Filmkritik: Ratatouille

© WALT DISNEY PICTURES/PIXAR ANIMATION STUDIOS
Nach dem eher durchschnittlichen Cars hat Pixar mit Ratatouille mal wieder einen echten Hit gelandet. Die Ausgangssituation ist eher abstrus (wobei, im Vergleich zu Monsters Inc. dann doch fast realistisch): Remy ist ein im Körper einer Ratte gefangener Gourmet, der statt im Abfall nach Nahrung zu suchen sich lieber auf die Suche nach Trüffeln macht. Seine Vorliebe für gutes Essen zieht ihn nach Paris ins Restaurant des kürzlich verstorbenen Starkochs Auguste Gusteau. Hier trifft er auf den Küchenjungen Linguini, der keine Ahnung vom Kochen hat, aber im Gegensatz zu Remy nicht vom Kammerjäger aus der Küche gejagt wird. Remy verbündet sich mit Linguini und hilt ihm, in die Fußstapfen des großen Kochs Gusteau zu treten.
Auch Ratatouille funktioniert wie alle Pixar-Streifen auf zwei Ebenen: als niedlicher Kinderfilm mit kuscheligen Tieren (ok, Ratten, aber die sind sehr plüschig animiert), und als mit subversivem Humor und versteckten Seitenhieben gespickte Komödie für Erwachsene. Wie schon bei Incredibles hat Regisseur Brad Bird den Schwerpunkt hier allerdings deutlich stärker auf ein erwachsenes Publikum gelegt als etwa bei Finding Nemo. Für Kinder ist die Story um finstere Restaurantkritiker, tote Starköche, die den Protagonisten ins Gewissen reden, Liebe und Konkurrenzkampf unter Köchen oder angespannte Vater-Sohn Verhältnisse dann vielleicht doch etwas zuviel.
Die Animation schafft es nach all den Höhepunkten der letzten Jahre erstaunlichweise immer noch, zu beeindrucken. Das mag auch daran liegen, dass hier kein Nemo-artiger animierter Ozean oder Shrek-hafter Märchenwald als Hintergrund dient, sondern das deutlich realere Setting der Pariser Großstadt: nasses Pariser Kopfsteinpflaster, dampfende Kochtöpfe der Großküche, eingetaucht in stimmungsvolles Licht oder durch rasante Kamerafahrten in Szene gesetzt, sorgen für großartige neue visuelle Eindrücke. Das knackige Obst und Gemüse, die Gourmetspeisen und üppigen Desserts machen beim Zuschauen geradezu hungrig.
Im Original beeindruckt vor allem die knarzende Stimme von Peter O’Toole, der den verbitterten Restaurantkritiker Anton Ego spricht. Mit Jürgen Thorman, den man vor allem als Synchro von Michael Caine kennt, hat man aber auch bei der deutschen Fassung wohl eine gute Wahl getroffen. Darüber hinaus wird der der deutsche Koch Horst hier von Tim Mälzer synchronisiert - wie auch immer das stimmlich passt, marketingtechnisch sicher eine gute Wahl.
Pixar-üblich gibt es auch wieder einen netten Vorfilm (”Lifted”) - sehr lustig und alleine schon die halbe Kinokarte wert.
Ratatouille, USA 2007 - deutscher Kinostart: 03.10.2007









Schön geschrieben! Dem kann ich nur zustimmen. Bin auch schon sehr auf “Wall.E” gespannt.
Das erste Bild von Wall-E sieht ja stark nach “Nummer 5 lebt” aus. Mal schauen was das wird. Aber richtig schlecht war bislang noch kein Pixar-Film, selbst Cars war noch ganz unterhaltsam.