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Kinobesucher doch keine Verbrecher

abgelegt unter: Film von Enk am 01.08.2007

Ratatouille TrailerSollte es tatsächlich sowas wie Einsicht bei der Film- und Musikindustrie gegeben haben? Jahrelang hat man versucht, die eigene zahlende Kundschaft mit dem unsäglichen und sachlich falschen Slogan “Raubkopierer sind Verbrecher” einzuschüchtern und zu kriminalisieren. Die entsprechenden Spots (”noch dreimal Singen”) liefen ja eben nicht zielgruppengerecht in Internet-Tauschbörsen, sondern wurden den ehrlichen Kunden als Kinotrailer oder - Gipfel der Frechheit - nicht wegschaltbarer DVD-Vorspann aufgedrückt. Nutzer von ..äh.. dezentralen Sicherungskopien aus dem Netz kamen hingegen eher selten mit diesen Propaganda-Filmchen in Berührung. Man muss sich das nur mal vorstellen: An der Supermarktkasse ermahnt die Kassiererin beim Bezahlen jeden unbescholtenen Kunden: “Wenn sie das nächste mal was klauen, kommen Sie in den Knast” (mal den Shopblogger fragen, vielleicht ist das ja gängige Praxis).

Mittlerweile scheint man gemerkt zu haben, dass Kundenbeschimpfung nur bedingt geeignet ist, die eigenen Umsätze zu steigern, und man besinnt sich überraschenderweise auf die eigenen Stärken. Derzeit läuft in den Kinos der neue Anti-Piracy Trailer mit Szenen aus Pixars Streifen Ratatouille, der die - ja tatsächlich vorhandenen - Vorteile des Originals für den Nutzer herausstellt. Man solle sich doch bitteschön nicht minderer Qualität von Raubkopien aus dem Internet zufrieden geben, wenn man auch perfektes Bild und einwandfreien Ton im Kino genießen kann. Das ist doch mal eine sinnvolle Botschaft. Denn es ist mir in der Tat unverständlich, wie sich jemand eine verpixelte, mit der Videokamerea von der Leinwand gefilmte Version von “Stirb Langsam 4.0″ aus dem Netz zieht und dann meint, er hätte auch nur annähernd das cineastische Erlebnis eines Kinobesuchs mit Breitbildleinwand und Dolby THX Sound.

Jetzt muss die Rechteindustrie nur noch verstehen, dass man dem ehrlichen Kunden auch tatsächlich ein qualitativ hochwertigeres Produkt anbieten muss und ihn nicht mit DRM-Gängeleien verarschen sollte. Bislang versucht man ja immer noch, dem zahlenden Kunden vorzuschreiben, wann er wie und auf welchem Medium einen Film oder ein Musikstück abspielen kann, während der “Raubkopierer” lustig überall seine Musik anhören und kopieren kann. Solange dieser DRM-Quatsch nicht aufhört, muss man sich über sinkende Umsätze nicht wundern. Aber man scheint ja auch hier auf dem richtigen Weg zu sein


1 Kommentar »

  1. Amen, Bruder.

    Gravatar Image Comment von Zwieperseil — 1.08.2007 @ 19:39

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