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Steck Bratwurst in my Sauerkraut

abgelegt unter: Musik von Enk am 23.09.2009

“Mercedes-Benz und Autobahn, alleine in das Ausland fahren
Reise, Reise, Fahrvergnügen, ich will nur Spaß, mich nicht verlieben”

Man mag von der neuen Rammstein Single “Pussy” ja halten was man will, aber clever sind die Jungs auf jeden Fall. Und damit meine ich weniger die Provokation mit Hardcore-Porneaux und Deutschlandfahnen im Video, sondern den für den internationalen Markt perfekten Text. Selten sind wohl mehr Germanismen und international bekannte deutsche Floskeln in einen Songtext gepackt worden wie in der neuen Single der deutschen Vorzeigerocker. Bratwurst, Schnapps und Fahrvergnügen, Fräulein, Lust und Autobahn, und natürlich die schöne Zeile “Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr”, das dürfte im wesentlichen alle Deutschvokabeln umfassen, die der gemeine Amerikaner oder Brite versteht.

Musikalisch ist der Song zwar keine Offenbarung, aber für Dancefloor und Charts perfekt arrangiert, mit schönem Mitgröhl-Refrain und eingängigen Gitarren-Riffs. Kein Wunder dass der Mix aus Provokation, Deutschland-Klischees und gefälligem Brachial-Rock nicht nur in Deutschland auf Platz 1 der iTunes Charts gegangen ist, sondern auch bei Amazon in Großbritannien unter den Top 3 der meistverkauften Singles ist.

Rammstein - Pussy, Veröffentlichungsdatum: 18.9.2009


Im Konzert: Apoptygma Berzerk (II)

abgelegt unter: Musik von Enk am 09.09.2009

Der Vorteil bei elektrolastigen Bands ist, dass man als Bandleader mal eben die gesamten Musiker rausschmeissen kann, ohne dass das dem Livesound deutlich schadet, weil eh fast alles vom Sequencer kommt. So hat Apoptygma-Kopf Stephan Groth für die US-Tour kurzerhand den Rest der Truppe ausgetauscht, mit dem er seit Jahren auf Tour war. An den Keyboards steht jetzt sein Bruder Jonas, und als Gitarrist werkelt Brandon Smith, der bei der Rocket Science Tour Anfang 2009 noch als Sänger der Vorband “The Anix” dabei war. Letzterer machte seine Sache auch ganz gut aber zeigte, dass das Auswechseln von Bandmitgliedern doch nicht so ganz spurenlos bleibt. Hatte Ex-Gitarrist “Angel” auch aus ruhigen Elektroballaden wie Lost in Translation live eine rockige Gitarrennummer gemacht, spulte Ersatzgitarrist Smith das Programm eher unauffällig und wie von der CD gewohnt ab. Auch wirkte das neue Quartett noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt, die eine oder andere live gespielte Synthie-Spur hatte Ex-Keyboarder Geir deutlich besser im Griff als Neubesetzung Jonas.

Gut aufgelegt wie immer war Stephan Groth. Das Blender Theatre war vielleicht zu zwei Dritteln gefüllt, was Groth aber nicht davon abhielt, wie immer eine rasante Show zu liefern. Er animierte das alters- und stilmäßig sehr gemischte Publikum gut zum Mitmachen, und überbrückte eine technische Panne spontan mit dem nur vom Piano begleiteten New-Order-Cover Bizarre Love Triangle.

Die US-Tour war im Gegensatz zu den europäischen Konzerten nicht als “Rocket Science” Tour für das neue Album gelabelt, sondern eher als Greatest Hits Tournee angekündigt, und so war auf der Setlist auch so ziemlich alles vertreten, was Apop in den letzten Jahren bekannt gemacht hat, vom trancigen Kathy’s Song über Kirmestechno-Nummern wie Until the End of the World bis zum Club-Hit Nonstop Violence. Das das auf Kosten des eher durchschnittlichen aktuellen Rocket Science Materials ging, war durchaus zu verschmerzen.

Von den Vorbands war The Surrender noch ganz gefällig mit eingängigem Elektrosound, die zweite Band Into The Presence war dann schon eher recht anstrengender langatmiger Artrock, der so gar nicht zum Hauptact des Abends passte und eher einschläferte.

Wer Apop im Frühjahr in Deutschland verpasst hat und nicht gerade zufällig in den USA unterwegs ist: Für November sind ein paar Zusatzkonzerte in Deutschland angekündigt, unter anderem bei der eher bizarren Veranstaltung “Plage Noir” an der Ostsee, die auf deutsch wohl passend mit “Gruftis am Strand” bezeichnet werden könnte.

