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Filmkritik: Paul Blart: Mall Cop (Der Kaufhaus-Cop)

abgelegt unter: Film von Enk am 14.05.2009

“Erdnußbutter, der Mörtel für gebrochene Herzen”

Der übergewichtige Wachmann Paul Blart (Kevin “King of Queens” James) träumt von nichts mehr als ein echter Polizist zu werden. Tatsächlich muss er sich aber seit zehn Jahren in einem Einkaufszentrum als Sicherheitsbeamter mit ungezogenen Kindern und renitenten Rentnern rumschlagen. Er wohnt als alleinerziehender Vater mit seiner Tochter noch bei seiner Mutter, und Mutter und Tochter versuchen mit aller Gewalt, eine neue Frau für ihn zu finden.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen nimmt Paul seinen Wachmann-Job sehr ernst. Er ist der König auf dem Segway, mit dem er im Einkaufszentrum virtuos umherfährt (übrigens tatsächlich ein ultracooles Fortbewegungsmittel, wie ich eigener Erfahrung sagen kann). Was sich auszahlt, als die traute Shopping-Welt auf einmal von einer finsteren Gangster-Schar überfallen wird, die Angestellte als Geiseln nimmt, und einen ausgefeilten Plan verfolgt, um an eine Millionenbeute zu kommen. Paul nimmt es auf sich alleine gestellt mit der Gangstertruppe auf, als er sieht, dass seine heimliche Liebe Amy (Jayma Mays) als Geisel genommen worden ist. Nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Mohren-Dunkelhäutigen-Prinzip schafft er es tatsächlich, einen Gangster nach dem anderen auszuschalten, bis nur noch der Oberschurke zum großen Show-Down übrig bleibt.

Das Setting einer Terroristentruppe, die ein Einkaufszentrum in ihre Gewalt bringt, und einem unfreiwilligen Helden, der gegen die Übermacht zur Tat schreitet, ist sehr offensichtlich der Stirb Langsam Reihe entlehnt, nur hier ohne Blut und Tote als familienfreundliche Disney-Version inszeniert. Die Story spielt mit sehr klassischen Figuren: unfreiwilliger symphatischer Held, hübsches love interest, schleimig-arroganter Nebenbuhler, eiskalt-fieser Oberboss, usw. Überhaupt fühlt sich der Film an wie eine klassische 80er Jahre Action-Komödie, komplett mit Bon Jovi und Survivor auf dem Soundtrack. Dieses Retro-Feeling wird unterstrichen durch genre-typische Komödien-Jokes und -Einstellungen und viele Anspielungen auf Ikonen des Actionkinos wie Rambo, nur dass Paul hier nicht in Vietnam kämpft, sondern zwischen Plastikpalmen im Mall-eigenen Rainforest Cafe. Schön altmodisch inszeniert, sowas sieht man in dieser Professionalität und gleichzeitigen Unaufgeregtheit heute nur noch selten.

Kevin James als gutmütiger Held wider Willen kommt sehr symphatisch rüber. Ein Glück dass Produzent Adam Sandler sich nicht selbst die Hauptrolle zugeschustert hat. Die Gags könnten durchaus noch dichter gesät sein, streckenweise herrscht akute Pointenarmut, aber trotz vorhersehbarer Story aus dem Komödienbaukasten macht das ganze durchaus Spaß, ist routiniert und nett inszeniert - genießbares Unterhaltungs-Fast Food.

Paul Blart: Mall Cop (Der Kaufhaus-Cop), USA 2008 - deutscher Kinostart: 26.3.2009
6 Punkte


1 Kommentar »

  1. Sehr langweiliger Film! Schade, denn Kevin James mag ich eigentlich. Um so schlimmer, dass er auch am Drehbuch beteiligt war.

    Gravatar Image Comment von SpielerZwei — 22.05.2009 @ 18:06

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