Jetzt neu bei Lidl: Greenpeace Schlauchboote für die nächste Öko-Aktion
…ok, nicht ganz, aber fast. Der Skandal ist ja schon seit ner Woche durch die Medien gegeistert und schnell erzählt: Obst von Lidl hat bei einem Test von Greenpeace vor zwei Jahren katastrophal abgeschnitten. Zwischenzeitlich hat Lidl mit Greenpeace vereinbart, 150.000 Greenpeace-Magazine pro Ausgabe abzunehmen (ohne Remissionsrecht!), und siehe da, im neuen Pestizid-Test hat Lidl am besten abgeschnitten. Die besondere Pointe: von den Magazinen verkauft sich bei Lidl wohl praktisch nichts, so das Lidl alle zwei Monate geschätzte 300.000 Euro für Altpapier bezahlt hat (zwischenzeitlich ist die Abnahmemenge wohl halbiert worden).
Der eigentliche Skandal ist aber, wie Greenpeace mit diesem Vorfall umgeht. Zunächst halten sie es nicht einmal für nötig, jemanden zu Stern TV ins Studio zu schicken - und als sie dann ein paar Tage später merken, was für ein Medienecho die Geschichte bekommt, schicken sie zur nächsten Sendung einen bärtigen Typen, der scheinbar noch nie vorher eine Kamera gesehen hat. Bzw. noch schlimmer: wenn sie einen schlauchbooterfahrenen Öko-Aktivisten geschickt hätten, der sich nicht ganz so mediengerecht ausdrücken kann, hätte das zumindest noch Authentizität ausgestrahlt, aber dieser Typ (Roland Hipp, der wohl in der Tat schon mal im Schlauchboot gesessen hat) war eine Mischung aus Null Charisma und sehr schlechtem Media-Training. Man hat ihm in etwa drei Standardsätze auswendig lernen lassen, die er dann zu jeder passenden oder unpassenden Frage runtergebetet hat. Da war ja selbst der Kotzbrocken Vertreter von Lidl symphatischer. Unfaßbar. Früher hatten die bei Greenpeace doch mal so eloquente und charismatische Figuren wie Thilo Bode.
Auch online ist Greenpeace nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für Transparenz - es gibt zwar eine Stellungnahme von Geschäftführerin Brigitte Behrens, die aber gut versteckt ist unter “weitere Nachrichten” und auf die Merkwürdigkeiten des Lidl-Deals (z.b. der branchenunübliche Verzicht auf Remission unverkaufter Hefte) nicht weiter eingeht. Auf den Seiten des Greenpeace-Magazins ist dafür dann gleich gar nichts über den Lidl-Deal zu lesen.
Für Stern TV wars auf jeden Fall seit langem mal wieder eine (ich kanns mir nicht verkneifen) Stern-Stunde - fast so gut wie der legendäre Autobild/Mercedes Skandal.








