Filmkritik: Epic Movie (Fantastic Movie)
Mit Filmkritiken ist das ja so eine Sache. Eigentlich sollten sie einen davor bewahren, schlechte Filme anzuschauen, und dafür auf sehenswerte Perlen aufmerksam machen. Dann gibt es aber wieder Leute, die eine Kritik am liebsten erst lesen, nachdem sie den Film selber gesehen haben, sei es um unvoreingenommen zu sein und sich nicht durch Spoiler den Filmspaß zu verderben, oder weil es einfach mehr Spaß macht über etwas zu lesen, bei dem man selber mitreden kann. Zu letzteren zähle ich mich (und befinde mich da scheinbar in guter Gesellschaft). Das Problem dabei: man wird eben nicht davor bewahrt, den grottigsten Zelluloidschrott zu schauen, auch wenn man es eigentlich hätte besser wissen können.
Speaking of Schrott - kommen wir zu Epic Movie, oder wie der deutsche Verleih elegant übersetzt: Fantastic Movie (wtf??). Dass hier nicht für den nächsten Drehbuch-Oscar produziert wurde, war schon klar, aber für einen soliden Klamauk mit Genre-Parodien im Stil der Zucker/Abrahams/Zucker Filme bin ich immer zu haben. Das ZAZ Frühwerk Top Secret halte ich für einen Meilenstein der Filmgeschichte, und auch spätere Genre-Erfolge wie Hot Shots oder Naked Gun fand ich noch ziemlich lustig. Lustig aber ist Epic Movie gerade nicht. Was als pointenreiche Satire auf die aktuellen Kino-Blockbuster wie Fluch der Karibik, Da Vinci Code, Harry Potter oder X-Men verkauft wird, ist über weite Strecken nur ein Kostümzirkus in nachgebaute Sets, bei dem der einzige Witz darin besteht, die “parodierten” Originale wiederzuerkennen. Und wenn dann mal alle paar Szenen ein lauwarmer Gag eingebaut ist, hat der in der Regel ziemlich pubertäres Niveau.
Die Da Vinci Code Parodie zu Beginn entlockt einem noch den einen oder anderen Schmunzler (über die geheime Botschaft auf der Mona Lisa “So lame the hair of Tom” musste ich wirklich lachen), danach wirds dann aber nur noch albern. Ganz unlustig ist es natürlich, wenn man die veralberten Filme im Original gar nicht kennt, und das ist hier nicht selten der Fall bei Kinderfilmen wie Narnia und Co., amerikanischen MTV-Reality Formaten, oder den zahlreichen eingestreuten Hip-Hop Einlagen, die sicher auch ganz tolle Anspielungen und Cameos beinhalten, sich mir aber leider verschlossen haben. Vielleicht ist auch das das Problem: für die wohl angestrebte Zielgruppe der 12-16 jährigen ist das möglicherweise ganz amüsant, aber jenseits der 20 fehlt schlicht der Zugang zu dieser Art von “Humor”.
Epic Movie (Fantastic Movie), USA 2007 - deutscher Kinostart: 05.04.2007











Hm … dann werd ich vermutlich nicht in den Film gehen. Vielleicht schau ich ihn mir mal auf DVD an oder so. Danke für die Rezension!