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Filmkritik: 3:10 to Yuma (Todeszug nach Yuma)

abgelegt unter: Film von Enk am 11.12.2007

“Kid, I wouldn’t last five minutes leading an outfit like this if I wasn’t rotten as hell.”

Russell Crowe ist derzeit schwer beschäftigt: gerade noch als tugendhafter Detective in American Gangster zu sehen, spielt er in 3:10 to Yuma nun den Bösewicht: Als berüchtigter Gangster Ben Wade terrorisiert er mit seiner Gang den Wilden Westen.

Der Film beginnt mit einem sehr sehenswerten Postkutschenüberfall, rasant inszeniert mit Gangsterbande zu Pferd, Dynamit, Gatling Gun und Pulverdampf. Erinnern die Schießereien anfangs noch schön retro an Rauchende Colts, wird schnell klar, dass Yuma eine andere, deutlich brutalere und düstere Tonart einschlägt im Stil von Unforgiven und Co.

Anführer Wade wird nach dem Postkutschenüberfall gefangengenommen, und soll nun in Yuma vor Gericht gestellt werden. Dazu muss er rechtzeitig (nämlich bis 3:10 Uhr) zum Zug nach Yuma gebracht werden. Zu seinen Begleitern gehört Dan Evans (Christian Bale), ein verarmter Farmer, der sich als Gunman anheuern läßt, um seine Farm zu retten. Evans ist der Gegenentwurf zum skrupellosen Killer Wade, er glaubt an Recht und Gesetz, Moral und Anstand. Dennoch kommen sich die beiden auf dem dem Trek nach Yuma näher, als Evans lieb ist. Wades Bande nimmt die Verfolgung auf, um den Boss zu befreien, und es entwickelt sich ein mörderischer Wettlauf zum Zug.

Im weiteren Verlauf gehts nach dem 10-kleine-Negerlein-Afroamerikaner-Prinzip weiter: Von Wades Aufpassern bleibt einer nach dem anderen auf der Strecke, während der Rest der Truppe weiter von Wades Gang verfolgt wird.

Yuma ist das Remake eines gleichnamigen Films aus dem Jahre 1957 und erzählt eine sehr klassische Story mit alle Zutaten eines traditionellen Western: Einsame Cowboys und Gunmen, staubige Prärie, rauchende Colts, Indianer, Eisenbahn-Pioniere - atmosphärisch dicht und äußerst brutal inszeniert. Regisseur James Mangold hat keine Neuerfindung des Genres geschaffen, sondern die bekannten Elemente auf aktuellem Hollywood-Niveau zu einer gelungenen Auffrischung des Genres gemixt. Die schauspielerische Leistung ist sehr gut, neben Crowe und Bale in den Hauptrollen sind auch Ben Foster als sadistischer rechte Hand von Bösewicht Wade und Peter Fonda als Kopfgeldjäger Byron McElroy sehenswert. Die Wendung zum Schluß ist ein wenig arg konstruiert und kostet dem ansonsten sehr authentischen Film ein paar Glaubwürdigkeitspunkte, passt aber dennoch ganz gut in die Geschichte.

Der deutsche Titel ist mal wieder ein Miraculum. “Todeszug nach Yuma” klingt zwar zunächst nicht ganz peinlich, trifft die Story so gar nicht: Gestorben wird zwar viel, aber eben nicht im Zug, sondern auf dem Weg dahin. Da wäre es noch besser gewesen, einfach den deutschen Titel des 1957er Originals “Zähl bis drei und bete” zu nehmen. Oder vielleicht auch “Schlappe Cowboys schießen nicht”. Oder “Trau ihm, er ist ein Sheriff”. Oder “Yuma - 10 abgewichste Gauner”. Oder …. okay, ich hör schon auf.

3:10 to Yuma (Todeszug nach Yuma), USA 2007 - deutscher Kinostart: 13.12.2007
6 Punkte


3 Kommentare »

  1. Will ich unbedingt noch sehen. Gerade die Kombination Crowe&Bale stelle ich mir sehr gut vor.

    Gravatar Image Comment von suicide — 18.12.2007 @ 21:24

  2. Die Dummübersetzer haben tatsächlich wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Der deutsche Titel hört sich für mich irgendwie nach Horrorfilm an. Was mich jetzt aber auch noch Wunder nimmt: Wieso wird so häufig der Name von Russell Crowe falsch geschrieben? Wird ihm das zweite L nicht gegönnt?

    Gravatar Image Comment von Thomas H. — 21.12.2007 @ 12:26

  3. Doch, doch, ich gönn ihm das :) (habs korrigiert)

    Gravatar Image Comment von Enk — 21.12.2007 @ 13:41

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