Filmkritik: Killshot
© Metro Goldwyn Mayer.
Und wieder ein Film über einen alternden Profikiller. Diesmal aber nicht so ruhig und harmlos wie You Kill Me oder In Bruges, sondern eher lakonisch-brutal wie Léon. Armand Degas (Mickey Rourke), genannt Blackbird, hat beim letzten Auftrag aus Versehen seinen kleinen Bruder erschossen. Widerwillig nimmt der stoische Hitman einen letzten Auftrag an. Auch dieser verläuft nicht ganz nach Plan, und so begibt sich Blackbird in einem türkisblauen Cadillac auf die Flucht.
Der Film fängt episodenhaft an, neben Blackbirds Geschichte verfolgen wird parallel den Weg des psychopatischen und leicht aufbrausenden Kleinkriminellen Richie (Joseph Gordon-Levitt), der sich plan- und erfolglos durchs Leben schlägt und seine Freundin Donna (Rosario Dawson) schikaniert. Schließlich sind da noch der erfolglose Bauarbeiter Wayne (Thomas Jane) und die Immobilienmaklerin Carmen (Diane Lane), die sich mit Job- und Eheproblemen herumschlagen und kurz vor der Scheidung stehen.
Die scheinbar voneinander losgelösten Geschichten beginnen miteinander zu verschmelzen, als Richie in einer Raststätte auf Blackbird triff und versucht, ihn auszurauben. Blackbird sieht in dem jungen Richie einen Ersatz für seinen getöteten kleinen Bruder und nimmt sich ihm an - der alte Profi versucht dem fahrigen Richie die Regeln des Killerhandwerks beizubringen. Aber das ist keine launige Buddy-Komödie, Blackbird und Richie sind eine explosive Mischung, die weniger coole One-Liner austauschen, sondern vielmehr einen Weg voller Leichen pflastern. Bei einem Überfall der beiden werden Wayne und Carmen zufällig hineingezogen, was die beiden Gangster dazu veranlasst, die beiden Augenzeugen für den Rest des Films zu jagen und ausschalten zu wollen.
Wenn man den aufgedunsenen und vernarbten Mickey Rourke in seinen jüngsten Rollen sieht, ist es kaum zu glauben, dass dieser Mann in den 80ern einmal als Sexsymbol galt. Aber spätestens seit Sin City ist er wieder groß im Geschäft. Die lakonische Art von Rourke passt hervorragend zu der Rolle des einsamen Killers. Sein murmelndes Raunen erinnert dabei frappierend an Edward James Olmos aus Battlestar Galactica. Sein Kompagnon Josh Gordon-Lewitt, der zuletzt in Stop-Loss und vor allem The Lookout überzeugt hat, erinnert wiederum streckenweise an den jungen Keanu Reeves, nur mit mehr Format (wobei viele Gordon-Lewitt ja für die Reinkarnation von Heath Ledger halten, der seine Joker-Rolle im nächsten Batman übernehmen sollte). Etwas blass ist diesmal Rosario Dawson, die von der Story allerdings auch nur mit einer facettenarmen Nebenrolle bedacht wurde.
So ganz hundertprozentig wasserdicht ist die Geschichte nicht. Warum die beiden Killer so viel Einsatz entwickeln, um eine Zeugin zu eliminieren, und dabei weitaus größere Gefahren eingehen, ist nicht ganz so nachvollziehbar. Aber wenn man die Prämisse akzeptiert, bleibt das ganze halbwegs schlüssig; die ungewöhnliche Story ist gut erzählt und lebt von den hervorragenden Schauspielern.
Killshot, USA 2008 - deutscher Kinostart: 16.07.2009








