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Filmkritik: Mirrors

abgelegt unter: Film von Enk am 10.11.2008
mirrors
(C) 20th Century Fox

“Objects in the mirror are closer than they appear”

Mit Mirrors hat Genre-Spezialist Alexandre Aja ein Remake des südkoreanischen Horrorfilms “Into the Mirror” abgeliefert. Eine Splatterszene gleich zu Beginn zeigt, wo die Reise hingeht: Einem panischen Mann auf der Flucht wird schließlich von seinem eigenen Spiegelbild die Kehle durchgeschnitten, schön blutig und in Großaufnahme.

Hauptfigur ist der gefühlt tausendste gebrochene New Yorker Cop mit tragischer Vergangenheit und zerbrochener Ehe. Ben Carson hat einen Kollegen getötet, was ihn zum Alkoholiker gemacht und komplett aus der Bahn geworfen hat. Vom Dienst suspendiert, nimmt er eine Stelle als Wachmann in einem alten durch ein Feuer verwüsteten Kaufhaus an, das seit Jahren leersteht. Doch etwas scheint in diesem gepenstischen Kaufhaus nicht zu stimmen, auf seinen nächtlichen Wachtouren macht Ben grusellige Entdeckungen zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Die Kulissen des abgebrannten Großkaufhauses sind ein gut ausgestattetes Setting für gruselige Szenen, auch wenn die halbverkohlten Schaufensterpuppen ein wenig zu oft dramatisch ins Bild gerückt werden. Auch das Spiel mit den Spiegelbildern, die ein Eigenleben zu entwickeln scheinen, bietet ein paar visuell beeindruckende Momente. Davon abgesehen ist Mirrors ist ein sehr konventionell inszenierter Grusel-Schocker, der wenig neues zeigt. Die Splatter-Effekte sind auf hohem Niveau, wenn man auf vor laufender Kamera herausgebrochene Kiefer oder lebendig verbrennende Körper steht, mag das sicher sehenswert sein. Nettes Ausstattungsdetail am Rande: Die Familie von Ben hat den gleichen Spiegel wie ich.

Schon erstaunlich, dass sich Kiefer Sutherland nach dem Riesenerfolg von 24 zu diesem doch eher trashigen Streifen überreden lies. Zumindest darf Sutherland den Film vollständig bestimmen, alle anderen Rollen sind nur Staffage. Das erinnert an Zimmer 1408 mit John Cusack, auch hier ein bekannter Schauspieler, der fast im Alleingang einen leicht trashigen Horrormovie bespielt. Anders als bei 1408, bei dem der Horror aus dem Nichts kam, versucht sich Mirrors an einer halbwegs plausiblen Erklärung für die mysteriösen Ereignisse. Wobei nicht ganz klar ist, ob das wirklich ein Vorteil ist, denn durch diese Erklärungsversuche werden die Löcher im Plot und in der schlichten Mechanik der gespenstischen Ereignisse eher noch deutlicher. Der Kampf gegen das Endlevelmonster schließlich ist in seiner grotesken Aneinanderreihung von Horrorklischees gar unfreiwillig komisch. Dafür nochmal einen Punkabzug. Halbwegs gerettet wird das ganze zumindest durch eine nette Schlußpointe.

Mirrors, USA 2008 - deutscher Kinostart: 30.10.2008
4 Punkte


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