Apoptygma Berzerk, Blender Theater at Gramercy, New York, 3.9.2009


Mashup Charts

abgelegt unter: Musik von Enk am 01.09.2009

Mashups sind ja nicht gerade eine neue Geschichte, aber die Idee, aus zwei (oder mehr) Songs etwas ganz neues zu mischen, hält sich erstaunlich gut. Unter mashup-charts.com kann man sich über die aktuellen Trends informieren und dank eines Bewertungssytems aus dem Meer von Schrott die wenigen Perlen herausfischen, die es in diesem Genre immer wieder gibt.

Z.B. Duran Duran v.s. Chic, oder für die Freunde zeitgenössischer Musik: Rihanna vs. Britney Spears - Unfaithful You, oder The Police vs. Snow Patrol - Every Car You Chase, oder Britney Spears vs. Linkin Park - Faint Toxic, oder Linkin Park vs. Nelly Furtado - What I’ve Done (Just Say it Right).


Ashbury Heights - Morning Star in a Black Car

abgelegt unter: Musik von Enk am 11.08.2009

Die Entdeckung auf dem diesjährigen M’era Luna Festival: Ashbury Heights. Ein Synthie-Pop Duo aus Schweden in bester New Wave Tradition von Human League oder New Order. Hört sich nach Retro an, klingt aber erstaunlich frisch, schließlich ist man auch keine “80’s nostalgia group”, sondern will zeigen, wie sich der Synthie-Pop der 80er anhört, wenn man ihn mit heutigen Mitteln weiterentwickelt. Und das gelingt erstaunlich gut.

Die eingängigen Pop-Nummern werden bestimmt vom perfekt harmonierenden Duett-Gesang des Band-Gründers Anders H und Sängerin (und Teilzeit-Model) Kari Berg. Und selten hat man in den letzten Jahren eine Band so beherzt und ungeniert den in den 80ern schwer angesagten Orch Hit Sample verwenden hören.

Das Video ist von der aktuellen EP Morningstar in a Black Car. Weiterer Anspieltipp: Die By Numbers.

Ashbury Heights - Morning Star in a Black Car. Veröffentlichungsdatum: 18.7.2008


Aus gegebenem Anlass…

abgelegt unter: Musik von Enk am 26.06.2009



Falco vs. Jennifer Lopez - Jeanny from the Block

abgelegt unter: Musik von Enk am 23.04.2009

Ich mochte ja schon immer gut gemachte Mash-ups, spätestens seit Britney vs. Eminem. Leider gibt es da auch ne ganze Menge Schrott aus diesem Bereich. Aber Falco vs. Jeanny Jenny from the Block ist mal wieder ganz großes Kino.

Mehr Falco Mash-ups gibts hier, sogar in 320kbps mp3.


Preußisch Blut, Bayrisch Herz

abgelegt unter: Musik von Enk am 29.03.2009
perrecy

Wer schon immer mal wissen wollte, über was die Smiths und Morrissey eigentlich die ganze Zeit gesungen haben, kann sich davon jetzt ein Bild machen: Der Ingolstädter Perrecy hat sich die Aufgabe gemacht, die größten Hits von Morrissey & Co. auf der Ukulele nachzuspielen und mit deutschen Texten zu versehen. Und dabei geht es durchaus lyrisch zur Sache: Sang Morrissey in “There’s a light that never goes out” noch “And if a double-decker bus, Crashes into us”, heißt es bei Perrecy passend “Und wenn ein zweigeschoß’ger Bus, fährt uns zwei zu Muß”.

Großes Kino, stimmlich und musikalisch auf erstaunlich hohem Niveau. Leider noch nicht käuflich zu erwerben, dafür aber bei MySpace zum nachhören. Oder auch hier.


(danke für den Hinweis, SpielerEins)


Im Konzert: Apoptygma Berzerk

abgelegt unter: Musik von Enk am 19.02.2009

Apoptygma Berzerk haben es mehr noch als ihre skandinavischen future pop Kollegen von Covenant geschafft, nach Jahren der Szene-Bekanntheit in letzter Zeit auch in den regulären Charts erfolgreich zu sein. Das letzte Album You and Me against the World hatte mit In this Together oder dem House of Love Cover Shine On ein paar veritable Hits, was nicht zuletzt daran lag, dass man sich soundmäßig ein wenig mehr dem radiokompatiblen Mainstream angepasst hat. Das neue Album Rocket Science ist der wenig überraschende Versuch, da weiterzumachen wo man aufgehört hat, was allerdings zu einem etwas unspektakulären und risikolosen Songpaket geführt hat. Auf der dazugehörigen Tour steht aber zum Glück nicht ausschließlich das aktuelle Material im Mittelpunkt, die Norweger verlassen sich vor allem auf ihre Hits der letzten zwanzig Jahre.

