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Ich bin ein Star, holt mich hier raus

abgelegt unter: TV von Enk am 13.01.2008

Angeblich guckts ja keiner, aber es ist erfolgreicher denn je: das Dschungel-Camp von RTL, in dem eine Gruppe Nicht-mehr-ganz- bzw. Noch-nie-wirklich-Prominenter zum fröhlichen Kakerlakenessen versammelt wird. Und was soll ich sagen: ich gucks. Man muss gar nicht so weit gehen, das Dschungelcamp als “gut gemachten Sadismus” zu loben, es ist aber in jedem Fall professionell gemachte Unterhaltung, die vom Produktionsniveau her um einiges höher angesiedelt ist als der meiste Billig-Trash, der ansonsten bei RTL & Co. versendet wird. Alleine die Tatsache, dass ein großer Teil der Sendung live ist, ist fürs Privatfernsehen, wo selbst große TV-Shows wie “Wer wird Millionär” vom Band kommen, bemerkenswert.

Die Faszination der Sendung geht dabei gar nicht davon aus, Leuten beim Kakerlaken-Essen oder Mit-Krokodilen-Tauchen zuzuschauen. Viel interessanter ist es, ein paar C-Promis, die man ansonsten nur perfekt gestylt vor den Kameras sieht, einmal im wahrsten Sinne des Wortes ungeschminkt zu sehen und zu erleben, wie sie sich abseits abgesprochener Interviewdialoge oder Yellow-Press Berichterstattung verhalten. Dazu noch die Spannung was passiert, wenn man so unterschiedliche Typen wie Vollproll DJ Tomekk, Schlager-Opa Bata Illic oder Ex-Pornostar Michaela Schaffrath in eine Zelle sperrt und die Kamera laufen läßt. Da gibts dann abseits der ganzen Ekelprüfungen überraschende Dialoge zwischen Illic und Tomekk, die sich im wirklichen Leben vermutlich nie begegnen würden, darüber, was der jeweils andere eigentlich macht (”Du bist also Disk Jockey?”) und wie schwer es ist, die deutsche Sprache zu lernen. Solche Szenen sind ganz großes Kino.

Für die C-Promis ist das ganze gar nicht mal so uninteressant. Natürlich ist der Ruf die meisten seriösen Projekte ruiniert und es haftet der “Die-war-sich-sogar-fürs-Dschungelcamp-nicht-zu-schade”-Ruf an. Aber seriöse Angebote bekommen viele der Teilnehmer eh nicht mehr, und hier bekommt man nochmal eine Medienpräsenz und Einschaltquoten, auf die auch mancher A-Promi neidisch wäre. Michaela Schaffrath wird in einer Folge Dschungelcamp mehr Wortbeiträge haben als in all ihren Filmen zusammen. Und die Teilnehmer vergangener Staffeln scheinen durchaus den einen oder anderen lukrativen Folgeauftrag bekommen zu haben.

Dazu kommt: Wenn die Kamera big-brother-mäßig draufhält, gewinnen erstaunlich viele Promis, die man ansonsten nur aus nervigen Vorabendserien oder Explosiv-Filmchen kannte, an Sympathie, denn viele sind tatsächlich “auch nur Menschen”, um mal in die Platitüden-Kiste zu greifen. Z.B. “Ich heirate Eine Familie”-Nervensäge Julia Biedermann, bei der ich immer zwanghaft umschalten musste, wenn die eine ZDF-Vorabendserie bevölkerte, scheint “privat” erstaunlich unzickig zu sein. Oder Michaela Schaffrath, die im Dschungel nicht als Porno-Queen, sondern eher als harmlos-nettes “girl next door” daherkommt. Bei anderen wie “DJ” Tomekk ist zumindest an den ersten beiden Tagen noch zu merken, dass hier jemand sehr gezielt an seinem Proll- und Macho-Image zu feilen versucht. Aber mit jedem weiteren Tag unter Vollzeit-Kameraüberwachung wird es vermutlich schwieriger, die erwünschte Fassade aufrecht zu erhalten.

