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Filmkritik: Righteous Kill (Kurzer Prozess)

abgelegt unter: Film von Enk am 02.01.2009

“You don’t become a cop because you want to serve and protect. You join the force because they let you carry a gun and a badge.”

Die beiden New Yorker Polizisten Turk (Robert de Niro) und Rooster (Al Pacino) sind erfahrene Profis und ein eingespieltes Team. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf einen Serienmörder, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Vergewaltiger, Kinderschänder und Drogendealer zu ermorden, die aufgrund von Verfahrensfehlern oder mangelnder Beweise von der Polizei nicht aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Als Markenzeichen hinterläßt der Mörder am Tatort immer ein Gedicht, mit dem er seine Taten begründet. Alle Opfer, bei denen der Serienmörder zuschlägt, waren in Fälle verwickelt, an denen Turk und Rooster in der einen oder anderen Weise beteiligt waren. Und so fällt der Verdacht schnell auf Detective Turk. Seine Kollegen vermuten, dass er aus Frust über seinen Job das Recht selbst in die Hand genommen hat, um die Täter zu bestrafen, die er mit polizeilichen Mitteln nicht belangen konnte.

Regisseur John Avnet schneidet von Beginn an Szenen einens Videogeständnisses von Turk in die Handlung hinein, in denen Turk die Motivation für seine Morde schildert. Aber einem halbwegs erfahrenen Kinogänger ist schnell klar, dass die Sache nicht so einfach liegen kann, Und die Auflösung am Schluß ist leider nicht halb so clever, wie sich das Drehbuch das vorgestellt hat. Zwischendurch werden dann noch die üblichen Nebelkerzen geworfen, um den Kreis der Verdächtigen zu erweitern und falsche Fährten zu legen. Die Pointe ist dann aber doch genau so, wie man sie nach den ersten 10 Minuten erwartet hat.

Der Film versucht sich an der Ausleuchtung des moralischen Grenzgebietes zwischen Gerechtigkeit, Selbstjustiz und Gesetz. In diesem Feld haben schon einige Thriller gewildert, von Jody Fosters Rachdrama The Brave One bis zum Action-Spektakel Wanted. Righteous Kill geht die Sache ein wenig differenzierter an, verheddert sich dabei aber in seiner eigenen Argumentation. Warum aus dem “guten” Serienkiller am Ende ein böser wird, der vor Vergewaltigung nicht zurückschreckt, ist zwar in der moralischen Aussage (”Selbstjustiz ist böse”) sicher politisch korrekt, aber von der Charakterentwicklung her ziemlich unglaubwürdig und beliebig.

Was das ganze rettet, sind die großartigen Hauptdarsteller Pacino und De Niro. Richtig gefordert werden sie in ihrem schlichten Rollenkorsett nicht, aber es macht dennoch großen Spaß, den beiden bei ihren Spielchen zuzuschauen. Da die beiden beim jüngeren Publikum vermutlich kein Begriff mehr sind, hat man für diese Zielgruppe noch Curtis “50 Cent” Jackson in einer Nebenrolle untergebracht, dem man im direkten Vergleich mit Pacino und de Niro leider deutlich ansieht, dass die Schauspielerei nicht sein Hauptberuf ist. Rapper bleib bei deinen Reimen, möchte man da empfehlen.

Righteous Kill (Kurzer Prozess), USA 2008 - deutscher Kinostart: 1.1.2009
5 Punkte


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