Filmkritik: Video Kings
Und noch eine Slacker-Komödie, die in einer Videothek spielt. Nachdem der Überraschungshit Clerks dieses Sub-Genre 1994 begründet hat und auch den Grundstein gelegt hat für die Karriere von Kevin Smith, war zuletzt ein lahmer Hollywood-Aufguss in Form von Be Kind Rewind (Abgedreht) zu sehen. Kurz vorher hat sich schon das deutsche Nachwuchsduo Daniel Acht und Ali Eckert an der Thematik versucht, und hat mit Video Kings eine Komödie abgeliefert, deren Inspiration durch Kevin Smiths Erstlingswerk kaum verheimtlicht wird. Die Hauptdarsteller Flo und Horst vertrödeln als Mitarbeiter einer drittklassiken Videothek ähnlich wie Dante und Randal im großen Vorbild ihre Zeit mit sinnfreien Diskussionen rund um Frauen, Filme und Sex. Auch die Entstehung von Video Kings als unabhängige Low Budget Produktion ohne Fördermittel ist mit Clerks vergleichbar.
Fabian Busch ist brillant als intelligenter Loser Flo, der ständig pleite ist, eine schwangere Freundin hat und ein großer Filmfreak ist. Im Gegensatz dazu wirkt Wotan Wilke Möhring als prolliger Horst wie eine der üblichen Knallchargen, die deutsche Komödien als “lustige” Figuren bevölkern: Mit Jogging-Anzug, Deppen-Vokuhila-Frisur und breitem Dialekt ist die Figur des Horst zu sehr auf lustig gemacht, als dass sie tatsächlich lustig oder gar authentisch wäre.
Die Story steht hier eher im Hintergrund: Flo will seine schwangere Freundin heiraten, verliebt sich gleichzeitig in die neue Nachbarin, die nebenan der Prostitution nachzugehen scheint, die Videothek soll von einem bösen Konkurrenten übernommen werden, und Flos Chef engagiert ihn, um seine Frau zu beschatten, die eine Affäre zu haben scheint. Das alles ist aber nicht so wichtig, Kern des Films ist es schlicht, Flo durch die Untiefen seiner Existenz von einer Katastrophe zur nächsten zu begleiten.
Leider kann sich auch Video Kings nicht ganz dem Dilemma deutscher Komödien entziehen: Der eine oder andere infantile Joke, sehr klischeemäßig pseudowitzig gestaltete Figuren und Running Gags, die schon beim ersten mal unlustig sind, aber trotzdem im Minutentakt wiederholt werden (z.B. Bela B. als immer wieder auftauchender Punk), verderben ein wenig den Spaß. Deutlich mehr Spaß schienen hingegen die Gaststars Badesalz und Till Schweiger bei ihrem Auftritt gehabt zu haben, auch wenn die Pointendichte hier für den Zuschauer eher überschaubar bleibt. Die zahlreichen Filmzitate zielen ein wenig zu schlaumeierisch auf das filmnerdige Publikum ab, wenn etwa als running gag immer wieder über die Qualitäten von Memento gestritten wird.
Dennoch, das Ergebnis ist insgesamt durchaus amüsant und sympathisch, und wesentlich besser als der nervige Abgedreht. Und der ungewöhnliche Soundtrack mit deutschen Indie-Bands wie Beatsteaks oder El:ke passt gut zum Independent-Charme der Produktion.
Video Kings, Deutschland 2007 - deutscher Kinostart: 06.09.2007










Ich fand den Film ja erschreckend schlecht. Gewollt cool und indie, aber letztendlich oft nur peinlich. Und das in einer Sneak. Nee, das war für mich gar nichts.
Ich fand ihn auch eher schwach. Clerks für Arme.
Ach, ihr habt halt keinen Humor
Ich fand ihn halt im Vergleich zum unsäglichen Be Kind Rewind deutlich erträglicher.
Allein der Soundtrack ist schon mindestens die Bewertung wert! El*ke!!!!!!!!!!!!