Das Promi-Big-Brother mit verschärften Bedingungen könnte also ganz nette TV-Unterhaltung sein, wären da nicht die berüchtigten “Dschungel-Prüfungen”. Die sind nicht nur überflüssig, sie sorgen auch dafür, dass das ganze Szenario von einem nett-beschaulichen Reality-Format zu menschen- und tierverachtendem Ekel-TV wird, bei dem einem schon vom Zuschauen schlecht wird. Man merkt es auch den Moderatoren Zietlow und Bach an: Während sie ansonsten permanent derbe Sprüche über ihre Dschungel-Promis bringen, sind sie selbst ein fast peinlich berührt, wenn sie ihre Promi-Kollegen (die eine Zeitlang ja bekanntheitsmäßig durchaus auf Augenhöhe waren) dann tatsächlich zum Kakerlakenessen bitten müssen. Und bleiben fast regungslos daneben stehen, wenn Popsternchen Lisa Bund wirklich eine Handvoll Mehlwürmer in den Mund nimmt. Schließlich ist eine Sonja Zietlow karrieremäßig auch nicht so meilenweit davon entfernt, als dass sie nicht in ein paar Jahren selber mal im Dschungelcamp landen könnte.

Natürlich sind genau diese Szenen so publicityträchtig und sorgen dafür, das BILD, Spiegel Online & Co die Sendung mit einem medialen Dauerfeuer begleiten und das Dschungelcamp zum gesellschaftlichen Aufreger wird. Aber das Format hätte auch ohne dieses Ekel-Element eine Chance, und würde vermutlich für deutlich weniger schlechtes Gewissen beim Zuschauen sorgen. Nicht zuletzt würde man mit Verzicht auf die ganz derben Nummern wohl auch ein paar attraktivere Promis bekommen - bei einigen der der aktuell angetretenen “Prominenten” kannte ich vorher noch nicht mal den Namen.


Bohlen bei Kerner

abgelegt unter: TV von Enk am 05.11.2007

Man mag ja vom ZDF halten was man will, aber die ZDF Mediathek ist ganz große Klasse. Alle Sendungen der letzten Tage online abrufbar, in guter Qualität und ungekürzt. So kann man dann auch ein Highlight nochmal schauen, das ohne den Hinweis von Henryk M. Broder aufgrund akuter Kerner-Allergie an mir vorbeigerauscht wäre:

Bohlen bei Kerner

Der große Alltagsphilosoph Dieter Bohlen erklärt die Welt:

  • Über überflüssigen Luxus, und warum man keine teuren Yachten und Autos kaufen sollte: “Mieten ist super”, “Ferrari, immer kaputt, fährt doch nie”
  • Über die wahren Bedürfnisse des Menschen: “Man kann teuren Kaviar kaufen, oder eine Kartoffel zerschneiden und Bratkartoffeln machen. Mal ehrlich, was schmeckt besser”
  • Über den Vorteil von kleinen Wohnungen gegenüber großen Villen: “Hast du schon mal ne Schnecke mit Eimer gesehen? Eben.”
  • Über unsinnige Kriminalisierung von Filesharern: “Wir haben doch früher alle vorm Radio gesessen und die Hitparaden aufgenommen”
  • Über den Langzeiterfolg seiner Werke: “Ich glaub im Jahr 2300 ist Cherry Cherry Lady ein Volkslied wie Hänschen Klein”

Sehenswert. Da erträgt man sogar Kerner.

Und während Kerner mit den üblichen billigen Tricks versucht, Bohlen zu peinlichen Aussagen zu drängen, (”kannst du dich an den Moment erinnern, als du gemerkt hast, das ist genial, was ich mache?”), kontert Bohlen sehr souverän: “Ich wußte dass du da wieder drauf einsteigst, wie ein Fisch - hoho jetzt schmeiß ich mal das Wort “genial” in den Teich, und Johannes wieder *schwupp*”.

Das ganze in voller Länge hier.


