Herr Hahne und Frau Roth
Mit Claudia Roth ist es ja so wie bei einem Unfall auf der Autobahn. Ganz schrecklich, aber man kann nicht weggucken. Da sage nochmal jemand, den Begriff Fremdschämen gäbe es erst seit Stromberg. Am Sonntag gab es mal wieder so einen Unfall einen Fernsehauftritt von Claudia Roth, und zwar im Rahmen der ZDF Sommerinterviews. In dieser Reihe reisen gnadenlos investigative Journalisten (in diesem Fall Ober-Spürhund Peter Hahne) den Politikern in ihren Urlaubsort nach, um sie über Gott, die Welt und ihre Lieblingsnachspeise zu befragen.
Frau Roth verweilt natürlich nicht wie einst der Kanzler am Wolfgangssee, oder wie die gleichnamige Fraktion an der Toskana, sondern wie es sich für einen Gutmenschen gehört bei unseren türkischen Freunden in Istanbul. Im Interview geht es um die EU-Anbindung der Türkei (richtig), das deutsche „Zuwanderungs- bekämpfungsgesetz“ (falsch), den nächsten Bundespräsidenten (”Das könnte auch eine Frau sein”), mögliche schwarz-grüne Bündnisse (”Koalitionen sind keine Beziehungskisten”), die Situation in Afghanistan (”Herr Hahne, es fehlt an ner Polizeistruktur”) und den “War gegen Terror” (sic!), der endlich beendet werden müsse. An dieser Stelle wagt es Peter Hahne, mit einem kleinen Exkurs in die Realität zu bremsen: “Also nur mit Sozialarbeit können Sie ja die Taliban nicht bekämpfen”, was Frau Roth in ihrem Redefluß natürlich nicht weiter stört.
Die Welt, zugegebenermaßen nicht gerade die Grünen-Hauspostille, sieht im Kammerspiel von Frau Roth und Herrn Hahne gar Parallelen zu Loriot-Sketchen, wünscht sich aber dann doch schnell, “der Kameramann würde Herrn Hahne und Frau Roth einen Moment alleine lassen und stattdessen auf die Abendsonne am Bosporus zoomen oder dem plärrenden Kind im Hintergrund ein Gesicht geben.”
Das ganze Drama gibts hier nochmal online zu sehen.








