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Piraten!

abgelegt unter: Internet von Enk am 19.06.2009

Sie haben es geschafft. Nach knapp 15 Jahren trage ich mich ernsthaft wieder mit dem Gedanken, einer Partei beizutreten. Mit Vorratsdatenspeicherung (”Stasi 2.0“) usw. hab ich mich ja noch resignierend abgefunden, aber mit dem jetzt beschlossenen Internet-Zensurgesetz ist eindeutig eine Grenze überschritten worden. Rene, Thomas, Anke oder Frank haben schon sehr gut auf den Punkt gebracht, welche Ignoranz und Missachtung demokratischer Grundsätze CDU und SPD mit diesem Gesetz bewiesen haben, deshalb will ich hier auf die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit des Gesetzes gar nicht näher eingehen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Aufregung in der Internet-Community, die derzeit ein wenig überkocht, bis zur Bundestagswahl anhält, und 500.000 Multiplikatoren, die man nun gegen sich aufgebracht hat, ausreichen, um einen Achtungserfolg bei der Wahl zu erzielen. Im Moment kann ich mir das sehr gut vorstellen.

Unterstuetzer


Wozu Twitter wirklich gut ist

abgelegt unter: Internet von Enk am 15.06.2009

Wenn man den Auftritt der Simple Minds bei Wetten dass sehen will, ohne dafür drei Stunden Gelaber von Thomas Gottschalk in Kauf zu nehmen, ist das gar nicht so einfach. Den genauen Programmablauf findet man leider weder in der TV-Zeitschrift noch auf der ZDF-Internetseite. Da heißt es also entweder den ganzen Abend hin- und herzappen. Oder einfach auf search.twitter.com nach “Simple Minds” suchen, und pünklich zum Beginn des Auftritts von den entsprechenden Tweets erinnert werden.

twitterminds

Man braucht noch nicht mal alle 10 Sekunden auf Refresh zu klicken, Twitter teilt automatisch auf der Seite mit, wenn es neue Tweets zur aktuellen Suche gibt.

In diesem Fall zwar nur eine Spielerei, es zeigt aber, was das qualitativ wirklich neue an Twitter ist - Informationen über Gott & die Welt kommen jetzt nicht mehr täglich oder mit stündlicher Aktualisierung, sondern nahezu in Echtzeit (ganz im Gegensatz übrigens zu Jim Kerr, der beim Vollplayback zu “Don’t you forget about me” mit seinen Lippen ein wenig dem Sound hinterherhinkte).


Hier ist der Kunde Prinz

abgelegt unter: Internet von Enk am 25.03.2009
walbusch

Beim Online-Modeversender Walbusch weiss man den Kunden noch richtig zu schätzen. Damit bei der Anrede nichts schief läuft, kann man im Kontaktformular den korrekten Titel eingeben. Doch wo andernorts ein schnödes “Dr.” oder “Prof. Dr.” angeboten wird, denkt man hier auch an die adligen Mitbürger: von Freiherr über Baron und Herzog bis zu Prinz steht alles zur Auswahl. Und auch an die religiösen Mitbürger ist gedacht, ob Pater, Abt oder Domherr, für alle erdenklichen Würdenträger gibt es die passende Anrede.

Nur Papst oder König kann man bei Walbusch als Kunde leider nicht sein.


Der neue Lidl Online-Shop - stilecht mit Überwachungskameras

abgelegt unter: Internet von Enk am 11.02.2009
lidllogo

Ist es eigentlich politisch korrekt, im neuen Online-Shop von Lidl einzukaufen? Schließlich werden online keine Kassierinnen gegängelt und ausspioniert. Aber die Produkte kommen natürlich aus denselben Quellen. Und wer weiß, vielleicht werden die Webdesigner bei der Arbeit kameraüberwacht? Das nötige Equipment liefert Lidl gleich mit, unter “Büro und Technik” gibts eine Webcam mit “automatischen Face-Tracking” für 39,99 EUR.

Optisch ist der Shop ganz ansprechend gestaltet, die Anleihen beim Posten-Konkurrenten Tchibo.de sind zwar recht deutlich, aber besser gut kopiert als schlecht selbstentwickelt. Die Versandkosten sind mit 3,95 EUR moderat, und zahlen kann man komfortabel per Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung oder per Vorauskasse. Zu kaufen gibt es natürlich (bis auf Wein) keine Lebensmittel, sondern die Aktionsware der zurückliegenden Wochen, sowie ein “attraktives Zusatzsortiment”. Dazu gehören neben dem üblichen Technik- und Küchenkram auch erstaunliche Dinge wie die “Karibu System-Sauna” für 1.279 EUR oder eine Schneefräse “Rally” für 999 EUR.