Live sind Stephan Groth und Kollegen immer sehenswert, ob auf einem verregneten Uni-Open Air vor 100 Studenten, oder vor 20.000 Szenefans auf dem Mera Luna Festival. Groth ist eine Rampensau, die unabhängig von Saalgröße oder Zuschauerzahl Gas gibt, und das Publikum zieht in der Regel bereitwillig mit. Das Mainzer KUZ war gut gefüllt, wenn auch nicht so voll wie ein paar Wochen vorher bei Heppner. Der Altersschnitt lag locker bei über Dreissig, was bei den Charterfolgen des letzten Apoptygma-Albums durchaus überraschend war. Das Publikum war gut aufgelegt und ging bezeichnenderweise vor allen bei den Kirmestechno-Knallern Eclipse, Until the End of the World oder dem O Fortuna Cover Love never Dies gut mit. Da hätte bei Groths Mitmach-Aufforderungen oft nur noch ein “Hyper Hyper” gefehlt. Netterweise sagt er bei vielen Stücken gleich die Stilrichtung an (”you want some old school?” “how about some future pop?”), damit sich die Zuschauer drauf einstellen können…

Der Livesound ist deutlich härter und treibender als die Studioversionen, auch ein ruhiges Stück wie Lost in Translation vom letzten Album wird live durch verstärkten E-Gitarren-Einsatz zur Dancefloor-Nummer. Leider neigen Apoptygma dazu, die Regler immer bis zum Anschlag hochzuziehen, was nicht nur arg auf die Ohren geht, sondern den Sound übersteuert und breiig werden läßt. Als einziges ruhiges Stück fiel aus der Setlist ein hörenswertes Cover von New Orders Bizarre Love Triangle heraus, bei dem Groth nur vom Piano begleitet bewies, dass seine Livestimme über jeden Zweifel erhaben ist. Dafür sah er zu fortschreitender Stunde mit verschmiertem Augen-Makeup, strähnigem Haar und entrücktem Blick ein wenig aus wie Heath Ledgers Joker aus The Dark Knight.

Ganz gut in den Abend passte übrigens die Vorband “The Anix” aus Kalifornien, die mit gitarrenlastigem Alternative Rock einen guten Kontrast zum Apoptygma Sound boten, ohne das Publikum damit zu verschrecken.

Apoptygma Berzerk - Rocket Science Tour, KUZ Mainz, 17.02.2009


Im Konzert: Peter Heppner

abgelegt unter: Musik von Enk am 21.01.2009

Konzerte von Wolfsheim zeichnen sich nicht gerade durch - sagen wir - mitreissende Bühnenshows aus. Der Technikbeauftragte Markus Reinhardt steht hinter seinem Equipment, und Sänger Peter Heppner hat einen Notenständer vor sich aufgebaut, an dem er das ganze Konzert über nahezu regungslos stehenbleibt und seine Songs runterspult. Das ließ nicht gerade auf actionreiche Performance hoffen, wenn Heppner jetzt nur noch ganz alleine auf der Bühne steht um sein Soloalbum vorzustellen. Aber so allein war er dann doch nicht, Heppner reist mit großem Orchester. Neben zwei Keyboardern (oder heißen die jetzt Macbook-Spieler?) waren noch Gitarrist und Schlagzeuger mit dabei. Auch mit dabei war der obligatorische Notenständer. Nach jedem Song wird schön die Seite umgeblättert, Heppner guckt etwas erstaunt, denkt wohl “ach, den Song soll ich jetzt singen”, und tatsächlich, zwischendurch verhaspelt er sich sogar ein paar mal oder verpasst den Einsatz, wie gut, dass er die Texte zur Sicherheit vor sich stehen hat.

Für die Solo-Tour hatte sich der Veranstalter wohl ursprünglich ein größeres Interesse erhofft, aus den größeren Hallen wie dem Hamburger Docks oder der Mainzer Phoenixhalle ist man kurzerhand in kleinere Clubs gewechselt und einige Termine sind ganz abgesagt worden. Das mag auch am durchaus ambitionierten Ticketpreis gelegen haben - knapp 40 Euro sind in dieser Liga schon gut geboten. Dafür war das deutlich kleinere Mainzer KUZ nahezu ausverkauft.

