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Filmkritik: Angels and Demons (Illuminati)

abgelegt unter: Film von Enk am 12.06.2009

“Faith is a gift that I have yet to receive.” - ein wenig naiver Glaube kann allerdings bei diesem Drehbuch nicht schaden

Es ist ein Vorteil, die Romanvorlage für Angels und Demons zu kennen, bevor man den Film anschaut. Nicht etwa, weil die Story so komplex ist, dass man sie sonst nicht verstehen würde. Sondern weil man dann weiss, auf was für eine konstruierte und hanebüchene Geschichte man sich einläßt. Für den unbedarften Kinobesucher mag die bunte Collage aus Science-Fiction, (Kirchen-)Historie und Verschwörungstheorien zu grotesk und unglaubwürdig wirken, um sich auf die rasante Schnitzeljagd durch Rom einzulassen, die der Film bildgewaltig inszeniert. Wenn man aber weiss, was da auf einen zukommt, kann man die opulenten Schauwerte des Films durchaus genießen. Dabei hat Regisseur Ron Howard die abstrusesten Szenen des Buches sogar herausgelassen, etwa wenn Protagonist Robert Langdon in MacGywer-Manier aus einem Hubschrauber springt und statt Fallschirm nur ein Stück Stoff braucht, um sicher im Tiber zu landen. Aber auch ohne diese Comic-Einlagen hat der Film um Anti-Materie, Freimaurer, geheimnisvolle Zeichen und historische Verwicklungen noch genug an fantastischen Storyzutaten beisammen:

Der Havard Professer Robert Langdon (Tom Hanks) wird vom Vatikan um Hilfe gebeten, weil eine Gruppe von Kardinälen entführt worden ist. Kurz vor der Wahl des neuen Papstes drohen die Entführer, jede Stunde einen Kardinal zu töten, und schließlich den ganzen Vatikan auszulöschen. Die Entführer nutzen Symbole und Pläne der mittelalterlichen Verschwörertruppe der Illuminaten, und Experte Langdon soll ihre Pläne rechtzeitig entschlüsseln, um sie zu vereiteln. An seiner Seite ist die unvermeidlich attraktive weibliche Hauptrolle Vittoria Vetra (Ayelet Zurer), eine Wissenschaftlerin des CERN, die auf der Suche nach einem gestohlenen Behälter mit Antimaterie ist.

Die Figuren haben - bedingt durch die triviale Romanvorlage - eine sehr überschaubare Tiefe, aber der solide Cast (u.a. Ewan McGregor und Armin Müller-Stahl) macht das beste daraus. Vor allem Tom Hanks spielt den Robert Landgon mit dem nötigen Augenzwinkern, das die streckenweise eher comichafte Dramaturgie erfordert.

Anders als im ersten Teil “Da Vinci Code”, der durch ständig wechselnde Schauplätze und hektische Szenenwechsel sehr unausgegoren wirkte, hat Howard hier das Timing deutlich besser im Griff. Die rasante Jagd durch die historischen Stätten Roms wirkt deutlich fokussierter und langweilt trotz 138 Minuten Spielzeit nicht. Trotz fehlender Drehgenehmigung im Vatikan hat man die Originalschauplätze beeindruckend real auf die Leinwand programmiert, nur der eine oder andere Schwenk über den Petersplatz wirkt ein wenig künstlich. Hans Zimmer hat dem ganzen einen gewohnt bombastischen Soundtrack auf den Leib geschneidert, was zu der auf Effekte und Schauwerte angelegten Dramaturgie gut passt.

Routinierte Blockbuster-Unterhaltung, die deutlich besser gelungen ist als der erste Teil.

Angels and Demons (Illuminati), USA 2009 - deutscher Kinostart: 13.05.2009
7 Punkte


1 Kommentar »

  1. Sehe ich ähnlich. Und ich habe mich übrigens auf die Visualisierung der grotesken Actioneinlagen gefreut - aber nix war’s.

    Gravatar Image Comment von bullion — 12.06.2009 @ 17:57

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