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Filmkritik: Clerks II

abgelegt unter: Film von Enk am 25.07.2007

There is only one Return, and it ain’t of the King, it’s of the Jedi” - Randal

Mit Clerks hatte Kevin Smith 1994 einen Überraschungshit gelandet, der seine Karriere als Regisseur und in letzter Zeit vor allem Schauspieler (z.B. in Stirb Langsam 4.0 oder Catch and Release) begründet hat. Clerks war eine ultra low budget Produktion in schwarzweiss, ist aber aufgrund seiner Mischung aus Slacker-Verherrlichung, Brachialhumor und Popkulturzitaten schnell zum Kultfilm avanciert. Beim Label “Kultfilm” hat es ein zweiter Teil immer schwer, den Erwartungen gerecht zu werden. Erstaunlicherweise macht Smith, der mit Jersey Girl auch schon einen echten Flop geliefert hat, hier alles richtig. Clerks II greift die Stimmung des ersten Teils auf und bleibt dem Stil treu, ohne ein reiner Abklatsch zu sein, Smith entwickelt seine Figuren glaubwürdig weiter.

Dante (Brian O’Halloran) und Randal (Jeff Anderson) haben die vergangenen dreizehn Jahre damit zugebracht, weiter im Quick Stop Shop zu arbeiten, der Schauplatz des ersten Teils war. Der Shop fackelt allerdings gleich in der ersten Minute von Teil 2 ab, und so müssen sich die beiden einen neuen McJob suchen. Sie fangen im Burgerladen “Mooby’s” an, wo sie mit Elias (Trevor Fehrman) zusammenarbeiten, einem 19 jährigen nerdigen Typen aus behüteter christlicher Familie, der immer wieder Opfer von Randals obszönen Provokationen wird.

Mittlerweile 32 Jahre alt ist Randal immer noch der motivationslose zynische Slacker, der in den Tag hineinlebt, allerdings kommt selbst er mittlerweile manchmal ins Grübeln: “Sometimes i get the feeling the world kind off left us behind a long time ago”. Dante hingegen hat das große Los gezogen: Er ist mit der hübschen Emma (Jennifer Schwalbach Smith) zusammen und will sie heiraten und mit ihr nach Florida ziehen. Nach der Heirat winken von den Schwiegereltern ein Haus und ein Job als Leiter einer Waschanlage - das “golden ticket”, um endlich aus seiner McJob Karriere auszubrechen und ein “richtiges” Leben zu führen. Was die Sache kompliziert macht, ist allerdings nicht nur Randal, der mit Sorge sieht, dass sein Freund sich aus dem Staub machen will, sondern auch die Tatsache, dass Dante eine Affäre mit seiner Chefin Becky (großartig: Rosario Dawson) hat.

Die Handlung ist wieder der Aufhänger für zahlreiche absurde tiefenpsychologische Gespräche der Protagonisten, z.B. über die Frage, ob Star Wars besser ist als Herr der Ringe (ist es), oder Transformers Blasphemie sind (sind sie: “In as much as God sent his only begotten son to die on the cross to redeem mankind and all we did to pay him back was make terrible fucking cartoons, like the Transformers.”). Daneben gibts natürlich wieder jede menge derben Humor und Anzüglichkeiten weit unter jeder Gürtellinie z.B. aus dem Bereich … ahem… “inter species erotica”. Und natürlich dürfen auch Jay und Silent Bob nicht fehlen (letzterer wie immer von Kevin Smith persönlich gespielt), die sich als running gag durch fast jeden Smith-Film ziehen. Und erwartungsgemäß gibt es auch wieder diverse Cameos aus dem Smith-Freundeskreis (z.B. Ben Affleck).

Die Produktion ist im Vergleich zu Teil 1 erheblich aufwändiger, nicht mehr jede Szene spielt sich im Shop bzw. im Burger Laden ab, es gibt sogar eine Musical-Massenszene - aber für Hollywood-Verhältnisse ist das natürlich immer noch ziemlich low budget. Alles andere hätte die Stimmung des Films vermutlich auch zerstört.

Was Clerks sehenswert macht, ist die Mischung aus Brachialhumor, derben Sprüchen und dennoch sehr subtiler und glaubwürdiger Charakterzeichnung, der Film hat neben den vordergründigen Pointen durchaus ernste und sehr emotionale Untertöne. Eine wirklich gelungene Fortsetzung, die zu recht fast überall hochgelobt worden ist.

Clerks II, USA 2006 - deutscher Kinostart: 12.07.2007
9 Punkte


2 Kommentare »

  1. Mich würde ja mal interessieren, ob die deutsche Synchro etwas taugt. Teil 1 erschien hierzulande ja nicht ohne Grund als OmU: Viele der Gags sind extrem schwer oder gar nicht zu übersetzen. Ein ähnliches Beispiel ist ja auch “Ali G. in da House”, der auf Deutsch total grottig ist.

    Gravatar Image Comment von Zwieperseil — 27.07.2007 @ 13:44

  2. kann ich leider nix zu sagen, hab die Originalfassung gesehen. Kann mir aber auch kaum vorstellen, dass man den Humor halbwegs vernünftig übersetzt kriegt.

    Gravatar Image Comment von Enk — 29.07.2007 @ 0:32

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