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Im Rausch der Tiefe - die Rückkehr der Shutterbrille

abgelegt unter: Spiele von Enk am 20.05.2009
3d

Es war der Hintern von Lara Croft. Ich würde ja gerne behaupten, dass es die physikalisch beeindruckenden Hochhausschluchten in Mirror’s Edge waren, der plastisch vorbeiziehende Straßenverlauf in Burnout Paradise, oder die räumlich differenzierten Lichteffekte in Left 4 Dead. Aber erst die Ansicht der leichtbekleideten Archäologin in Tomb Raider Underworld, wie sie in faszinierender Tiefenschärfe durchs Wasser schwimmt oder fast greifbar an Höhlenwänden klettert, hat mich überzeugt, dass ich hier nicht nur einen netten Gimmick sehe, sondern vermutlich die Zukunft des Computerspiels. Dabei ist das ganze nicht mal neu: Samsung hatte zur Vorstellung einer neuen 3D-Spieletechnik eingeladen - Grafikkarte und Monitor, die abwechselnd je ein Bild für das linke und das rechte Auge erzeugen, sowie eine Shutterbrille, die zum passenden Zeitpunkt das jeweils andere Auge abdunkelt. Versuche dieser Art, 3D-Grafik am Computer zu etablieren hat es schon früher gegeben, mit klobig-flimmernden Brillen, die nach kurzer Zeit Kopfschmerzen erzeugen. So ganz unkompliziert ist das bis heute nicht geblieben. Auch jetzt wird immer noch eine Brille benötigt, nur dass die mittlerweile sehr leicht und sogar ganz schick ist, mit Mini-Akku und USB-Anschluß. Man sieht ein wenig aus wie Stevie Wonder am Piano, wenn man damit vorm Rechner sitzt. Aber zumindest ist das ganze - einmal eingerichtet - sehr einfach und narrensicher zu bedienen, und mittlerweile absolut praxistauglich. Und auch wenn ich noch nicht hundertprozentig überzeugt bin, dass das schnelle Auf und Zu der Brillen auf Dauer gesund ist, Kopfschmerzen hatten sich auch nach ein paar Stunden Ausprobieren noch nicht eingestellt.

Das Investment ist,vorausgesetzt man hat eh eine moderne nVidia Karte, und will sich sowieso einen neuen LCD zulegen, überschaubar: der 120 Hertz-fähige Samsung Monitor kostet mit knapp 350 EUR einen guten Hunderter mehr als ein vergleichbarer nicht-3d-fähiger, was durch den Preisverfall auch nicht teurer ist als noch vor zwei Jahren ein herkömmlicher LCD gekostet hätte. Die Geforce 3d Vision Brille von nVidia schlägt nochmal mit etwa 150 EUR zu Buche. Was die Spiele angeht, ist man nicht auf speziell dafür programmierte Spiele oder angepasste Versionen angewiesen - die Technik funktioniert mit einer ganzen Reihe aktueller und älterer Software, von Ego-Shootern über Rennspiele bis zu World of Warcraft.

Spielerisch bringt das ganze (zur Zeit) noch keinen Mehrwert, sondern ist in erster Linie Eye Candy. Eher im Gegenteil, da die Berechnung von zwei stereoskopen Bildern auf die Rechenleistung geht und damit die Framerate nach unten zieht. Aber wenn sich die Technik durchsetzt, ist zu erwarten, dass Spieledesigner den neuen Gestaltungsspielraum für speziell angepasste Effekte nutzen - was da so möglich ist, konnte man an ein paar Demos mit animierten nVidia-Logos oder aus dem Monitor spuckenden Monstern erahnen.

Würd mich nicht wundern, wenn wir die Technik in einer der nächsten Konsolengenerationen zu sehen bekommen - 3d-Sicht und Wiimote Motion Control wären eine prima Ergänzung.

Weitere Meinungen zur neuen 3D-Spieletechnik gibts beim Endoflevelboss und demnächst auch bei Polyneux. Auf dem Bild vor dem Monitor zu sehen sind übrigens die Gamer Girls, die im echten Leben gar nicht so nerdig aussehen wie man meinen sollte.


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