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Filmkritik: The Simpsons Movie (Die Simpsons - Der Film)

abgelegt unter: Film von Enk am 03.08.2007
The Simpsons Movie
© 20th Century Fox
“…Ich glaubs nicht, wir zahlen Eintritt für etwas, das wir im Fernsehen umsonst kriegen. Wenn ihr mich fragt, seit ihr alle hier im Kino totale Versager!” - Homer Simpson

Kaum ein Film ist in den letzten Monaten so gehyped und mit Erwartungen aufgeladen worden wie der Simpsons Film. Die Trailer laufen schon seit Monaten in den Kinos, und die (durchaus innovativen) Marketingideen kursieren überall im Netz. Die Fallhöhe war also durchaus hoch, aber erstaunlicherweise wird der Film den Erwartungen im großen und ganzen gerecht, und die Kritiken fallen zu recht durch die Bank sehr gut aus.

Natürlich ist The Simpsons Movie nicht die Neuerfindung der Serie, man bewegt sich im bekannten Springfield-Kosmos. Auch optisch hat man größtenteils auf digitale Spielereien verzichtet, was im Vergleich zur gewohnten cgi-Hochglanzoptik von Shrek, Nemo & Co. geradezu erfrischend konventionell wirkt. Das ganze fühlt sich an wie eine - allerdings sehr gute - Doppelfolge der TV-Serie, was die Macher auch gar nicht verhehlen, in dem sie zur Hälfte der Spielzeit ein “Fortsetzung folgt…. jetzt!” einblenden.

Enk Simpson
Enk Simpson

Der Film legt von Beginn an ein hohes Tempo vor: Schon die einleitende Twentieth Century Fox Fanfare wird durch gesangliche Untermalung von Ralph Wiggum veredelt, und erst mit der letzten Sekunde des Abspanns ist das Gag-Feuerwerk zuende. Dazwischen wird wie üblich alles und jeder durch den Kakao gezogen, allem voran der Film selbst und seine Zuschauer, z.b. wenn Homer beim Kinobesuch des “Itchy und Scratchy”-Films sich darüber aufregt, dass Leute Geld für etwas bezahlen, was auch umsonst im Fernsehen läuft. Eine Menge der Gags richtet sich an Simpsons Insider, funktioniert aber auch für Neueinsteiger, so zum Beispiel wenn Ned Flanders vermeintlich das lang gehütete Geheimnis der geographischen Lage von Springfield aufklärt und auf die Nachbarstaaten Ohio, Nevada, Maine und Kentucky zeigt.

Kritisiert worden ist, dass der Film weniger bissig sei als die Serie und eher auf Slapstick und Klamauk setze. Doch auch im Kinofilm wird nicht mit bösen Seitenhieben auf aktuelle politische und gesellschaftliche Zustände gespart. Sei die Darstellung eines größenwahnsinnigen und korrupten Leiters der Umweltbehörde einer republikanischen Schwarzenegger-Administration, oder die Persiflage auf Al Gores effekthascherisches Öko-Filmchen “An Inconvenient Truth”. Die Umweltverschmutzung Alaskas durch Ölkonzerne wird genauso adressiert wie die manische Prüderie in Amerika, wenn Barts Penis nach einer rasanten Verfolgungsjagd hollywood-typisch immer wieder von Passanten oder vorbeifliegenden Blätter verdeckt wird, um dann am Ende doch sekundenlang prominent ins Bild zu rücken.

Natürlich gibts auch ein paar prominente Gaststars, neben Green Day zeigt vor allem Tom Hanks, den ich nicht zuletzt aufgrund seiner furchtbaren deutschen Synchronstimme eigentlich unerträglich finde, erstaunlichen Mut zur Selbstironie.

Neben all den Gags hat The Simpsons Movie sogar geradezu sentimentale Momente, etwa wenn Homer seiner Marge gesteht: “Ich versuch doch nur, den Tag unbeschadet zu überstehen, bis ich mich wieder an dich rankuscheln darf.“

Ein absolut sehenswerter Film, und ausnahmsweise kann man sich mal auf eine unvermeidliche (und im Abspann schon angekündigte) Fortsetzung freuen.

The Simpsons Movie (Die Simpsons - Der Film), USA 2007 - deutscher Kinostart: 26.07.2007
9 Punkte


3 Kommentare »

  1. Ich bin mal auf den Film gespannt, denn ich habe inzwischen den einen oder anderen Artikel gelesen, der der Meinung war, dass der Film in den meisten Reviews etwas zu gut wegkommt. Gut, aber eben nicht soooo gut. Mal sehen…

    Der “Simpson Enk” sieht Dir übrigens kein Stück ähnlich.

    Gravatar Image Comment von Zwieperseil — 5.08.2007 @ 13:01

  2. Ach, ganz vergessen:
    Die Engelke als Marge stinkt zum Himmel!
    In “Nemo” fand ich sie ganz ok, aber ihre Interpretation der Marge ist echt schrott. Die Krone hat sie dem Ganzen dann ja noch aufgesetzt, als sie in einem Interview meinte, sie wäre viel näher an der Originalstimme dran als die Volkmann. Das stimmt objektiv ja sogar, aber Elisabeth Volkmann hat Marge Simpson dermaßen gut verkörpert, dass es inzwischen keine Rolle mehr spielt, wie die Originalstimme klingt. Für die deutschen Zuschauer war die Volkmann fast 20 Jahre Marge Simpson. Davon völlig abzuweichen und dann noch zu behaupten, man selbst sei ja eigentlich viel besser authentischer, ist einfach ne Frechheit!

    Gravatar Image Comment von Zwieperseil — 5.08.2007 @ 13:12

  3. Ich muss gestehen, mir ist die Engelke anfangs überhaupt nicht aufgefallen. Ich hatte von den neuen TV-Folgen bislang noch nichts gesehen, bei Marge also immer noch Elisabeth Volkmanns Stimme im Ohr. Ich fand im Nachhinein (nach all der Kritik die ich gelesen hatte), dass Engelke erstaunlich nah am Volkmann-Vorbild war.

    Was den Enk Simpson angeht - du fandest ja auch schon meinen Spitzen Wii-Mii nicht gut getroffen… du bist da einfach zu kritisch :)

    Gravatar Image Comment von Enk — 5.08.2007 @ 13:33

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