Schmidt und Pocher - das war nix

abgelegt unter: TV von Enk am 26.10.2007
schmidt&pocher

Das soll also das große TV-Event gewesen sein? Andererseits, einen richtigen Knaller hatte wohl niemand erwartet. Harald Schmidt war spätestens seit seinem Wechsel zur ARD lustlos und unmotiviert, und Oliver Pochers Talent als Unterhalter ist ja durchaus, sagen wir, umstritten. Das was dabei rauskommt, wenn man die beiden in eine Show packt, war dann aber doch noch viel schlechter als erwartet.

Schmidt wirkte anfangs fahrig, geradezu nervös, obwohl er ja eigentlich nichts zu verlieren hat, sondern Pocher der ist, der sich bewähren muss. Der Stand-up Monolog, den Schmidt nochmal alleine brachte, war ziemlich schwach. Pochers Einstieg fing dann standesgemäß peinlich mit einer Michael Jackson Tanznummer an. Danach wurde es leider nicht besser. Die Dialoge zwischen den beiden wirkten schlecht improvisiert oder noch schlechter eingeübt, die beiden harmonierten kaum, fielen sich gegenseitig ins Wort, nur selten spielten sie sich mal die Bälle derart zu, dass eine Pointe funktionierte.

Erwartungsgemäß kokettierten die beiden kontinuierlich mit ihren jeweiligen Images und den Erwartungen der Zuschauer und Kritiker (”Mein Intellektuellen-Publikum” vs. “Deine niveaulosen Unterschichten-Fans”). Wenn das nicht so aufgesetzt kommen würde, hätte das ja durchaus Potential.

Erstaunlich unlustig auch die Einspielfilmchen - gerade wenn man sich überlegt, dass die beiden für die Pilotsendung genug Vorbereitungszeit hatten und eigentlich ein Pointenfeuerwerk hätten abfeuern müssen, um die neue Sendung zum fliegen zu bringen: Schmidt&Pocher pointenlos auf dem Jakobsweg, grottige “Bahn-Strike-Card” Werbung, langweiliger Arzt-Sketch mit Eckhardt von Hirschhausen, in dem Pocher und Schmidt nur noch als Statisten auftreten (und das soll auch noch eine Serie werden).

Dann die von Schmidt schon immer zelebrierte Zeitschinderei mit grotesken (aber in diesem Fall auch extrem unlustigen) Szenen wie einer langatmigen Analyse des letzten ARD-Tatorts oder einer oberpeinlichen Poldi-Parodie-Nummer. Was soll das?

Wenigstens der Gast war zur Premiere hochkarätig: Günther Jauch zu Besuch bei Schmidt war schon immer sehenswert. Und bringts auf den Punkt: “Ich hab in letzter Zeit drei neue Sendungen bei der ARD gesehen: neben dieser noch Anne Will und Frank Plasberg - zwei gefallen mir ganz gut”). Und schaut peinlich berührt, als Schmidt und Pocher neben ihm infantilst herumalbern.

Streckenweise blitzt dann doch mal auf, wie die Pocher-Schmidt-Nummer funktionieren könnte. Wenn die beiden nicht aneinander vorbeistottern, sondern wirklich mal ein Thema haben, über das sie ins Gespräch kommen und sich gegenseitig anstacheln. Dann merkt man, dass Pocher als Sidekick ein ganz anderes Kaliber sein könnte als der biedere Manuel Andrack, und Schmidt viel mehr herausfordern und kontern könnte. Leider war davon diesmal aber nur ansatzweise und mit viel gutem Willen etwas zu erkennen.

schmidtpocher2
Was wirklich verwunderlich an dem Auftritt der beiden ist, ist nicht Schmidts konzeptlose Ideenarmut. Er hat wohl schlicht keine Lust mehr und will den Vertrag mit der ARD nur noch mit dem geringstmöglichen Aufwand für sich selbst über die Bühne bringen. Aber für Pocher war bzw. ist die Show die große Chance, in die A-Liga der Unterhalter aufzusteigen. Man sollte meinen, dass er sich für diese Chance den Arsch aufreissen würde. Aber auch er wirkte null vorbereitet, eher wie ein Gast, der ab und zu mal einen lustigen Spruch bringt, aber ansonsten nicht für den Fortgang der Show verantwortlich ist. Ganz abschreiben sollte man die beiden noch nicht, vielleicht brauchen sie einfach noch etwas Zeit zum Warmwerden. Aber wenn das noch zwei bis drei Folgen so weitergeht, dürften die Quoten so weit in den Keller sacken, dass es selbst bei der ARD ungemütlich werden könnte.


