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Filmkritik: I was a Swiss Banker

abgelegt unter: Film von Enk am 11.09.2008

“Ich verstehe nicht was du sagst, aber das macht nichts” - was auch für die Botschaft dieses Filmes gilt

Roger (Beat Marti) ist ein schnöseliger Zürcher Bankangestellter, der regelmäßig Schwarzgeld von deutschen Kunden in die Schweiz schafft. Bei einer Zollkontrolle am Bodensee wird er erwischt und flieht vor den Zöllnern, versteckt sich am Ufer und unter Wasser.

Auf der Flucht rund um und im Bodensee taucht er in eine Traumwelt ab, in der Realität, Fantasie und Wahn ineinander übergehen, und in der sich Roger auf einen langen Selbstfindungstrip begibt. Er trifft am Ufer auf die listige Hexe Heli (Anne-Grethe Bjarup Riis), die ihm die Aufgabe stellt, in drei Versuchen die wahre Liebe zu finden oder ansonsten für immer ihr zu gehören. Also macht sich Roger auf die Suche, und begegnet der naturverbundenen Laura (Sandra Medina), der kühle Helena (Helena af Sandeberg), der arabische Kellnerin Zahar (Mellika Melouani), der Türkin Banu (Lale Yavas) und schließlich der Meerjungfrau Patricia (Laura Drasbæk). Macht zwar fünf Versuche, aber Hauptsache, die wahre Liebe ist gefunden.

Der überambitionierte Heimatfilm vor malerischer schweizer Kulisse ist eine surreale Mischung aus Hans-Christian-Andersen-Märchen und kleinem Fernsehspiel, voller symbolüberladender Bilder mit schwarzen Raben, blutenden Schafen und einer leuchtend roten Schwarzgeldtasche, die sich durch alle Szenen zieht. Das ganze ist unterlegt mit melancholischer Musik, man parliert in einem wilden Sprachmix aus Schwitzerdütsch, Englisch, Türkisch, Italienisch, Rätoromanisch und die Story mäandernt vor sich hin. Mitreissend ist das nicht, sondern langweilt zusehends. Was genau die wirre Geschichte aussagen will, wird einem zunehmend egal. Passenderweise läßt Regisseur und Drehbuchautor Thomas Imbach seine Botschaft am Ende nochmal durch die Off-Stimme ansagen: “Man muss nur loslassen können, um zu bekommen was man will”. Ach so.

Das beste an I was a Swiss Banker ist eindeutig der Abspann, der in einer visuell beeindruckenden Comic-Sequenz Happy End und Credits vermischt und mit dem hörenswerten My oh My der Zürcher Band Fisher untermalt:

I was a Swiss Banker, Schweiz 2007 - deutscher Kinostart: 11.09.2008
2 Punkte


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