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Retro Deluxe

abgelegt unter: Spiele von Enk am 31.03.2008

PoCWer vor 20 Jahren mal einen Commodore Amiga hatte, wird mit ziemlicher Sicherheit auch einmal Ports of Call gespielt haben - eine Zeit lang DIE Wirtschaftssimulation auf dem Amiga. Das Spiel verband die üblichen Kaufen, Verkaufen, Bauen, Reparieren Elemente einer Wirtschaftssimulation mit einem (von vielen verhaßten) “Action”-Element, bei dem die Schiffe selbst in den Dock manövriert werden mussten (in schnuckeliger 2D-Ansicht natürlich).

Der große Erfolg auf dem Amiga hat den Entwicklern keine Reichtümer beschert - obwohl das Spiel damals wohl jeder auf dem Rechner hatte, gab es wenige, die es auch legal gekauft hatten. Dazu kommt, dass das Genre “Wirtschaftssimulation” außerhalb von Deutschland kaum jemanden interessiert, und sich daher auch die Auslandsverkäufe in Grenzen gehalten haben.

Zwischenzeitlich wurde PoC mal auf den PC portiert, zunächst als 1:1 Umsetzung, später als “XXL” Version mit etwas Grafiktuning. Zum 21jährigen Jubliläum haben die beiden Entwickler Rolf-Dieter Klein und Martin Ulrich die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet und Ports of Call 2008 Deluxe als Box-Version herausgebracht.

Das grundlegende Spielprinzip hat sich nicht geändert: Man kauft Schiffe, sucht sich eine vielversprechende Frachtlinie, verdient Geld, kauft sich mehr Schiffe, sucht lukrativere Frachtrouten, repariert die Schiffe, sucht noch lukrativere Routen, etc., etc.

Selbst Details wie der Fahrstuhl, mit dem man beim Schiffsmakler zu den einzelnen Handlungsoptionen gelangt ist aus der über zwanzig Jahre alten Amiga-Version geblieben, wenn auch jetzt etwas schicker animiert. Auch die damals revolutionäre Start/Stop-Funktion für die Spielzeit ist geblieben: Um Aktionen durchzuführen, kann die Zeit angehalten werden, wenn man fertig ist, läßt man die Uhr weiterlaufen. Klingt aus heutiger Sicht banal, war damals aber ein großer Wurf.

Man merkt dem Spiel an jeder Stelle an, dass hier nicht Profi-Gamedesigner am Werk waren, sondern ein paar Frickler. Die Menüs und Masken sehen sehr hausbacken aus und grafisch ist das alles mindestens fünf Jahre vom aktuellen Entwicklungsstand entfernt. Ein ganz netter Effekt ist die 3D-Weltkugel, mit der man die verschiedenen Häfen auswählen kann, was seit Google Earth aber auch niemanden mehr vom Hocker reißen wird.

Der 3D-Teil sieht im Vergleich zum restlichen Spiel geradezu revolutionär: da spiegeln sich Hafenkräne im Wasser, das Meer schlägt leichte Wellen, das Licht kann stufenlos von Sonnenschein auf Nacht verändert werden. Aber im Vergleich zu aktuellen Grafikwundern ist auch das ein paar Jahre hinter aktuellem Stand her. Einzig die Stereo-Sicht (mit 3D Brille) ist ein ganz netter Gimmick. Auch hier ist das Spielprinzip aber trotz 3D-Grafik dasselbe geblieben: Das Schiff muss aus dem Hafen heraus beziehungsweise in den Hafen hinein manövriert werden, ohne allzuoft an die Kaimauern oder andere Hindernisse zu rempeln. Dazu gibt es nur ein Steuerbord/Backbord Ruder und Vor/Zurück Geschwindigkeitsregler - das wars. Angeblich sind die 100 Häfen detailgetreu den Originalen nachempfunden, so kann man in New York an der Freiheitsstatue vorbeischippern und sieht am Horizont die Skyline, aber egal ob New York, Hamburg oder Algier, letztlich ist simple Spielprinzip überall das gleiche und nervt spätestens beim dritten Mal, wenn man vom Programm mal wieder gezwungen wird, eine manuelle Ein- oder Ausfahrt durchzuführen, weil die Lotsen gerade streiken.

PoC Screen

Wenn ich mir überlege, wieviel Zeit ich früher mit Ports of Call verbracht habe, ist mir im Nachhinein nicht ganz klar, was mich an dem Spielprinzip so gefesselt hat. Das Gameplay hat ungefähr den Reiz einer Steuererklärung. Es passiert schlicht zuwenig. Ab und zu kann man entscheiden, ob man ein Schmuggelgeschäft annehmen will oder einen Sturm umfahren sollte, das wars. Der “Action”-Teil passt eigentlich überhaupt nicht zum Rest des Spiels (und wurde ursprünglich auch als separates Add-On auf der PoC-Homepage verkauft), und wenn man ein- zweimal ein Schiff aus dem Hafen gesteuert hat, ist der Witz hier auch weg.