Mr. President oder Mr. Mozart?

abgelegt unter: TV von Enk am 15.10.2007

ZDF MusikstarNachdem die Privatsender so erfolgreich sind mit Sendungen wie “Hit Giganten - die hundert größten Hits von Sängern mit Brille” oder “Die Ultimative Chartshow - Taubstumme Diven”, hält das ZDF weiter an seinem Format “Unsere Besten” fest. Zunächst hatte man ja ganz allgemein die größten Deutschen gesucht (Adenauer knapp vor Luther, Daniel Küblböck abgeschlagen auf Platz 16), mittlerweile sind schon Deutschlands “Lieblingssportler” (Schumi), “Lieblingskomiker” (Loriot), “Lieblingsorte” (Kölner Dom), “Lieblingsbücher” (Herr der Ringe) und “Lieblingserfindungen” (Das Rad) erforscht worden.

Auch die Jahrhunderthits hatte das ZDF schon mal wählen lassen (Platz 1: “Wind of Change”, “Der Nippel” nur auf Platz 89), was jetzt noch fehlt sind “Die besten Musikstars aller Zeiten”. Damit man nicht durcheinander kommt und auch als Laie bei der Wahl mitmachen kann (gibt schließlich was zu gewinnen), hat das ZDF schon mal eine Vorschlagsliste gemacht:

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…ich nehm dann mal Mr. President.

Wie wärs als nächstes mit “Die besten Autobahnen”? Ach nee, Autobahn geht ja nicht.


Talk mit Tietjen

abgelegt unter: TV von Enk am 13.10.2007

yaredEinen positiven Effekt hat die ganze Aufregung um Eva Herman auf jeden Fall: Den neuen Co-Moderator von Bettina Tietjen. Nachdem zunächst nach dem Rauswurf von Herman beim NDR der unsägliche Beckmann eingesprungen war, ist bis auf weiteres jetzt Yared Dibaba an Tietjens Seite. Dibaba war bislang vor allem als plattdeutsch sprechender Moderator von “Welt op Platt” bekannt, kann aber auch fließend hochdeutsch.

Hatte “Herman&Tietjen” früher oft eher Kaffeeklatsch-Atmosphäre, ist das mit Dibaba schon deutlich näher an seriöser Talkrunde wie etwas der NDR Talkshow. Man merkt Dibaba eine echte Neugier seinen Gästen gegenüber an. Seine unverkrampfte Art mit den Talkgästen umzugehen, ohne sich in den Vordergrund zu spielen, hebt sich angenehm ab von der gespielten und überzogenen Kuschel-Emphatie der Kerners und Beckmanns dieser Welt. Mehr davon.


“Autobahn geht gar nicht”

abgelegt unter: TV von Enk am 10.10.2007

Bei dieser ganzen Eva Braun Herman Geschichte und Kerners enrüsteten Ausruf “Autobahn geht gar nicht” fällt mir ja mein Lieblings-Grünenwitz ein:

Unterhalten sich zwei Grüne über Hitler. Sagt der eine: „Es war nicht alles schlecht, was der Adolf so gemacht hat.“

Sagt der andere: „Stimmt, aber das mit den Autobahnen war scheiße!“

Tja, und wer hätte das gedacht, bei dieser Diskussionrunde voller selbstgerechter Empörungsdarsteller war mir doch Mario Barth, den ich eigentlich ganz unlustig finde, tatsächlich noch am sympathischten.


