Filmkritik: Flyboys
“All his friends are dead”
Flyboys ist eine Art Top Gun im 1. Weltkrieg. Die angeblich auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte handelt von einer Gruppe amerikanischer Freiwilliger, die sich 1916 der französischen Fliegerstaffel Lafayette Escadrille anschließen, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Alle sind vor ihrem alten Leben geflohen (dem einen drohte zuhause Gefängnis, der nächste ist frisch aus Havard geflogen, wieder einer entflieht dem Bankrott der Familie) um sich in Frankreich ins Abenteuer zu stürzen: Fliegen war damals gerade erst erfunden und ein Job für Wagemutige, die Lebenserwartung der Kampfpiloten in der Kompanie lag im Schnitt bei nur wenigen Wochen.
Die Ausbildung beginnt als Erlebnis, nicht wie in den üblichen Vietnam-Filmen mit hartem Drill in der Kaserne, sondern mit lustigen Flugübungen. Die Nachwuchssoldaten residieren in einer schloßähnlichen Villa, und die Truppe hat einen echten lebendem Löwen als Maskottchen. Krieg ist ein großer Spaß. Das endet natürlich mit dem ersten echten Einsatz, als die ersten Rekruten vom Himmel fallen. Aber dennoch bleibt der Krieg vor allem ein Abenteuer für die Protagonisten: James Franco (gerade erst als Harry in Spiderman 3 zu sehen) spielt Blaine Rawlings, der schnell vom Nachwuchspiloten zum Hot Shot der Truppe wird. Cassidy (Martin Henderson) ist der unvermeidliche zynische “seen it all” Veteran, der den jungen Nachwuchspiloten zeigt, wie der Hase fliegt läuft. Den netten Ausbilder Thenault spielt derjenige, der immer den Franzosen in amerikanischen Filmen gibt - genau: Gerard Depardieu Jean Reno (der hier mit Schnurrbart aussieht wie Magnums Higgins). War Reno nicht früher mal in eher anspruchsvolleren Rollen zu sehen? Mittlerweile scheint er alles anzunehmen, was Geld bringt. Schade eigentlich.
Natürlich gibt es auch einen “Endgegner”, den Schwarzen Falken, einen bösen deutschen Elitepiloten mit schwarzlackierter Maschine, der gerne auch wehrlose amerikanische Soldaten am Boden abschießt. Und natürlich kommt es zum Schluß zum großen Showdown zwischen unseren Helden und dem Falken (wer mag da wohl gewinnen? Da will ich mal lieber nicht zuviel verraten, um die Spannung nicht zu verderben …)
Das ganze ist angereichert mit allen Standard-Klischees: hübsche laszive Französinnen, heldenhafte Amerikaner, böse Deutsche, die auf unschuldige Zivilisten schießen (aber dafür natürlich umgehend von den heroischen amerikanischen Fliegern abgeschossen werden). Das ist streckenweise so platt und pathetisch, das es weh tut. Da landet Held Blaine auch gerne mal mitten zwischen den feindlichen Schützengräben, um seinen abgeschossenen Freund zu retten (wtf?), oder er rettet zwischendurch auf eigene Faust Freundin und Kinder in einer Privatmission vor den vorrückenden Deutschen. Die hölzernen Dialoge machen das ganze auch nicht wirklich besser. Das ganze erinnert mit dem kitschigem Krieg-Pathos sehr stark an Pearl Habour.
Was den Film - ähnlich wie Pearl Habour - trotz der dünnen Story streckenweise sehenswert macht, ist die visuelle Umsetzung. Durch die fantastischen Bilder der Luftkämpfe über der französischen Landschaft ist der Krieg ist in höchstem Maße ästhetisiert: Großes Ausstattungskino, rasante Jagdszenen unter glänzender Sonne, brennende Flugzeuge, explodierende Zeppeline, viel zu gucken.
Doch trotz aller imposanter Tricktechnik wirkt das ganze auf merkwürdige Art altbacken - die Großaufnahmen der tollkühnen Helden in den fliegenden Kisten mit Fliegerbrille und Lederhaube erinnern dann irgendwie doch wieder an alte Heinz Rühmann Filme in schwarzweiss.
Anders als Pearl Harbour ist Flyboys in den USA übrigens ziemlich gefloppt und hat mit 13 Mio Dollar Einspielergebnis nur einen Bruchteil der Kosten eingespielt. Trifft aber keinen Armen, angeblich hat Oracle Gründer Larry Ellison die Hälfte der 60 Millionen Dollar Produktion aus eigener Tasche bezahlt, damit sein Sohn David mitspielen darf.
