Filmkritik: You don’t mess with the Zohan (Leg dich nicht mit Zohan an)
(C) 2007 Columbia Pictures
Ich erwähnte bereits, dass ich Adam Sandler nicht besonders mag. Und bin damit offensichtlich nicht alleine. Dennoch hat mich der Trailer zu seinem neuen Streifen neugierig gemacht. Nach dem sehr ernsten Drama “Reign over Me” ist er mit “You Don’t Mess with the Zohan” mal wieder ins Komödienfach gewechselt, diesmal aber in eine selbst für seine Verhältnisse überdrehte Version. Er spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch zusammen mit Judd Apatow (40 Year old Virgin, Knocked up) und Saturday Night Live Autor Robert Smigel das Drehbuch geschrieben und produziert.
Zohan ist eine Mischung aus Borat, James Bond, Superman und Leslie Nielsen. Er ist der Topagent der Israelischen Armee, der immer wieder für gefährliche Spezialeinsätze gerufen wird. Aber Zohan hat genug davon Terroristen hinterherzujagen. Zuhause schaut er sich lieber Bildbände von Paul Mitchell an und träumt von einer Karriere als Friseur: “There is other things I can do besides war”. Er geht nach New York, und da ihn im Paul Mitchell Flagship Store niemand beschäftigen will, fängt er in einem schäbigen palestinensischen Friseurladen in einem israelisch-arabischen Viertel in Lower Manhattan an. Dort beglückt er die älteren Damen nicht nur mit 80er Jahre Haarschnitten, sondern nebenbei auch noch mit erotischen Dienstleistungen. Und verliebt sich natürlich in die schöne Salonbesitzerin (Emmanuelle Chriqui). Die Lovestory des Undercover-Einwanderers auf Freiersfüßen in New York hat ein bisschen was von Prinz aus Zamunda. Aber, Zohan ist kein Prinz, sondern Agent, und diese Vergangenheit holt ihn natürlich auch in New York ein, als sein alter palestinensischer Widersacher Phantom ihn findet.
Die absurd-komischen Szenen erinnern an Naked Gun und andere Spoof Movies, auch hier bewegt sich der Humor zwischen brillant komisch und überdreht albern. Da wird auch schon mal mit einer Granate Beachball gespielt, beim “Hisbollah Customer Service” angerufen oder es werden unorthodoxe Liebeserklärungen gemacht (”I will only be stiff for you”). Zohan ist nicht nur angehender Friseur, sondern auch noch sexbesessen, so dass sich ein Großteil der Jokes um Anzüglichkeiten und Obzönitäten dreht - hier schlägt der Albernheitsfaktor oft ein wenig über die Stränge.
Deutlich unterhaltsamer ist der erfrischend respektlose Umgang mit dem Nahostkonflikt, jüdischen Bräuchen und arabischen Terroristen-Klischees. So diskutiert Zohan in einer überdrehten Actionszene mit einem arabischen Terroristen mal eben die Komplexität der Israel-Frage (”So we are the bad ones? Come on, it’s not so cut and dry”). So amüsant hat man das zuletzt in der zu unrecht gefloppte Satire American Dreamz gesehen, wo es ein Araber war, der vom Terror genug hatte und lieber Musical-Star in Amerika werden wollte (oder, deutlich schlechter, auch in Postal).
Natürlich will Don’t mess with the Zohan neben all dem Klamauk auch eine einfach Botschaft vermitteln: Dass Araber und Israelis auch nur Menschen sind und sich vertragen können, so wie sie es in der New Yorker Nachbarschaft bereits tun. Und dort nur noch darüber streiten, ob Hillary Clinton, Cindy McCain oder Michelle Obama die heißere Frau ist. Und alle zusammen lieben Maria Carey.
Zohan ist die große Adam Sandler Show. John Turturro als Gegenspieler Phantom oder Emmanuelle Chriqui als bildhübsche palestinensische Salonbesitzerin sind nur schmückendes Beiwerk. Wie in solchen Filmen üblich, gibt es natürlich auch eine Menge Cameos, von Maria Carey über John McEnroe bis hin zu George “Mr. Sulu” Takei (der sein Coming Out noch mal sehr öffentlich macht). Der zugrundeliegende Joke des Topagenten, der nur Friseur sein will, wirkt zum Ende hin ein bisschen ermüdend, aber man merkt dem Team an, wieviel Spaß es an seinem respektlosen Treiben gehabt hat.
You don’t mess with the Zohan (Leg dich nicht mit Zohan an), USA 2008 - deutscher Kinostart: 14.08.2008









ich finde,dieser Film einfach scheisse.Unsinnig blöd und niedrieg.wenn man mit seiner Familie den film anschaut,muss man in fünf Minuten raus.das ist eifach peinlich und Frischheit
Ah, ich seh schon warum du in meinem Feedreader bist, deine Kritik deckt sich nahezu vollständig mit meiner Meinung vom Film. Einen gewissen Grad an Peinlichkeit konnte man sicher schon nach dem Trailer erwarten, aber es gibt wirklich ein paar Szenen, die man später noch zitieren wird
.
Vielleicht noch der Hinweis (der ja eigentlich immer von Leuten kommt die OVs schauen): ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass die Witzigkeit der satirischen Darstellung des Nahostkonflikts die Synchronisation schadlos übersteht. Soviele Wortspiele und der Akzent…
Ich fand Jon Turturro übrigens würdig als sein Gegenspieler.
Einige richtig, richtig geile Gags, aber auch sehr viel super-alberner Quatsch drumherum. Ich hatte teilweise das Gefühl, eine “Nackte Kanone für Arme” zu sehen…
von wegen “mit seiner Familie den Film anschauen” - hab jetzt schon von zwei Bekannten gehört, die mit ihrem kleinen Kind in die Vorstellung gegangen sind, da die Vorschau so kindgerecht lustig aussieht. Ist mir ein Rätsel, wieso Zoran in Deutschland ab 6 läuft. Mal abgesehen von den ganzen Anzüglichkeiten wird ein Sechsjähriger (oder auch zwölfjähriger) wohl kaum die ganzen Anspielungen auf den Israel-Palästina Konflikt verstehen.
Was, ab 6 ist das in D erlaubt? Ich fass es nicht! Allein schon die “eindeutigen” Einblicke, und dann die Szenen mit den Tieren, v.a. das Fußballspiel mit der Katze. Abgesehen davon, dass ein Kind bei dem anblick erschrickt, wird es Größere motivieren, das zum Spaß auch zu versuchen! Und ich bin keine Tierrechtsaktivistin! Ich pack es nicht!
Der Film ist ab sechs, wir sind also mit unseren Kindern und noch Gastkindern in diesen Film rein, wir dachten, daß sei Lustig für die Kinder.Doch es grenzte fast schon an sexueller Nötigung von Kindern. Wir haben den Film auch frühzeitig verlassen.Uns ist es ein Rätsel,wieso der Film mit der Altersfreigabe ab sechs Jahren gezeigt wird. Was hat die FSK sich dabei nur gedacht? Wir haben kurzeitig überkegt, Anzeige zu erstatten.Ich hoffe, viele Eltern werden sich beschweren, damit nicht noch mehr Kinder diesem Film ausgesetzt werden. Abartig, ein Soft Sex-Film für Kinder. Toll.