Filmkritik: The Bucket List (Das Beste kommt zum Schluss)
Edward Cole (Jack Nicholson), ein exzentrischer Millionär, und Carter Chambers (Morgan Freeman) ein Automechaniker mit glücklicher Familie, sind Zimmergenossen im Krankenhaus. Beide erfahren, dass sie an Krebs erkrankt sind und nur noch wenige Monate zu leben haben. Als Carter aus Langeweile anfängt, Dinge aufzuschreiben, die er noch in seinem Leben machen möchte (”things to to before you kick the bucket”), bringt das Edward auf den Plan, die Liste einfach in die Tat umzusetzen. Die eher tiefsinnigen Vorsätze von Carter ergänzt Edward dabei um ein paar profanere Dinge wie “ein Tattoo machen lassen” oder “Fallschirmspringen”, und los geht es auf eine Reise von Ägypten nach Indien, von Hong Kong in den Himalaya.
Es macht viel Spaß, den beiden Alten beim Skydiving, Autorennen oder Großwildjagen zuzuschauen, je nach Ort immer stilecht gekleidet in afrikanischem Safarilook, indischen Gewändern oder Rennfahrer-Outfit. Dazwischen wird viel über das Leben und den Tod philosophiert, aber alleine die rasche Abfolge der Schauplätze - eben noch auf den Pyramiden, dann in einem französischen Luxushotel, wenig später vor dem Taj Mahal - sorgen dafür, dass das Ganze sehr kurzweilig bleibt.
Nicholson spielt dieselbe Rolle, die er schon in den gefühlt letzten hundert Filmen, z.b. Something’s Gotta Give oder As Good as It Gets gespielt hat: den grantelnden alten Zyniker, der tief im innern doch ein weiches Herz hat. Auch Morgen Freeman als sanften altersweisen Alltagsphilosophen hat man seit Shawnshank Redemption schon x-mal in ähnlichen Rollen gesehen. Das ist ein wenig unspannend, aber sorgt zumindest dafür, dass die beiden ihren Part mit einer Lässigkeit spielen, die beeindruckend ist.
Rob Reiner, der seit Harry & Sally und Eine Frage der Ehre vor 15 Jahren keinen wirklich überzeugende Regiearbeit mehr abgeliefert hat, inszeniert um die beiden Altstars herum eine sehr routiniert erzählte und gespielte Geschichte. Die Story hat ein wenig Hang zu Kitsch und viel Melodramatik, wird aber mit dem richtigen Maß an Aufrichtigkeit und Augenzwinkern erzählt. Wenn man Reiner einen Vorwurf machen kann, dann den, dass der Film ein wenig zu rund wirkt. Selbst die wenigen Ecken und Kanten der Story wirken sehr geplant, um der Geschichte ein wenig mehr Glaubwürdigkeit zu geben und den allergrößten Kitschfallen auszuweichen - so ist z.B. der glückliche Familienvater, der als Gegenentwurf zum einsamen Millionär dienen soll, doch nicht ganz so überglücklich mit seinem Lebensentwurf.
Anderseits weiß man bei dieser Art von Filmen, worauf man sich einläßt, oder wie Nilz treffend formuliert “Das hier ist ein Film für das Herz, nirgendwo anders zielt der hin” - wer sich an zu glatter Inszenierung oder zuviel Melodramatik stört, sollte Filme dieser Art besser ganz meiden. Im Rahmen seines Genres macht “The Bucket List” eine sehr gute Figur.
Und Reiner schafft es durch einen dramaturgischen Trick am Ende sogar, der ansonsten einigermaßen vorhersehbare Story einen überraschenden kleinen Schwenk zu geben. Nicht weltbewegend, aber immerhin.
The Bucket List (Das Beste kommt zum Schluss), USA 2007 - deutscher Kinostart: 24.01.2008











Soooooooooo ein schöner Film! Endlich mal wieder was fürs Herz