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Filmkritik: Pathology

abgelegt unter: Film von Enk am 25.09.2008
pathology
(C) 2007 MGM

“Some say that Pathology is a window to God”

Eine Truppe junger gutaussehender Nachwuchsmediziner, einer davon heißt Gray, konkurrieren ehrgeizig darum, die besten zu sein. Klingt nach Grey’s Anatomy, ist aber hier eher die Hardcore-Variante, denn diese Mediziner arbeiten in einem ganz speziellen Fachgebiet, der Pathologie. Das tägliche Aufschneiden von Leichen bleibt bei ihnen nicht ganz ohne Spuren. Das man es nicht ganz so ernst nimmt mit dem medizinischen Ethos, zeigt schon die Anfangssequenz, in der mit zwei Leichen die Orgasmus-Szene von Harry & Sally nachgespielt wird. Auch im weiteren Verlauf wird der Zuschauer mit expliziten Darstellungen überschüttet: Da werden Brustkörbe aufgebrochen, Innereien abgewogen, Köpfe augemeisselt und Därme aufgeschnitten, während die Pathologen dabei ein Brötchen essen oder Rockmusik hören. Alles sehr effektiv auf Schock und Ekel konzipiert, und verfehlt seine Wirkung nicht.

Zu der jungen Medizinerschar, angeführt vom charismatischen Jake (Michael Weston), stößt als Neuankömmling der hochbegabte Ted (Milo Ventimiglia), der anfangs auf schroffe Ablehnung stößt. Zwischen Jake und Ted kommt es zu Rangeleien, bis Jake ihn in die geheimen Rituale der verschworenen Gemeinschaft einführt: Die ehrgeizigen Nachwuchspathologen sind so überzeugt von ihrer Kunst, dass sie untereinander ein Spiel spielen: Der Reihe nach versuchen sie, den perfekten Mord zu begehen, bei dem die Todesursache so gut wie möglich verschleiert wird. Opfer diese Spiels werden scheinbar zufällig ausgewählt, mal sind es Schwerkranke auf der Intensivstation, mal Prostituierte, mal Penner, die auf der Straße aufgegriffen werden. Das Spiel wird zunehmend skrupelloser, man manipuliert sich gegenseitig, und seziert im Drogenrausch gemeinsam die Opfer, um den Methoden des jeweiligen Täters auf die Schliche zu kommen.

Großes Vorbild für Pathology war unzweifelhaft der deutsche Thriller Anatomie, der in einem ganz ähnlichen Setting spielt. Während aber bei Anatomie eher die Frage nach Gut und Böse im Vordergrund stand, und auch die “böse” Fraktion für sich in Anspruch nahm, ein hehres Ziel zu verfolgen, ist bei Pathology kein philosophischer Überbau für das mörderische Spiel erforderlich. Die theoretische Frage, ob man töten würde, wenn man sicher sein könnte, keine Spuren zu hinterlassen, wird hier schnell und ganz real mit “ja” beantwortet, und auch nicht moralisch verbrämt (”we’re animals, it’s our nature to kill”).

Inszeniert vom deutschen Marc Schoelermann, der ansonsten eher Scooter-Videos oder Werbespots produziert, kommt Pathology wie ein morbider Hochglanz-Videoclip daher, mit einem hörenswerten Soundtrack. Neben den beiden Protagonisten Ted und Jake verkörpert vor allem Lauren Lee Smith als morbid-erotische Juliette eine atemberaubende Mischung aus Verletzlichkeit, Skrupellosigkeit und Todessehnsucht. In einer Nebenrolle ist auch mal wieder John de Lancy (der Q aus Star Trek) zu sehen, der den väterlichen Dr. Morris spielt. Eine eher unscheinbare Rolle hat Gaststar Alyssa Milano als Jakes Freundin Gwen.

Auch wenn die Geschichte konstruiert wirkt und gegen Ende ein wenig vorhersehbar wird, ist Pathology ein sehr solide gemachter Thriller, der bis zum Schluß auf hohem Niveau unterhält. Für Fans von Schockern im Stil von Anatomie absolut sehenswert.

Pathology, USA 2008 - deutscher Kinostart: 25.09.2008
7 Punkte


2 Kommentare »

  1. Stimme überhaupt nicht zu ( außer den negativen Aspekten natürlich ). Ein sehr unfokussierter, motivationsloser Film, der die Stars überhaupt nicht fordert und bis auf den Würgreiz überhaupt keinen Effekt auslöst ;)
    Naja, das Poster ( hab ich vorher noch nie gesehen ) ist cool, aber sonst…:D

    Gravatar Image Comment von Khitos — 28.09.2008 @ 17:22

  2. Noch nie was gehört von Pathology (oder wieder vergessen?). Klingt aber nach einer guten Abendunterhaltung, wenn sich ne Gruppe ekeln möchte ;P

    Gravatar Image Comment von MasteRehm — 27.10.2008 @ 22:32

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