Einkaufsclubs: Was man bei Vente Privée, brands4friends & Co beachten sollte

abgelegt unter: Internet von Enk am 08.01.2009

Vor einiger Zeit hatte ich über das Phänomen der Shoppingclubs im Internet geschrieben, die Aktionsware auf Einladung verkaufen. Mit Vente Privée, Brands4Friends, BuyVIP oder Private Outlet konnte man die vergangenen Monate schon einige Erfahrungen machen - mittlerweile hat sich die Liste der Anbieter aber nochmal deutlich verlängert, z.B. um Pauldirekt, der sich auf Elektronik spezialisiert hat. Dauerhaft wird nicht jeder dieser Einkaufsclubs genug Kunden finden können, vor allem weil das Verkaufsmodell für den Kunden eine Menge Nachteile hat, die nicht in jedem Fall über den scheinbaren Rabatt ausgeglichen werden. Einige der häufigsten Fallstricke der Shoppingclubs:

Listenpreise: Die angeblich 50% und mehr Ersparnis in den Einkaufsclubs sollte man nicht ohne weiteres glauben. Während bei Vente Privée die Rabatte tatsächlich ordenlich sind, gibt es z.B. bei BuyVip immer wieder Aktionen, bei denen die Aktionspreise höher sind als die “normaler” Internetversender. Die angegebene Ersparnis gegenüber dem Listenpreis sollte man eh nicht überbewerten - wer einmal einen Mediamarkt oder Saturn von innen gesehen hat, weiss, dass Listenpreise selbst im stationären Handel nur als “Streichposition” eine Relevanz haben. So gabs bei Pauldirekt vor kurzem einen - durchaus günstigen - LCD-Bildschirm von Belinea für rund 230 Euro, angeblich über 100 Euro günstiger als üblich. Da die Firma Belinea bzw. Maxdata allerdings vor kurzem Insolvenz angemeldet hatte und damit die Garantieabwicklung für die Monitore unsicher ist, gibts den Monitor auch bei “normalen” Internet-Händlern sehr günstig, die Ersparnis bei Pauldirekt betrug daher eher 10 als 100 Euro.

Auswahl: Das Aktionsprinzip “was weg ist ist weg” bedingt, dass man oft nicht genau das Produkt bekommt, was man will, sondern das nehmen muss, was (noch) da ist. Das mag bei einem Ed Hardy T-Shirt, das mal wild und mal wirr gemustert ist, noch relativ egal sein, bei anderen Produkten ist das nicht unbedingt so. Sicher wird man nicht gezwungen, etwas zu kaufen was man nicht will, aber die Verknappungstaktik sorgt in vielen Fällen dafür, dass sich Kunden Dinge kaufen, die sie eigentlich gar nicht wollen, weil das Wunschprodukt schon ausverkauft ist, man aber trotzdem unbedingt noch “mitsparen” will. Man sollte sich dieser “Gefahr” zumindest bewußt sein, bevor man im Aktionsrausch bestellt, weil alles so billig ist.

Lieferzeit: Da die Clubs i.d.R. Ware nicht ab Lager verkaufen, sondern die Produkte erst nach der Aktion vom Hersteller bekommen, wartet man als Kunde gerne mal vier Wochen auf die Lieferung. Fairerweise muss man sagen, dass die meisten Clubs darauf zumindest mehr oder weniger deutlich vor der Bestellung hinweisen.

Rückgabe: Auch Shoppingclubs unterliegen den normalen Gesetzen und Regelungen für den Verkauf über das Internet. Dazu gehört eine kundenfreundliche Rückgaberegelung. Der eine oder andere Anbieter versucht aber, die Hürde für eine Rücksendung so hoch wie möglich zu legen - sei es durch sehr versteckte Rückgabe- und Kontaktinformationen oder - wie privateoutlet - durch den Zwang, die Waren (auf eigene Kosten) ins teure Ausland zurückschicken zu müssen. Bei Versandkosten von 17 EUR für ein Paket nach Frankreich überlegt sich mancher Käufer sicher zweimal, ob er die 40 Euro teure Jeans wirklich zurückschickt oder nicht doch lieber behält, auch wenn sie nicht ganz passt.