Flyboys, USA 2006 - deutscher Kinostart: 10.05.2007











Pearl Habour mag ja von der Story her schlimm gewesen sein. Aber wenigsten wurden dort Flugzeuge dargestellt welche in der richtigen Schlacht damals auch wirklich flogen. In Flyboys kämpfen Neuport 17 Doppeldecker gegen rote deutsche Fokker Dreidecker.Das war in Wirklichkeit gar nicht so.
Nur das oberböse deutsche Schurkeflieger Ass hat alles in Pech schwarz. Nicht nur das Flugzeug ist schwarz, nein auch die Bekleidung, Fliegerkappe und Fliegerbrille, ja wahrscheinlich hatte der schwarze Falke sogar schwarze Schlüpfer (mit eisernem Kreuz drauf) angehabt.Wer weiß das schon? In den Nahaufnahmen hat der schwarzr Falke sogar richtig verrückt und irre in die Wäsche gekuckt. (ich dachte manchmal es könnte Göring gemeint gewesen sein)Aber auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass die Autoren einen so tiefen Einblick in die Luftkriegsgeschichte je gehabt haben…
Schlimm das man heute noch so schlechte Filme dreht, und das auch noch für 60 Millionen Dollar. Ich denke da kriegen die Europäer demnächst mit dem “roten Baron” für 20 Millionen Euro was wesentlich besseres hin.
Bei einem Übungsflug machen zwei der jungen Flieger eine Bruchlandung in einem Baum. Der Baum steht in der Nähr eines Puffs. Die Flieger werden von einer Herde Top aussehender französicher Nutten geborgen und im Puff gesund gepflegt.
Der Hauptdarsteller wird von der schönsten der Mädchen gerettet. Später stellt sich heraus, dass genau dieses Mädchen keine Prostituierte ist, sondern nur in dem Haus war um mit Ware zu handeln.
Har har har har har !!!!! Uuuaaa har har har har !!!!
Die Storyschreiber des Films sind verrückter als eine Horde Scheißhausratten.
Tja, in der Tat, die Story ist streckenweise mehr als hanebüchen. Um so mehr hat es mich gefreut, dass der Film in den USA gefloppt ist.
Naja, die Nieuport17 hatte anfangs ein MG oben auf der Tragfläche. Später das synchronisierte auf dem Rumpf vor dem Piloten. Im Film sieht man nämlich genau beide Varianten fliegen. Die N. 17 kam 1916 in die Schlacht. Kann ja sein dass die Franzosen 1917 noch einige von den Dingern hatte und diese den freiwilligen Amis gegeben haben
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Der film ist zwar dünne und hier wurde alles gesagt. Aber die letzten dieser Filme sind aus einer Zeit wo mein Vater noch mit der flinte um den Weihnachtsbaum stolzierte…siehe Der blaue Max (mit dem Alten von A-Team) oder Der Rote Baron(der beste Film, hier ist Göring auch schon ein Bösewicht) oder das lächerliche “Schlacht in den Wolken” (in den Kampfszenen wurden nur deutsche Flieger abgeschossen, muss ne Vorlage für das alte Spiel “Wings of Fury” gewesen sein).
Der schwarze Falke soll wohl wirklich Göring sein. Glaub auch sein Flieger war schwarz…
Und ja, anfangs haben die meisten Richthofens Flieger imitiert und rot angemalt. Natürlich andersfarbig an einigen kleinen Stellen zum unterscheiden. Es gab auch ganze Staffeln mit Dreideckern.
Aber wenigstens wurde Richthofen als “Ritter” dargestellt, in dem er dem Hauptdarsteller das Leben ließ als Ausgleich weil sein Kollege den Ami am Boden niederschoss.
Ach und eins noch…ich bezweifle, dass zu der Zeit Afroamerikaner Piloten waren. Nichts gegen Schwarze, aber so frei war Amerika nun auch noch nicht…
@ ReinsteckefuX: so kann man sich irren: Eugene Bullard (*9. Oktober 1894 in Columbus, Georgia;† 12. Oktober 1961 in New York City) war der erste afroamerikanische Kampfpilot. Während seines Aufenthalts in Großbritannien arbeitete er als Boxer und in einer Music Hall. Auf einer Reise nach Paris beschloss er dort zu bleiben. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs trat er 1914 in die Fremdenlegion ein, wurde 1916 bei der Schlacht um Verdun verwundet und erhielt das Croix de Guerre. Versetzt zur Lafayette Escadrille der Aéronautique Militaire kam er schließlich am 27. August 1917 zur SPA 93. Dort flog er etwa 20 Einsätze und schoss zwei Feindflugzeuge ab (ein Abschuss unbestätigt).[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Eugene_Bullard]