Herr Hahne und Frau Roth

abgelegt unter: TV von Enk am 06.08.2007

ZDF Sommerinterview
© ZDF

“Frau allein genügt nicht, lieber Herr Hahne” - Claudia Roth

Mit Claudia Roth ist es ja so wie bei einem Unfall auf der Autobahn. Ganz schrecklich, aber man kann nicht weggucken. Da sage nochmal jemand, den Begriff Fremdschämen gäbe es erst seit Stromberg. Am Sonntag gab es mal wieder so einen Unfall einen Fernsehauftritt von Claudia Roth, und zwar im Rahmen der ZDF Sommerinterviews. In dieser Reihe reisen gnadenlos investigative Journalisten (in diesem Fall Ober-Spürhund Peter Hahne) den Politikern in ihren Urlaubsort nach, um sie über Gott, die Welt und ihre Lieblingsnachspeise zu befragen.

Frau Roth verweilt natürlich nicht wie einst der Kanzler am Wolfgangssee, oder wie die gleichnamige Fraktion an der Toskana, sondern wie es sich für einen Gutmenschen gehört bei unseren türkischen Freunden in Istanbul. Im Interview geht es um die EU-Anbindung der Türkei (richtig), das deutsche „Zuwanderungs- bekämpfungsgesetz“ (falsch), den nächsten Bundespräsidenten (”Das könnte auch eine Frau sein”), mögliche schwarz-grüne Bündnisse (”Koalitionen sind keine Beziehungskisten”), die Situation in Afghanistan (”Herr Hahne, es fehlt an ner Polizeistruktur”) und den “War gegen Terror” (sic!), der endlich beendet werden müsse. An dieser Stelle wagt es Peter Hahne, mit einem kleinen Exkurs in die Realität zu bremsen: “Also nur mit Sozialarbeit können Sie ja die Taliban nicht bekämpfen”, was Frau Roth in ihrem Redefluß natürlich nicht weiter stört.

Die Welt, zugegebenermaßen nicht gerade die Grünen-Hauspostille, sieht im Kammerspiel von Frau Roth und Herrn Hahne gar Parallelen zu Loriot-Sketchen, wünscht sich aber dann doch schnell, “der Kameramann würde Herrn Hahne und Frau Roth einen Moment alleine lassen und stattdessen auf die Abendsonne am Bosporus zoomen oder dem plärrenden Kind im Hintergrund ein Gesicht geben.”

Das ganze Drama gibts hier nochmal online zu sehen.


Jetzt neu bei Lidl: Greenpeace Schlauchboote für die nächste Öko-Aktion

abgelegt unter: TV von Enk am 21.06.2007

…ok, nicht ganz, aber fast. Der Skandal ist ja schon seit ner Woche durch die Medien gegeistert und schnell erzählt: Obst von Lidl hat bei einem Test von Greenpeace vor zwei Jahren katastrophal abgeschnitten. Zwischenzeitlich hat Lidl mit Greenpeace vereinbart, 150.000 Greenpeace-Magazine pro Ausgabe abzunehmen (ohne Remissionsrecht!), und siehe da, im neuen Pestizid-Test hat Lidl am besten abgeschnitten. Die besondere Pointe: von den Magazinen verkauft sich bei Lidl wohl praktisch nichts, so das Lidl alle zwei Monate geschätzte 300.000 Euro für Altpapier bezahlt hat (zwischenzeitlich ist die Abnahmemenge wohl halbiert worden).

Link: sevenload.com

Der eigentliche Skandal ist aber, wie Greenpeace mit diesem Vorfall umgeht. Zunächst halten sie es nicht einmal für nötig, jemanden zu Stern TV ins Studio zu schicken - und als sie dann ein paar Tage später merken, was für ein Medienecho die Geschichte bekommt, schicken sie zur nächsten Sendung einen bärtigen Typen, der scheinbar noch nie vorher eine Kamera gesehen hat. Bzw. noch schlimmer: wenn sie einen schlauchbooterfahrenen Öko-Aktivisten geschickt hätten, der sich nicht ganz so mediengerecht ausdrücken kann, hätte das zumindest noch Authentizität ausgestrahlt, aber dieser Typ (Roland Hipp, der wohl in der Tat schon mal im Schlauchboot gesessen hat) war eine Mischung aus Null Charisma und sehr schlechtem Media-Training. Man hat ihm in etwa drei Standardsätze auswendig lernen lassen, die er dann zu jeder passenden oder unpassenden Frage runtergebetet hat. Da war ja selbst der Kotzbrocken Vertreter von Lidl symphatischer. Unfaßbar. Früher hatten die bei Greenpeace doch mal so eloquente und charismatische Figuren wie Thilo Bode.