Garantie: Wer auf eine kulante Garantieabwicklung à la Amazon hofft, wird schnell enttäuscht werden. Die Clubs verweisen bei Garantiefällen gerne direkt auf den Hersteller, was zwar nicht ganz zulässig ist (der Kunde hat schließlich einen Vertrag mit dem Händler bzw. Club geschlossen, und dieser ist auch für die gesetzliche Gewährleistung zuständig), aber den Clubs eine Menge Arbeit erspart. Je nach Hersteller muss das nicht unbedingt ein Nachteil sein, Markenhersteller haben oft einen guten und kulanten Werksservice. Dennoch sieht Kundenfreundlichkeit anders aus.

Die Angebote der Shopping-Clubs sollten schon erheblich billiger sein als bei seriösen Online-Händlern wie Amazon & Co, damit sich der Streß mit Lieferung, Rückgabe und Garantieabwicklung, den man sich bei einigen der Clubs antut, halbwegs lohnt. Bevor man sich zum Spontankauf hinreissen läßt, also zumindest mal bei einer Preisvergleichsseite nach dem tatsächlichen Marktpreis der Produkte schauen. Tatsächlich gibt es aber immer wieder Aktionen, bei denen die Rabatte tatsächlich so groß sind, dass man bei Nichtgefallen die Ware zur Not auch selber ohne großen Verlust bei Ebay wieder verkaufen könnte. In diesen Fällen kann man über die Nachteile bei Lieferzeit oder Rücksendemodalitäten auch hinwegsehen.

Achja, weil vermutlich wieder ne Menge Fragen dazu kommen : Wer eine Einladung zu Vente Privée, brands4friends, BuyVIP, Pauldirekt oder PrivateOutlet benötigt - einfach eine Mail an mentalsavage[at]gmail.com schicken.


Gangsta Schokoriegel

abgelegt unter: Internet von Enk am 22.11.2008
maxi king

“Alle Ladys flippen aus,
denn der King ist im Haus”

Ging dank einer Trigami-Kampagne wohl schon vor einiger Zeit durch die Blogs, aber ich habs jetzt erst entdeckt: den Kinder Maxi King Deluxe Remixer. Es ist ja sowieso schon eine bizarre Idee, einen Kinder Schokoriegel “Maxi King” zu nennen, mit Gangsta-Hiphop zu bewerben, und dabei kein Klischee, vom Goldkettchen über die leichtbekleideten Girls bis hin zu dicken Ami-Schlitten auszulassen. Wem die Milchschnitte zu soft ist, kann mit Maxi King den ganz toughen Schoko-Style auschecken. Aber damit nicht genug, jetzt kann man den Maxiking-Song aus der Fernsehwerbung auch in Magix Music Maker Manier selber remixen, inklusive eigenem Videoschnitt. Großartig. All Right! So Nice!

Selbstverständlich gibt es jetzt auch einen coolen
Mental Savage Club Mix
des Maxi King Songs. Oder für die Freunde ehrlicher Gitarrenmusik den
Mental Savage Garage Rock Mix
Also alle mal voten, damit ich das einzigartige Maxi King T-Shirt gewinne und damit der Checker bei meinen Homies bin.


Georgien und die Grenzen des Internet

abgelegt unter: Internet von Enk am 08.08.2008

Wer sich aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage mal informieren will, wo dieses “Südossetien” eigentlich liegt, um das gerade ein veritabler Krieg entbrennt, kommt mit Google Maps nicht wirklich weiter. Ganz Georgien ist für Google ein sprichwörtlicher weißer Fleck auf der Weltkarte. Wenn man weiß, dass die Hauptstadt Südossetiens nach englischer Schreibweise “Tskhinvali” heißt, findet Google zwar einen Punkt in mitten des Nichts, ansonsten gibt die Suche nach “Südossetien” oder “south ossetia” aber nur user generated content wieder, also keine offiziellen Kartendaten.

gmaps

Deutlich besser ist erstaunlicherweise Microsofts Live Search Maps, das nicht nur Zchinwali zielsicher findet, sondern Georgien insgesamt auch deutlich belebter erscheinen läßt

microsoft_live

update
Mittlerweile hat Google zu dem Thema Stellung genommen: Die fehlenden Kartendaten für Georgien seien keine aktuelle Antwort auf die Krise, sondern es habe noch nie Kartenmaterial für diese Region bei Google Maps gegeben, weil es schlicht keine Datenquelle mit ausreichender Qualität gegeben habe. Man will jetzt aber für Länder wie Georgien, Armenien oder Aserbaidschan Basisdaten nachliefern.


