The B-52s - Funplex
Wie schon beim aktuellen R.E.M Album hört sich auch die neue Platte der B-52s an, als wäre sie direkt aus den frühen 90ern heraus veröffentlicht. Als wäre in den letzten zwei Jahrzehnten nichts passiert, spielt das Quartett so beschwingt auf wie früher. Vielleicht liegts ja daran, dass auch die B-52s wie R.E.M aus Athens, Georgia kommen, wo man vom Weltgeschehen im allgemeinen und der Entwicklung der Musikindustrie im speziellen abgeschnitten ist. Allerdings liegt bei den B-52s das letzte Studioalbum auch schon 16 Jahre zurück.
Die Arrangements zwischen Schrammelgitarre und einfachen Elektro-Beats sind gewohnt minimalistisch, Kate Pierson und Cindy Wilson singen sich unbekümmert karaoke-mäßig die Seele aus dem Leib, und Fred Schneider schreit immer mal wieder ein paar Satzfetzen ins Mikro - alles wie gehabt.
Leider ist auch das wie früher: die aufgeweckte Spiel- und Singfreude, mit der die B-52s zur Tat schreiten, ist anfangs noch beeindruckend, beginnt aber nach 2-3 Songs ein wenig zu nerven. Das scheinen die B-52s mittlerweile auch selber gemerkt zu haben, und so kommt mit Song Nr. 4 Juliet Of Spirits ein untypisch glattgebügelter Popsong, der so direkt in die Airplay-Charts der Radiostationen gehen könnte, sehr ungewöhnlich und fast ein Fremdkörper auf dem Album, aber gar nicht schlecht. Dafür folgt dann mit dem Titelsong Funplex wieder ein echter B-52-Mitsing-Klassiker im Stil von Roam oder Love Shack. Die fröhliche Mitsing-Musik sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die B-52s textlich durchaus Relevantes zu sagen haben - selten war Konsumkritik so spaßig verpackt.
In ganz ähnlichem Stil, wenn auch nicht ganz so eingängig wie der Titelsong sind Keep This Party Going und Too Much To Think About, dazwischen noch ein paar glattere Popnummern wie Deviant Ingredient und Dancing Now. Zwischendurch kommt z.B. bei Eyes wide open etwas mehr Elektronik ins Spiel - die wummernden Synthies und Filtereffekte sind vermutlich dem Einfluß von Produzent Steve Osborne geschuldet, der schon für New Order gearbeitet hat. Alles in allem ein sehr hörenswertes Comeback-Album.
Anspieltipps:
Funplex: ein echter B-52 Hit im Stil von Roam & Co.
Juliet Of Spirits: sehr untypisch-gefällige Popnummer










Als ich vor ein paar Wochen über das Album gestolpert bin, dachte ich zuerst: “Hoppla! Die leben alle noch?”.
Aber gekauft habe ich mir die CD dann doch nicht. Im Grunde fand ich die B52s eigentlich immer nur auf Parties nett. Zuhause kann ich solche Gute-Laune-Musik einfach nicht ertragen…
das läßt tief blicken
Ja, ich weiß…
;-)