Schmidt und Pocher - das war nix

Das soll also das große TV-Event gewesen sein? Andererseits, einen richtigen Knaller hatte wohl niemand erwartet. Harald Schmidt war spätestens seit seinem Wechsel zur ARD lustlos und unmotiviert, und Oliver Pochers Talent als Unterhalter ist ja durchaus, sagen wir, umstritten. Das was dabei rauskommt, wenn man die beiden in eine Show packt, war dann aber doch noch viel schlechter als erwartet.
Schmidt wirkte anfangs fahrig, geradezu nervös, obwohl er ja eigentlich nichts zu verlieren hat, sondern Pocher der ist, der sich bewähren muss. Der Stand-up Monolog, den Schmidt nochmal alleine brachte, war ziemlich schwach. Pochers Einstieg fing dann standesgemäß peinlich mit einer Michael Jackson Tanznummer an. Danach wurde es leider nicht besser. Die Dialoge zwischen den beiden wirkten schlecht improvisiert oder noch schlechter eingeübt, die beiden harmonierten kaum, fielen sich gegenseitig ins Wort, nur selten spielten sie sich mal die Bälle derart zu, dass eine Pointe funktionierte.
Erwartungsgemäß kokettierten die beiden kontinuierlich mit ihren jeweiligen Images und den Erwartungen der Zuschauer und Kritiker (”Mein Intellektuellen-Publikum” vs. “Deine niveaulosen Unterschichten-Fans”). Wenn das nicht so aufgesetzt kommen würde, hätte das ja durchaus Potential.

Dann die von Schmidt schon immer zelebrierte Zeitschinderei mit grotesken (aber in diesem Fall auch extrem unlustigen) Szenen wie einer langatmigen Analyse des letzten ARD-Tatorts oder einer oberpeinlichen Poldi-Parodie-Nummer. Was soll das?
Wenigstens der Gast war zur Premiere hochkarätig: Günther Jauch zu Besuch bei Schmidt war schon immer sehenswert. Und bringts auf den Punkt: “Ich hab in letzter Zeit drei neue Sendungen bei der ARD gesehen: neben dieser noch Anne Will und Frank Plasberg - zwei gefallen mir ganz gut”). Und schaut peinlich berührt, als Schmidt und Pocher neben ihm infantilst herumalbern.
Streckenweise blitzt dann doch mal auf, wie die Pocher-Schmidt-Nummer funktionieren könnte. Wenn die beiden nicht aneinander vorbeistottern, sondern wirklich mal ein Thema haben, über das sie ins Gespräch kommen und sich gegenseitig anstacheln. Dann merkt man, dass Pocher als Sidekick ein ganz anderes Kaliber sein könnte als der biedere Manuel Andrack, und Schmidt viel mehr herausfordern und kontern könnte. Leider war davon diesmal aber nur ansatzweise und mit viel gutem Willen etwas zu erkennen.










gute beobachtung. stimme zu. ich frage mich wie man so ein konzept aufstellen kann? ich würd es billiger und besser machen. pochers zielgruppe hat keinen bock auf politsatire und schmidts zielgruppe keine lust auf vorpubertäres michael jackson gezappel mit schulniveau ( wie kann man sowas als opener bringen??? )
Meine Fresse, so was Armseliges habe ich lange nicht im Fernsehen gesehen. Ich glaube nicht, dass das im Laufe der Zeit besser wird. Das ist ein Sendungskonzept für die Restmüll-Tonne.
Schmidt hatte schon bessere Zeiten - aber in seinen guten Augenblicken ist er jetzt immer noch besser als jeder andere. Von daher bin ich einfach froh, dass er wieder auftaucht, und über die schwächeren Momente sehe ich milde lächelnd hinweg.