Einen Vorteil hat zumindest die wenig aufwändige Grafik: Man kann PoC bequem im Fenstermodus spielen, so dass man parallel prima Spiegel Online lesen kann, um über die Langeweile hinwegzutrösten. Und auch Winamp sollte man nebenbei laufen lassen - die Geräuschkulisse von PoC ist, sagen wir mal, sehr reduziert.

(Dieser Artikel erscheint gleichzeitig auf polyneux.de)


Poly…what?

abgelegt unter: Spiele von Enk am 27.03.2008
Für Freunde des pixeligen Spiels: Polyneux.de ist online. Eine Seite für alles rund um Computer- und Konsolenspiele. Mit Beiträgen der ominösen Spieler 1-4, Arkion, Daniel, Christian, grobi, Holger und Nille. Und wenn ich zwischen den ganzen Filmen nochmal zum Spielen komme, vielleicht auch mal von mir.


Die größte Innovation auf der Cebit..

abgelegt unter: Spiele von Enk am 10.03.2008

gaming_mouse…war dieses Jahr ganz ohne Zweifel beim Kühlerhersteller Zalman zu sehen: Die FPSGun Gaming Mouse. Einfach die Plastikverkleidung einer herkömmlichen Maus etwas aufbrezeln und den Mausbutton zum Trigger umstylen, fertig das Mouse-turned-Maschinengewehr für den Hardcore-Gamer. Dem Trubel am Stand nach zu urteilen ein absoluter Volltreffer.

Unverzichtbar für Profispieler ist auch ein Mouse-Bungee, der das Mauskabel immer in der richtigen Position hält. Ansonsten läßt sich festhalten, dass für Spieler der Trend eindeutig zum Drittbildschirm geht.

Wer als Gamer etwas auf sich hält, hat natürlich auch kein normales Gehäuse, sondern ein Designer-Case. Wie wärs z.B. mit einem Tower im Stil eines Londoner Busses? Auch für nVidia Fanboys gibt es das passende Case, schade nur, wenn man dann später doch mal zu ATI wechseln will.

v9Das Modding muss aber nicht bei Äußerlichem halt machen, auch so profane Dinge wie ein Prozessorkühler können zum Fashion-Item werden, z.B. gibts bei Coolermaster ein schickes Exemplar im V8-Motor Look.

Und auch Gehäuselüfter müssen nicht langweilig sein - die Firma EKL hat unter dem Label Alpenföhn eine ganze Serie von Tuningprodukten für den alpinen Computerfreund auf Lager, zum Beispiel den “Föhn 120″, ein für Hobby-Bergsteiger gestylter Lüfter.
foehn120Wer will, kann seinen Computer auch mit dem “Groß Clock’ner” Prozessorkühler aus derselben Baureihe bestücken, die Wärmeleitpaste “Schneekanone” benutzen oder die Lüfter-Entkoppler “Case-Spätzle” nutzen (Die Firma EKL muss dafür allerdings in die Wortspielhölle).

Noch nicht abgefahren genug? Kein Problem, wie wäre es mit einem Echtgold-verkleidetem Case der Marke “Wielander Rheingold“, bei dem vom Netzteil bis hin zu vergoldeten Corsair-Speicherbausteinen auch im Innern alles farblich perfekt aufeinander abgestimmt ist.

Und was macht man, wenn man als Hersteller so gar keine Innovationen zu bieten hat? Auch nicht weiter schlimm, einfach ein paar halbnackte Frauen auf dem Stand mit Firmenlogos besprühen, und schon hat man das Fachpublikum auf seiner Seite.


Frets on Fire

abgelegt unter: Spiele von Enk am 13.04.2007

Frets on Fire logo
Nach langer Zeit gibt es wieder ein Update für Frets on Fire, den Guitar Hero Clone für den PC. Endlich kann man nun Songs in Ordnern organisieren, was auch dringend nötig war wenn man alle Guitar Hero 1+2 Songs importiert hatte und die Songliste unübersichtlich wurde. Die grafischen Verbesserungen sind nicht so spannend, was rings um die Noten blinkt und leuchtet hat mich schon beim Original Guitar-Hero nicht interessiert, wo ein (sinnfreies) Spielziel war, neue Bühnenhintergründe freizuspielen.

Wer nach den Original Guitar Hero Songs von ACDC, Motörhead oder Deep Purple erstmal genug hat, kann mit Frets on Fire übrigens auch mal was anderes spielen - Vivaldis Vier Jahreszeiten sind mit E-Gitarre auch nicht schlecht (naja, der Winter zumindest).

Frets On Fire gibt es als Freeware für den PC


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