Auch online ist Greenpeace nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für Transparenz - es gibt zwar eine Stellungnahme von Geschäftführerin Brigitte Behrens, die aber gut versteckt ist unter “weitere Nachrichten” und auf die Merkwürdigkeiten des Lidl-Deals (z.b. der branchenunübliche Verzicht auf Remission unverkaufter Hefte) nicht weiter eingeht. Auf den Seiten des Greenpeace-Magazins ist dafür dann gleich gar nichts über den Lidl-Deal zu lesen.

Für Stern TV wars auf jeden Fall seit langem mal wieder eine (ich kanns mir nicht verkneifen) Stern-Stunde - fast so gut wie der legendäre Autobild/Mercedes Skandal.


Battlestar Galactica - Nach der 4. Staffel ist Schluss

abgelegt unter: TV von Enk am 01.06.2007


Jetzt ist es offiziell: Battlestar Galactica, die beste Sci-Fi-Serie seit der Erfindung des Warp-Antriebes, wird eingestellt. Zwar waren die durchwachsenen Quoten sicher ausschlaggebend für die Einstellung, aber Battlestar war von Beginn an als Show mit definiertem Ende konzipiert, insofern ist die jetzige Bekanntgabe durchaus positiv zu sehen. Denn die gute Nachricht ist: Die vierte Staffel mit nochmal 22 Folgen wird komplett produziert und ab November ausgestrahlt, so dass es den Produzenten ermöglichst wird, ein stimmiges Ende vorzubereiten, das dem Anspruch der Serie gerecht werden kann. Ich hatte schon bei Staffel zwei und drei immer wieder die Befürchtung, dass die Drehbuchautoren sich in der Story verstricken und das brilliante Setting verwässern, was sich zum Glück bislang nicht bewahrheitet hat. Mit dem jetzt feststehenden Ende ist die Gefahr wohl gebannt, dass man immer abstrusere Handlungsstränge erfinden muss, um genug Stoff für weitere Folgen zu haben. Die vierte Staffel wird auf jeden Fall nochmal spannend.

via Serienjunkies


Bohlen wird Millionär

abgelegt unter: TV von Enk am 29.05.2007

Dieter BohlenMir ist es ja ein Rätsel, wieso das schlichte Ratespiel “Wer wird Millionär” seit Jahren so ein Quotenrenner ist. Vom Konzept her war “Der Große Preis” schon vor Jahrzehnten innovativer, und das als Event vermarktete Quiz wird noch nicht mal live gezeigt, sondern als risikoarme Konserve ausgestrahlt.

Etwas anderes sind die Prominenten Specials der Sendung, die immer wieder zu Sternstunden der TV-Unterhaltung werden. Legendär z.B. der Auftritt von Alice Schwarzer 2004, der mit dem Publikums-Bambi ausgezeichnet wurde. Auch Harald Schmidt oder Horst Schlämmer beim Millionenspiel waren echte Highlights. Gestern dann gab sich als Star des Abends Dieter Bohlen die Ehre. Er kennt noch nicht mal den Nachnamen seines Schwiegervaters in spe, aber zockt eiskalt bis zur 500.000 Euro-Frage, ohne lange zu fackeln. Besonderer Reiz war für viele sicherlich, das Großmaul Bohlen schon bei den einfachsten Fragen ausscheiden zu sehen, und man konnte Dieter auch anmerken, dass es seine größte Sorge war, schlechter als die anderen Promis abzuschneiden. Aber Bohlen lebte schon immer gut damit, unterschätzt zu werden, und hat sich gut aus der Affäre gezogen. Und unterhalten kann er zweifellos. Wers verpasst hat, kann den Auftritt bei rtl.de nochmal als Video anschauen (Registrierung erforderlich).


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