Cuil - auf gutem Weg

abgelegt unter: Internet von Enk am 29.07.2008

Auch wenn René sich beschwert, ich finde, der Google-Killer Cuil ist auf dem richtigen Weg: Der Suchbegriff “Mental Savage” liefert zumindest schon einmal wunschgemäß die allseits begehrte Seite - was will man mehr…

cuil


Things younger than John McCain

abgelegt unter: Internet von Enk am 30.05.2008

John McCainDas ist doch mal eine innovative Blogidee: Thingsyoungerthanmccain.com macht genau das: Dinge auflisten, die älter sind als der 1936 geborene US-Präsidentschaftskandidat John McCain.

… z.B. das Nylon, der Bundesstaat Alaska, McDonalds, Israel, die Hindenburg-Katastrophe, der Kugelschreiber, oder das Penicillin.

Vermutlich kann man für sowas in den USA sogar wegen age discrimination verklagt werden. Aber dem anonymen Autoren auch egal (”so sue me”).

John McCain wäre bei Amtsantritt im nächsten Jahr 72, und damit ein Vierteljahrhundert älter als sein wahrscheinlicher Konkurrent Barack Obama. Andererseits, Adenauer war bereits 73, als er zum Kanzler gewählt wurde. Und der derzeitige Präsident Italiens wird nächsten Monat 83.

via vowe


Zyb - Adressen synchronisieren mit dem Handy - bald nur noch für Vodafone?

abgelegt unter: Internet von Enk am 16.05.2008

Zyb war bislang ein prima Dienst, um seine Adressen und Telefonnummern zentral zu speichern und dann mit allen möglichen Clients, vor allem aber mit SyncML-fähigen Handys, zu synchronisieren. Der Vorteil: man kommt von überall, wo es Internet gibt, an seine Adressdaten, und kann auch gleichzeitig alle mobilen Geräte mit den aktuellen Telefonnummern füttern. Der Service hat alles, was man von einem vernünftigen Web 2.0-Dienst erwartet: Einfach zu bedienen, keine Softwareinstallation erforderlich, problemlose Funktion, alle Basisdienste kostenlos. Und weil das alles so prima und nützlich ist, hat man mit Eplus und Simyo sogar einige Mobilfunkprovider als Partner gewonnen, die Zyb für ihre Kunden direkt integrieren - was nicht wirklich erforderlich ist, man kann Zyb auch mit jedem anderen Netzanbieter nutzen, nur das Handy muss SyncML-fähig sein.

Leider hat man es nicht bei dem keep-it-simple Ansatz belassen. Neben Adressen können jetzt auch Kalenderdaten, Texte und Bilder vom Handy synchronisiert werden (so weit so sinnvoll), inkl. Synchronisation mit dem Google Kalender. Schließlich wollte man aber auch auf den Social Networks Zug aufspringen. So ist mittlerweile die reine Online-Adressverwaltung hinter einem “Xing meets Wer-kennt-Wen” Netzwerk versteckt, bei dem man seine Freunde und Bekannten online vernetzen kann. Das mag für einige Anwendungsfälle durchaus Sinn machen, weil die Freunde dann selber ihre Adressdaten aktuell halten können, und diese dann automatisch im eigenen Handy aktualisiert werden. Aber wer schon in Xing & Co. aktiv ist, wird nicht noch ein drittes oder viertes Netzwerk nutzen, um auch dort noch seine Kontakte online zu pflegen und den Bekanntenkreis zum Anmelden zu bewegen.

Macht eigentlich nichts, denn die neuen Funktionen sind nur optional. Wer will, kann weiter nur seine Telefonnummern über Zyb verwalten, auch wenn die Kernfunktionen mittlerweile etwas in den Hintergrund gerückt sind. Was mehr Sorgen macht, ist die Tatsache, dass Zyb gerade von Vodafone gekauft worden ist. D.h. es wird wohl nicht lange dauern, bis man Zyb nur noch kostenpflichtig, über Vodafone-Verträge oder nur bei gleichzeitigem Abschluß eines Jamba-Sparabos nutzen kann. Vodafone wird kaum Interesse haben, einen hochwertigen Dienst außerhalb der eigenen Kundschaft kostenlos anzubieten. Andererseits: Nichts ist im Web 2.0 von Dauer. Dank offener Standards ist es nicht allzu schwierig, seine Daten einfach zum nächsten Anbieter (z.B. Mobical) zu transferien, falls Zybs neuer Besitzer die Konditionen ändert.


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