All Right Now”
Song 1 Lisa: “It’s raining men”
Song 1 Mark: “You’re the first, the last, my everything”
Song 2 Martin: “Und wenn ein Lied”
Song 2 Max: “When you were young”
Song 2 Lisa: “Das beste”
Song 2 Mark: “Stand by me”

Jury-Urteil

Entscheidung Teil 1
Entscheidung Teil 2

   via Franziskript


Stromberg

abgelegt unter: TV von Enk am 17.04.2007


Der Clou an Stromberg war von Beginn an, dass die handelnden Personen ganz nah an der Realität waren. Alle leicht zugespitzt und karikiert, aber nie so schräg, dass man solche Typen nicht auch am nächsten Tag live im Büro antreffen könnte (und oft genug leider auch tat). Die Geschichten waren teilweise fast zu nah an der Realität, der Wiedererkennungseffekt frappierend (Der Dittsche-Effekt: So echt, dass man auch gleich in die nächste Pommesbude gehen kann um sich das live anzuschauen).

Mit der zweiten Staffel wurden die Geschichten schon deutlich abstruser und die Charaktere spleeniger, aber alles noch im “glaubwürdigen” Rahmen. Die dritte Staffel, die aktuell bei Pro 7 läuft, überspannt den Bogen mittlerweile dann deutlich. Während Stromberg in früheren Folgen ein schleimiger aber durchaus bauernschlauer Kotzbrocken war, der bei allen Peinlichkeiten immer noch ein Gespür dafür hatte, im richtigen Moment einen Rückzieher zu machen, ist die Figur mittlerweile nur noch eine Karikatur ihrer selbst: In einer Vorstandssitzung poltert Stromberg gleich ohne Umschweife drauflos, wo er sich früher erst nach und nach um Kopf und Kragen geredet hätte. Auch die Kamera-Statements, bei denen man früher minutenlang beobachten konnte, wie Stromberg sich in seiner eigenen wirren Argumentation verstrickt, kommen mittlerweile oft eher holzhammer-artig rüber.

Klar, die naheliegenden Alltagsgeschichten sind alle schon erzählt, um die Staffel vollzubekommen müssen sich die Autoren immer absurdere Stories einfallen lassen, aber genau damit verliert Stromberg seinen Reiz.
Alles immer noch weit über dem Niveau des üblichen Comedy-Einheitsbreis und weiterhin sehenswert, aber man kann nur hoffen, dass nach der 3. Staffel Schluß ist, bevor in Staffel 4 dann das RTL-Schenkelklopfer-Niveau erreicht ist.

Stromberg - Staffel 3 läuft derzeit dienstags bei Pro 7, DVD-Start: 27.04.2007


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