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Filmkritik: Maria, ihm schmeckts nicht

abgelegt unter: Film von Enk am 09.02.2010

“Ich liebe Italien!”

Der deutsche Jan (Christian Ulmen) und die Deutsch-Italienerin Sara (Mina Tander) wollen heiraten. Saras resoluter Vater Antonio (Lino Banfi) besteht darauf, dass die Hochzeit im italienischen Heimatdorf der Familie stattfindet, und sich das Paar zur Vorbereitung zwei Wochen bei der italienischen Großfamilie einquartiert. Was folgt ist ein par-force Ritt durch sämtliche deutsch-italienischen Klischees die es so gibt. Es bekommt jeder sein Fett weg: Die vermeintlich weltoffenen Toskana-Deutschen, die die Italiener so “spontan” finden aber selber ein Ausbund von Spießigkeit sind. Die Italiener, die über die Effizienz der deutschen Maschinenmenschen spotten aber daran verzweifeln, dass in ihrem eigenen Land nichts funktioniert. Neben vordergründigen Klischees und Platitüden über deutsche Spießigkeit, italienische Schlamperei, verfeindete Dorfcliquen und kultureller Mißverständnisse greift der Film durchaus differenziert das komplexe Verhältnis zwischen Deutschen und Italienern auf. Gerade in den Rückblenden, in denen das Leben des Vaters als italienischer Gastarbeiter im Nachkriegsdeutschland pointiert nachgezeichnet wird, bekommen die Figuren etwas mehr Tiefe, auch wenn die Rückblenden selbst eher plakativ von Ausländerfeindlichkeit und Ausgrenzung handeln.

Die schauspielerische Leistung ist durchwachsen. Christian Ulmen ist wie immer sehr sympathisch, spielt hier aber wie so oft nur seine Standardrolle: die des netten leicht trotteligen Typen von nebenan mit Dreitagebart und fettigen Haaren. Also der gleiche Ulmen, den man auch aus Fernsehshows und Interviews kennt. Seine Partnerin Mina Tander ist hübsch anzusehen, bleibt aber eher blass in ihrer Rolle. Die übrigen Figuren, sowohl die italienischen Dorfbewohner als auch die deutschen Studienräte, kommen über die Bedienung von Klischeerollen (biederer Professor, herzliche italienische Mama, gegelter italienischer Schönling) nicht hinaus, auch Maren Kroymann als Ehefrau von Vater Antonio ragt hier kaum heraus. Die Rolle des Antonio gewinnt zwar mit der Zeit eine überraschende Tiefe, aber so ganz nimmt man Lino Banfi den Spagat zwischen Trotteligkeit, Bauernschläue und philosophischer Weisheit nicht ab.

Die Verfilmung des halb-autobiografischen Bestsellers von Jan Weiler, der auch selbst eine kleine Statistenrolle spielt, kann sich leider nicht so richtig entscheiden, ob sie lustige Komödie oder gesellschaftskritisches Statement sein will. Das ganze wirkt ein wenig halbgar, für eine Komödie ist die Story schlicht nicht lustig genug, für ernsthaftere Ambitionen fehlt der notwendige Tiefgang. Über weite Strecken plätschert der Film eher seicht vor sich hin und zieht sich in die Länge.

Maria, ihm schmeckts nicht, Deutchland, Italien 2009 - deutscher Kinostart: 06.08.2009
4 Punkte


2 Kommentare »

  1. Kürzlich gesehen, einiges erwartet (wegen Ulmen) und maßlos enttäuscht worden. Der Film wäre sogar als TV-Movie nur Durchschnitt, aber als Kinofilm ist er eine waschechte Gurke.

    Gravatar Image Comment von SpielerZwei — 10.02.2010 @ 19:24

  2. Laaaaaaaaaaangweilig war’s! Vier Punkte ist echt geschönt.

    Gravatar Image Comment von Zeh — 14.02.2010 @ 22:29

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