Filmkritik: P.S. I Love You (P.S. Ich liebe dich)
Rührstück nach dem gleichnamigen Roman von Cecelia Ahern (deren Vater Bertie übrigens gerade aufgrund einer Korruptionsaffäre seinen Rücktritt als irischer Ministerpräsident angekündigt hat, aber das ist eine andere Geschichte).
Schon die Ausgangssituation ist an Melodramatik kaum zu überbieten: Holly (Hilary Swank) und ihr Mann Gerry (Gerard “SPARTA!” Butler) haben große Pläne für die Zukunft. Doch plötzlich stirbt Gerry an einem Gehirntumor. Um seiner Frau den Abschied vom ihm zu erleichtern, schreibt er ihr Briefe, die sie erst Stück für Stück nach seinem Tod zugestellt bekommt. In diesen Briefen gibt er ihr Anweisungen, wie sie nach der Trauer um ihn wieder ins Leben zurückfinden kann.
So ganz taufrisch ist die Idee nicht, schließlich war Patrick Swayze schon 1990 sehr erfolgreich als toter Ehemann, der seiner Frau nach dem eigenen Ableben noch Trost spendet (auch wenn das story device damals etwas esoterischer angelegt war).
Regisseur und Drehbuchautor Richard LaGravenese hat ein Händchen für gefühlsbetonte Stoffe, schon für Schmonzetten wie Der Pferdeflüsterer oder König der Fischer schrieb er das Drehbuch. Die Dialoge wirken streckenweise allerdings so konstruiert und unnatürlich wie aus einem … tja… schlechten Roman (wobei ich die Buchvorlage nicht kenne). Alles wirkt wie genau auf das Zielpublikum zugeschnitten. Speaking of Zielpublikum: Hätte mir zu denken geben müssen, dass ich der einzige Mann im Kino war. Ich hatte teilweise das Gefühl, dass die Dialoge direkt aus der Markforschung kamen nach dem Motto: “Was sollte der Mann ihrer Träume an dieser Stelle sagen”.
Auf der Habenseite: Hilary Swank als zwischen Trauer, Verzweiflung und neuem Lebensmut schwankende Witwe spielt sehr überzeugend und macht aus dem klischeeüberladenen Script das beste. Auch die übrigen Darsteller (u.a. Jeffrey Dean Morgan, der Denny Duquette aus Grey’s Anatomy… soviel zum Thema weibliche Zielgruppe) spielen sich souverän durch den überraschungsarmen Plot. Und LaGravenese schafft es trotz aller Tränenrührigkeit, über die gut zwei Stunden durchaus zu unterhalten. Schließlich steuert zwar alles vorhersehbar auf ein Happy End zu, LaGravenese erspart uns aber zumindest die ganz platte Version und hört auf, bevor es allzu zuckersüß wird.
Ansonsten: viel Irland-Klischee mit grüner Landschaft, gitarrespielenden Guinness-trinkenden echten Kerlen und Pogues-Soundtrack. Um das amerikanische Publikum aber nicht mit zuviel europäischer Exotik zu verschrecken, wurde die Haupthandlung aus der Vorlage mal eben von Irland nach New York verlegt.
P.S. I Love You (P.S. Ich liebe dich), USA 2007 - deutscher Kinostart: 17.01.2008











ach, komm schon! solche filme sind doch irgendwie auch für euch männer gemacht. fühlt ihr euch etwa nicht als ebensolche, wenn ihr der schluchzenden frau neben euch ein taschentuch reichen und die starke schulter bieten könnt?