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Im Konzert: Apoptygma Berzerk (II)

abgelegt unter: Musik von Enk am 09.09.2009

Der Vorteil bei elektrolastigen Bands ist, dass man als Bandleader mal eben die gesamten Musiker rausschmeissen kann, ohne dass das dem Livesound deutlich schadet, weil eh fast alles vom Sequencer kommt. So hat Apoptygma-Kopf Stephan Groth für die US-Tour kurzerhand den Rest der Truppe ausgetauscht, mit dem er seit Jahren auf Tour war. An den Keyboards steht jetzt sein Bruder Jonas, und als Gitarrist werkelt Brandon Smith, der bei der Rocket Science Tour Anfang 2009 noch als Sänger der Vorband “The Anix” dabei war. Letzterer machte seine Sache auch ganz gut aber zeigte, dass das Auswechseln von Bandmitgliedern doch nicht so ganz spurenlos bleibt. Hatte Ex-Gitarrist “Angel” auch aus ruhigen Elektroballaden wie Lost in Translation live eine rockige Gitarrennummer gemacht, spulte Ersatzgitarrist Smith das Programm eher unauffällig und wie von der CD gewohnt ab. Auch wirkte das neue Quartett noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt, die eine oder andere live gespielte Synthie-Spur hatte Ex-Keyboarder Geir deutlich besser im Griff als Neubesetzung Jonas.

Gut aufgelegt wie immer war Stephan Groth. Das Blender Theatre war vielleicht zu zwei Dritteln gefüllt, was Groth aber nicht davon abhielt, wie immer eine rasante Show zu liefern. Er animierte das alters- und stilmäßig sehr gemischte Publikum gut zum Mitmachen, und überbrückte eine technische Panne spontan mit dem nur vom Piano begleiteten New-Order-Cover Bizarre Love Triangle.

Die US-Tour war im Gegensatz zu den europäischen Konzerten nicht als “Rocket Science” Tour für das neue Album gelabelt, sondern eher als Greatest Hits Tournee angekündigt, und so war auf der Setlist auch so ziemlich alles vertreten, was Apop in den letzten Jahren bekannt gemacht hat, vom trancigen Kathy’s Song über Kirmestechno-Nummern wie Until the End of the World bis zum Club-Hit Nonstop Violence. Das das auf Kosten des eher durchschnittlichen aktuellen Rocket Science Materials ging, war durchaus zu verschmerzen.

Von den Vorbands war The Surrender noch ganz gefällig mit eingängigem Elektrosound, die zweite Band Into The Presence war dann schon eher recht anstrengender langatmiger Artrock, der so gar nicht zum Hauptact des Abends passte und eher einschläferte.

Wer Apop im Frühjahr in Deutschland verpasst hat und nicht gerade zufällig in den USA unterwegs ist: Für November sind ein paar Zusatzkonzerte in Deutschland angekündigt, unter anderem bei der eher bizarren Veranstaltung “Plage Noir” an der Ostsee, die auf deutsch wohl passend mit “Gruftis am Strand” bezeichnet werden könnte.

Apoptygma Berzerk, Blender Theater at Gramercy, New York, 3.9.2009


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