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Filmkritik: The Bourne Ultimatum

abgelegt unter: Film von Enk am 06.09.2007

“This is were it started for me - this is where it ends” - Jason Bourne, sich hoffentlich auf mögliche Sequels beziehend.

Auch im dritten Teil der Bourne Trilogie geht es wieder um die Suche des zum Attentäter programmierten CIA-Agenten Jason Bourne nach seiner Identität. Nachdem im zweiten Teil seine Freundin Marie ermordet wurde, will Bourne nun die Schuldigen finden und die Ursprünge seiner Identität klären: Wer ist Jason Bourne, wer hat ihn zu der Killer-Maschine im Auftrag des CIA gemacht? Bourne fahndet in Moskau nach Hintergründen seines ersten Anschlagsziels, um mehr über seine Vergangenheit zu erfahren, und entdeckt schließlich seine eigene Geschichte in einer Enthüllungsstory des britischen Guardian. Der Guardian-Journalist muss eine Quelle beim CIA haben, so macht Bourne sich auf den Weg, ihn zu finden (der Guardian freut sich derweil, in diesem Film mal positiv wegzukommen). Die CIA selbst wird wieder auf Bourne aufmerksam und will ihn als Sicherheitsrisiko eliminieren und gleichzeitig die undichte Stelle in den eigenen Reihen identifizieren.

Es folgt eine rasante Verfolgungsjagd quer über den Globus, ganz im Stil der ersten beiden Teile. Der 3. Teil bringt dabei nicht wirklich viel neues: ein Katz und Maus Spiel zwischen Bourne und seinen übermächtigen Verfolgern, bei dem der Gejagte schließlich zum Jäger wird, das ganze als Tour de Force durch die Hauptstädte dieser Welt (diesmal u.a. Madrid, London, Berlin, New York und Tanger). Drei Viertel des Films bestehen aus Verfolgungsjagden, noch vor dem Vorspann gehts los. Über weite Strecken läßt einen der Film kaum Zeit zum Atmen. Aber alles sehr intelligent gemacht und auf Hochglanz produziert, anders als bei den ellenlangen Kämpfen a la Matrix Reloaded wird es nicht so schnell langweilig, Bourne beim Hide and Seek durch die Welt zuzuschauen. Paul Greengrass, der schon in Teil 2 die Regie führte, inszeniert das Action-Spektakel gewohnt rasant mit wackelige Handkamera, schnellen Schnitten, und hektischen Schwenks, unterlegt mit passenden Soundtrack (im Abspann gibts übrigens wieder Mobys Extreme Ways zu hören, diesmal in einer neuen Version).

Die Verfolgungsjagden “Bourne gegen allmächtige CIA” erinnern dabei ein wenig an Stirb Langsam 4.0: Auch hier kann man mal eben alle Überwachungskameras der Welt anzapfen oder per Echelon alle Telefonate in Europa abhören. Und damit im War Room in Langley auch alle schön im Bild sind, haben die CIA-Agenten neben ihren Waffen neuerdings kleine Handkameras mit, die sie beim Stürmen von Wohnungen zusammen mit der Waffe von Raum zu Raum schwenken, um Livebilder vom Einsatz zu liefern. Anyway, ganz so comichaft wie in Stirb Langsam gehts dann nicht zu, die Actionszenen bleiben auf halbwegs realistischem Niveau (so man denn akzeptiert dass Bourne als Kampfmaschine mal eben einen Autounfall überlebt und dann munter von Haus zu Haus springt und weiterkämpft).

Nachdem Bournes Freundin Marie Kreutz (Franka Potente) ja schon zu Beginn des zweiten Teils ermordet wurde, ist in Teil 3 Julia Stiles an der Seite von Bourne, die auch schon zuvor als CIA-Agentin zu sehen war. Diesmal schlägt sie sich auf die Seite von Bourne, und wird deshalb auch von ihren CIA Kollegen gejagt. Aber, wie Jason ihr zuspricht: “it get’s easier”. Einen kleinen Gastauftritt hat Daniel Brühl als Bruder der ermordeten Marie, er darf aber im wesentlichen nur ein paar Minuten ausdruckslos in die Kamera starren, während Bourne ihm vom Tod seiner Schwester berichtet.

Ein würdiger Abschluß einer Trilogie, der im besten Sinne die Elemente der Vorgänger aufgreift und zu einem stimmigen Ende führt. Bleibt zu hoffen, dass die Macher nicht der Versuchung erliegen, die Geschichte mit weiteren (in der letzten Szene angedeuteten) Sequels totzureiten. Warum das ganze allerdings Bourne Ultimatum heißt, wird wohl ein Geheimnis der Produktionsfirma bleiben - Ultimaten werden keine gestellt, genauso gut hätte man Teil drei auch “The Bourne Cornflake” nennen können

The Bourne Ultimatum (Das Bourne Ultimatum), USA 2007 - deutscher Kinostart: 06.09.2007
8 Punkte


2 Kommentare »

  1. Ich hab ihn heute Nachmittag gesehen und fand ihn ebenfalls sehr gut. Die wackelige Handkamera hat zwar stellenweise genervt (besonders in den Kampfszenen), aber ansonsten habe auch nicht viel auszusetzen. Eine Fortsetzung sollte man sich aber wirklich sparen. Das passt schon so, wie es zu Ende ging.

    Gravatar Image Comment von Andreas — 11.09.2007 @ 17:59

  2. Ich habeb den Film heute gesehen. Finde ihn einfach Spitze. Jedoch bin ich ein wehnig erstaunt, dass die eine Szene 1:1 aus “DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG” übernommen wurde. Er beobachtet Pamela Landy in Ihrem Büro und sagt dann am Handy: “Ruhen Sie sich aus, Pam. Sie sehen müde aus.”

    Gravatar Image Comment von Stefan — 16.09.2007 @ 23:02

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