Filmkritik: The Heartbreak Kid (Nach 7 Tagen Ausgeflittert)
Eddie Cantrow (Ben Stiller) ist 40 und führt ein trauriges Singleleben. Er geht am Valentinstag auf die Hochzeit seiner Ex-Verlobten, um dort am Kindertisch sitzen zu müssen, und muss sich von seinem seinem Vater (Jerry Stiller, Bens Stillers Vater auch im echten Leben) Beziehungsratschläge geben lassen, weil er selbst immer noch nicht verheiratet ist.
Mit mehr Glück als Verstand stößt er auf die bezaubernde Lila (Malin Akerman). Damit sie ihm nicht wieder davonläuft, heiratet er sie nach wenigen Wochen. Auf der Hochzeitsreise, einem Roadtrip nach Mexiko, beginnt das eigentlich Kennenlernen der beiden, und Eddie stellt fest, dass die vermeintliche Traumfrau in Wirklichkeit nichts mit ihm gemeinsam hat und selbst im Bett sehr spezielle Vorlieben hat. Zum Glück lernt Eddie im mexikanischen Ferienclub die hübsche Miranda (Michelle Monaghan) kennen, die viel mehr seiner Vorstellung einer Traumfrau entspricht.
Ben Stiller spielt wieder die Standardrolle, die er sich mit Adam Sandler teilt: den netten trotteligen Typen, der von einen Fettnapf in den nächsten stapft und dabei immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Die Farrelly-Brüder haben ihm eine passende Komödie geschneidert im Stil von Along came Polly oder Verrückt nach Mary, dem ersten Hit der Farrelly Brüder. Die Story ist ein Remake einer 70er Jahre Komödie mit Cybill Sheperd, diesmal aber mit dem typischen Farrelly Humor gewürzt: Immer wenn es allzu romantisch wird, kommt mit Sicherheit ein vulgärer Joke oder eine brachiale Slapstick-Einlage.
Leider ist die Story beiweitem nicht so pointenreich und hat ein paar Längen, und irgendwie hat man das alles schon mal gesehen. Die wilde Karaokeeinlage im Auto war schon bei Wayne’s World der Renner? Bauen wir auch hier ein. Der vulgäre Humor rund um Sex und Körperflüssigkeiten kam bei Verrückt nach Mary gut an? Nehmen wir auch diesmal. Auch die unvermeidlichen Verwechslungs- und Screwball-Szenen sind ziemlich vorhersehbar, und die eingebauten Running Gags, wie eine mexikanischen Kapelle, die immer an den unpassensten Orten auftaucht, wirken ein wenig bemüht. Zum Schluß wirds dann Farrelly-typisch ziemlich absurd. Der Film versöhnt aber mit so mancher Schwäche, indem er das drohende Kitsch-Happy End mit einer netten Pointe versieht.
Für Amerikaner ist in dem Streifen ein bisschen zuviel nackte Haut von Malin Akerman zu sehen, und auch der Drogenkonsum und anarchische Sprüche wie “Remember this is the Bible Belt - these people have guns!” haben wohl dazu beigetraten, dass der Film in den USA erst ab 17 ist (ok, eine Sodomie-Szene mag auch ne Rolle gespielt haben). Für deutsche Sehgewohnheiten ist das nicht ganz so skandalös (und daher schon ab 12). Alles in allem ganz unterhaltsam, aber beiweitem nicht so vielversprechend, wie sich Nilz N Burger das erhofft hat.
The Heartbreak Kid (Nach 7 Tagen Ausgeflittert), USA 2007 - deutscher Kinostart: 01.11.2007