Man merkte der Band an, dass der Auftritt in Mainz der Tourauftakt war - das Ensemble war noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt, da wurden mal Einsätze verpasst, die Gitarre kam zu laut, oder ein Keyboard-Part verzögert. Die Akkustik im Saal war ausgezeichnet, leider aber wohl nicht für Heppner selbst, der ständig an seinen Monitorstöpseln rumfummelte und immer mal wieder tonmäßig daneben lag, was für den ansonsten ausgezeichneten Livesänger sichtlich irritierend war. Aber Heppner und Co. gingen sehr charmant über die technischen Probleme hinweg, und das Publikum schien es auch mehr zu amüsieren als zu verärgern. Ganz gut passten sich Schlagzeug und Gitarre in die weitgehend elektronischen Arrangements ein, zwar kamen neunzig Prozent der Musik vom Sequencer, aber die live gespielten Percussions und Gitarrenparts waren klar heraushörbar und eine stimmige Ergänzung zum übrigen Sound - leider keine Selbstverständlichkeit bei vorwiegend elektronischen Acts.

Da die zehn Lieder der (sehr gelungenen) ersten Solo-Platte kein abendfüllendes Programm sind, nahm Heppner kurzerhand alle großen Wolfsheim-Hits auf die Liste, von The Sparrows and the Nightingales über Kein Zurück bis zu Once in a Lifetime . Und auch Hits aus der Zusammenarbeit mit Witt, Schiller und Paul van Dyk fehlten nicht. Was im Fall von Witt dazu führte, dass der schmächtige Gitarrist die Zweitstimme übernahm und witt-artig “Wann kommt die Flut” ins Mikro raunte - ein wenig unfreiwillige Komik eingeschlossen.

Heppner ist kein großer Unterhalter und strotzt nicht gerade vor Charisma, sondern kommt eher schüchtern und freundlich rüber. Artig bedankt er sich nach jedem Applaus mit einer kleinen Verbeugung, das ganze hat eher was von einem klassischen Konzert als von einer Rock-Veranstaltung. Das mag auch am Publikum liegen, der Altersschnitt lag bei erstaunlichen Mitte Dreissig, man klatscht höflich, aber zurückhaltend und wippt ansonsten leicht im Takt mit. Das heißt nicht, dass Heppner nicht begeisterte: Nach der offiziellen Setlist reichte der Applaus nochmal für drei Zugaben, und beim Abschluß The Sparrows and the Nightingales riss Heppner gar die Arme vom Notenständer und fordert zum Mitklatschen auf. Ein kleiner Dave Gahan steckt also auch in Peter Heppner…

Peter Heppner - Solo Tour, KUZ Mainz, 16.01.2008


Dido - Safe Trip Home

abgelegt unter: Musik von Enk am 09.12.2008

Dido hat es geschafft, eigentlich eher belanglose easy listening Popmusik zu machen, und trotzdem als Künstlerin ernster genommen zu werden als andere Vertreter dieses Genres wie etwa die Corrs. Das ist natürlich einfacher, wenn der eigenen Bruder hinter der Trance-Formation Faithless steckt und Eminem mal eben ein paar Dido-Vocals für einen eigenen Hit samplet. Didos Stimmchen ist nicht gerade überragend, aber hat zumindest eine ganz eigene Färbung, Dido-Songs erkennt man sofort.

Das neue Album Safe Trip Home ist genau das, ein safe trip, der eine fluffige Mischung des bekannten Dido-Sounds abliefert. Und das ist gar nicht mal so schlecht - warum sich ständig neu erfinden, wenn man ein stimmiges Paket abliefern kann. Erstaunlich nur, dass Dido sich dafür fünf Jahre Zeit genommen hat. Alles sehr hörbar, wie immer ein wenig melancholisch, die perfekte Hintergrundmusik für Cafés und Bars. Die Arrangements wechseln von orchestral bis hin zu simpler Akkustikgitarre, aber immer bestimmt von Didos eindringlicher Stimme.

Anspieltipps:
It Comes and it Goes: komplex arrangiert mit Streichern, Bläsern, Percussions, Piano - und trotzdem wird diese melancholische Midtempo-Nummer eindeutig dominiert von Didos zerbrechlicher Stimme
Grafton Street: Von Brian Eno produzierte Ballade mit irisch-folkiger Instrumentierung, die Dido ihrem verstorbenden Vater gewidmet hat.


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