Filmkritik: The Lake House (Das Haus am See)
Was würdest du tun, wenn du durch ein Wunder eine Verbindung in die Zukunft hättest und dich mit jemandem austauschen könntest, der zwei Jahre in der Zukunft lebt? Dir die Lottozahlen voraussagen lassen? Dir voraussagen lassen, was die nächsten zwei Jahre mit dir passiert? Dir Anlagetipps geben lassen? Die Bundesligaergebnisse der nächsten beiden Saisons? Tja, naheliegend, aber nicht das, was die Protagonisten in Das Haus am See machen. Sie tauschen lieber belanglose Flirtbotschaften aus, oder auch mal einen Architekturbildband. Das ist aber nur eine der kleineren Ungereimtheiten dieses Films.
Alex (Keanu Reeves) und Kate (Sandra Bullock) haben beide zu unterschiedlichen Zeiten in einem malerischen Haus am See gewohnt. Durch eine nicht näher begründete Laune des Schicksals können die beiden sich über den Hausbriefkasten Botschaften schicken, obwohl Kate zwei Jahre in der Zukunft lebt. Damit dieses hanebüchene Setting nicht allzu offensichtlich wird, wird alles mit zentnerschwerem Kitsch und Melodram übergossen - ein großes Vater-Sohn-Zerwürfnis, eine große unerfüllte Liebe, großer Verlust, etc. etc.
Die tragische Pointe ist dabei meilenweit vorhersehbar. Noch viel furchbarer ist allerdings, dass man es nicht wenigstens bei diesem vorhersehbaren aber halbwegs stringenten Ende belassen hat, sondern nicht darauf verzichten konnte, zum Schluß doch noch alles in ein Happy End münden zu lassen, das die davorliegende Story noch absurder erscheinen läßt.
Handwerklich ist das Ganze zumindest sauber gemacht: Schöne Bilder, und auch Keanu Reeves und Sandra Bullock machen ihre Sache im Rahmen des konstruierten und klischeegetränkten Scripts ganz gut. Aber was bringt das, wenn die zugrundeliegende Geschichte dermaßen einfältig ist.
The Lake House (Das Haus am See), USA 2006 - deutscher Kinostart: 6.7.2006









