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Filmkritik: The Death and Life of Bobby Z (Lets kill Bobby Z)

abgelegt unter: Film von Enk am 07.05.2007


“You bring me Z. Alive.You have three days”
“I want him in Pieces, tiny little Pieces”

Routiniert erzählte Actionstory im Tarantino-Look and Feel, basierend auf einem Roman von Don Winslow.
Tim Kearney (Paul Walker) ist ein Loser, der nach der dritten Straftat zu lebenslanger Haft verurteilt ist (die berüchtigte amerikanische three strikes rule) . Sein Glück ist, dass er einem legendären Drogendealer und Surferkönig - dem berühmten Bobby Z - zum Verwechseln ähnlich sieht. Z ist seit einiger Zeit verschollen, und so bietet Detective Ted Gruzsa (Laurence Fishburne) an, dass Tim als sein Doppelgänger für einen Gefangenenaustausch mit einem mexikanischen Drogenbaron auftritt.

Der Austausch endet in einer Schießerei, und Tim landet als Bobby Z auf der Hacienda von Mafiaboss Don Huertero (Joaquim De Almeida). Diese ist ein Treffpunkt für russische Mafiosi, Menschenhändler und sonstige halbseiden Gestalten, und hier trifft Tim auch auf Bobbys attraktive Geliebte Elisabeth (bildhübsch: Olivia Wilde) und Bobbys Sohn Kit. Als Tim erfährt, dass ihn Don Huerto wegen eines geplatzten Drogengeschäftes ermorden will, ergreift er die Flucht. Kit, der ihn für seinen Vater hält, hängt sich an ihn, und es beginnt eine rasante Verfolgungsjagd durch die mexikanische Prärie bis nach Kalifornien, auf der Tim und Kit sich vor Don Huertos Leuten, der Drogenpolizei und einer brutalen Bikergang in Sicherheit bringen müssen.

Der Film ist mit einer erfrischenden Leichtigkeit inszeniert die eine gute Balance findet zwischen überzeichneter Hollywood-Action und halbwegs glaubwürdiger Story. Die Verfolgungsjagd durch Mexiko (mal was anderes: Pferd gegen Motorräder) ist mit stimmungsvollen Landschaftsbildern gefilmt und passendem Soundtrack unterlegt. Auch die Charaktere sind eine ganz coole Mischung aus Hollywood-Klischees (gnadenloser Drogenpate, zwielichtiger Cop, attraktive undurchschaubare Gespielin, harter Cowboy, bärtige Biker-Gang), die als Figuren dennoch interessant bleiben und sogar die eine oder andere überraschende Wendung bereithalten. Selbst das typische bockige Kind, dass auf der Flucht als Sidekick herhalten muss, nervt weniger als in den meisten anderen Filmen.

Die schauspielerische Leistung ist solide, Laurence Fishburne gibt überzeugend das Rauhbein und Paul Walker den zwischen seinen Rollen schwankenden Doppelgänger. Als Bonus darf zum Schluß noch Jason Lewis (der “Smith” aus Sex & The City) zum Showdown auftauchen.

Der Film lebt von der coolen Atmosphäre, dem Soundtrack und Bildern. Ein im besten Sinne altmodisches Action-Popcorn-Kino, sehenswerter als so manches hochgehypte Blockbuster-Spektakel der letzten Zeit. Das Ende ist zwar nicht halb so überraschend, wie Autor Don Winslow sich das wohl vorgestellt hat, die Pointe ist schon recht früh absehbar, aber dennoch ist das ganze bis zum Schluß spannend und sehenswert inszeniert.

Etwas irritiernd, warum der deutsche Verleih es für nötig gehalten hat, den Titel in “Let’s kill Bobby Z” zu “übersetzen” (ist das für deutsche Ohren leichter verständlich? Klingt das cooler? Wir werden es nie erfahren).

The Death and Life of Bobby Z (Let’s kill Bobby Z), USA 2006 - deutscher Kinostart: 03.05.2007
8 Punkte


2 Kommentare »

  1. Ich fand den Film einfach nur großartig. Bei dieser Besetzung hat mich das doch ein wenig überrascht.

    Gravatar Image Comment von Sascha — 7.05.2007 @ 16:24

  2. Die deutsche Titelvergabe ist wahrlich grandios. Erinnert mich an “3000 Miles to Graceland” bzw. “Crime is King” (”deutscher” Titel).

    Gravatar Image Comment von bullion — 7.05.2007 @ 19:36

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