Filmkritik: Perfect Stranger (Verführung einer Fremden)
“E-mail für dich” on steroids… auch hier gehts um Liebesanbahnung per Internet, allerdings nicht als romantic comedy, sondern als (recht konventioneller) Thriller, der durch das Internet-Thema einen modernen Anstrich bekommen soll.
Die Starjournalistin Rowena Price (bildhübsch: Halle Berry) erfährt, dass ihre Freundin Grace ermordet worden ist, nachdem sie eine heimliche Affäre mit dem verheiratenten Harrison Hill (Bruce Willis) hatte. Hill ist ein erfolgreicher Chef einer Werbeagentur und flirtet nicht nur mit seinen weiblichen Angestellten, sondern sucht auch in Internet-Chatrooms nach neuen Affären. Rowena versucht, Hill den Mord an ihrer Freundin nachzuweisen, indem sie sich selber an ihn ranmacht, sowohl über einen Chatroom, als auch in seiner Firma, wo sie unter falscher Identität einen Job annimmt.
Ihr Kollege Miles (Giovanni Ribisi), ein Computer-Nerd, unterstützt sie bei ihren Recherchen und hilft ihr, fremde Accounts zu knacken und andere Identitäten anzunehmen. Natürlich kann er sich hollywoodtypisch problemlos in alle Systeme einloggen und auch vertrauliche Personaldaten abrufen. Und weil Chatrooms abfilmen für einen Spielfilm immer schwierig ist, greift man auf das spätestens seit Wargames etablierte Standard-Mittel der Sprachausgabe zurück - wenn Row mit Harrison chattet, klingt die Stimme von Bruce Willis aus den Computerboxen.
Die Story folgt dem gängigen Thriller-Muster, einen offensichtlichen und mehrere hintergründig Verdächtige aufzubauen und immer wieder Nebelkerzen zu werfen und falsche Fährten zu legen. Der Film ist solide gemacht, die Bilder auf Hochglanz poliert und die Geschichte unterhaltsam erzählt, aber man hat das Gefühl, das Storymuster in der einen oder anderen Form schon hundertmal gesehen zu haben. Die Auflösung ist dann durchaus nochmal überraschend, aber wirkt so konstruiert, dass man sich fast ein vorhersehbareres aber dafür glaubwürdigeres Ende gewünscht hätte. Es wirkt so, als wenn die Drehbuchautoren auf Teufel komm raus der Geschichte nochmal einen anderen Dreh geben wollten, ohne auf die Stimmigkeit mit den ersten eineinhalb Stunden des Films allzugroßen Wert zu legen.
Das Setting in einer Werbeagentur ist natürlich ein ideales Umfeld für Product Placement, was von Victoria’s Secret über Reebok bis Heineken auch ausgiebig genutzt wird. Nunja, das Einspielergebnis in den USA war für die hochkarätige Besetzung (in einer Nebenrolle darf man auch Supermodel Heidi Klum bewundern) mit gut 20 Millionen nicht so dolle, da kann man ein paar Zusatzeinnahmen sicher gut gebrauchen.
Ganz nette Unterhaltung für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger.
Perfect Stranger (Verführung einer Fremden), USA 2007 - deutscher Kinostart: 12.04.2007










Das Ende ist zwar überraschend, aber auch nur deshalb, weil es haarsträubender gar nicht sein könnte. Bezeichnenderweise hat es wohl 3 Enden gegeben und man hat dann quasi das fertige ausgelost.^^
Ein grausamer Film war das.
ausgelost… kann ich mir gut vorstellen. Oder man hat einfach das Ende genommen, das beim Testpublikum das meiste Stirnrunzeln verursacht hat.