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Filmkritik: Did You Hear About the Morgans? (Haben Sie das von den Morgans gehört?)

abgelegt unter: Film von Enk am 17.01.2010

(C) Columbia Pictures

“Howdy!”

Ich mag ja Hugh Grant. Auch wenn er mit ganz wenigen Ausnahmen seit Four Weddings and a Funeral immer die gleiche Rolle spielt: die des leicht trotteligen Schönlings, der sich unbeholfen aber gut frisiert in die Herzen der Frauen stottert. In seiner neuen rom-com treibt er es damit aber eindeutig zu weit und wirkt mit seinem penetranten Stottern, Stirnrunzeln und hilflosen Gesten wie eine (schlechte) Parodie auf sich selbst.

Die Story von Did You Hear About the Morgans ist das altbewährte Fish-out-of-Water Prinzip - diesmal: zwei New Yorker Großstadt-Yuppies verschlägt es zu den Rednecks ins tiefste Wyoming. Meryl und Paul Morgan (Sarah Jessica Parker und Hugh Grant), eine erfolgreiche Immobilienmaklerin und ein Rechtsanwalt, stehen kurz vor ihrer Scheidung. Nachdem sie zufällig Zeugen eines Mordes geworden sind, werden sie im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes gemeinsam in die Provinz gebracht, wo sie ohne Handy und Internet nur mit sich, der Natur und den schrulligen Dorfbewohnern beschäftig sind, allen voran dem knorrigen Sheriff-Pärchen, bei dem sie einquartiert sind. In Ray, Wyoming wimmelt von Grizzly-Bären, Cowboy-Hüten und Country Music, und statt mit ihren glamourösen New Yorker Job versuchen sich die Morgans in Schießen, Reiten und Rodeos.

Die Chemie zwischen Parker und Grant stimmt leider überhaupt nicht, was nicht zuletzt am grottenschlechten Grant liegt. Im Vergleich dazu spielt Sarah Jessica Parker geradezu oscarreif. Noch ärgerlicher sind allerdings die Rollen der in New York verbliebenen Assistenten der beiden (Jesse Liebman, Elisabeth Moss), die peinlich überzogen gespielt und komplett unlustig sind. Deutlich symphatischer spielen da schon Sam Elliott und Mary Steenburgen als Dorfsheriff-Pärchen. Die Rednecks werden eh ganz liebevoll gezeichnet, neben einigen eher derben Klischees über die Landbevölkerung erspart sich der Film auch erwartbare Platitüden und läßt die Figuren nicht ganz so eindimensional erscheinen wie anfangs befürchtet.

Insgesamt fehlt es der Geschichte allerdings deutlich an Tempo und Esprit, viele Szenen wirken wie Füllmaterial, bei dem die echten Drehbuchschreiber gerade auf dem Klo waren und die Praktikanten rangelassen haben. Wenn man weiß worauf man sich einläßt und wenig Erwartungen hat, reicht das ganze zumindest noch für 100 Minuten anspruchslos-fluffige Unterhaltung - allerdings muss man dazu schon eine gewisse Grundsymphatie für das Genre und entsprechende Kitschtoleranz mitbringen.

Did You Hear About the Morgans? (Haben Sie das von den Morgans gehört?), USA 2009 - deutscher Kinostart: 07.01.2010
4 Punkte


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