Filmkritik: Hitman (Hitman - Jeder stirbt alleine)
Verfilmungen von Videospielen sind ja in der Regel nicht gerade vielversprechend. Wenn es sich nicht gerade um Uwe Boll Trash oder Totalflops wie Wing Commander handelt, kommt bestenfalls mittelmäßige Hollywood Massenware a la Tomb Raider heraus. Hitman macht gleich zu Beginn deutlich, dass wir es zumindest nicht mit der Trash-Variante zu tun haben. Der Film eröffnet mit einer sehr stilvollen Einstimmung, unterlegt mit elegischem Ave Maria Sound, die im Hochglanz-Zeitraffer zeigt, wie in einem Erziehungslager aus Kindern brutale Söldner gemacht werden.
Die Story liest sich wie eine dreiste Kopie der Bourne Identity: “Agent 47″ (Timothy Olyphant) ist eine programmierte Killermaschine. Von seinen Auftraggebern im Stich gelassen und gejagt, macht er sich auf die Suche nach seinen Erschaffern und wird selbst zum Jäger. Ihm auf den Fersen ist der Interpol-Agent Mike Whittier (Dougray Scott), der die Organisation hinter Agent 47 aufdecken will. Und natürlich gibts auch noch einen hübsche weiblichen Sidekick (Franka Potente Olga Kurylenko), der Agent 47 auf der Flucht und Jagd begleitet.
Nicht nur die Story, sondern auch die Umsetzung, Dramaturgie und Optik wirken wie zusammengeklaut aus allem, was, das moderne Actionkino in den letzten Jahren zu bieten hatte: Ultra-Slow Motion, brutale Action, stilisierte Schwertkämpfe, High-Tech Spielereien, das alles kennt man aus Matrix, Léon, Die Hard, Kill Bill, vor allem aber der Bourne Trilogie. Aber besser gut geklaut als schlecht selbst zusammengereimt.
Hitman verkauft das Actionpaket sehr stylish, ohne Angst vor Klischees oder Schwarzweiß-Zeichnung. Die Stimmung ist düster, actionlastig und gewalttätig, ohne durch die oft üblichen coolen One-Liner eines Bruce Willis oder Will Smith aufgelockert zu werden - auch hier eine starke Parallele zum wenig humorigen Bourne Franchise.
Die beeindruckende Optik zitiert immer wieder die Computerspiel-Vorlage - seien es die über den Laptop empfangenen Mission Briefings, rasante Kamerazooms oder der Blick durchs Zielfernrohr - man kann sich die Umsetzung als Spiel direkt vorstellen, ohne das der Film dadurch billig wirkt.
Wie so oft bei Action-Spektakeln darf man nicht zu sehr hinter die Fassade der Explosionen und Schießereien schauen, weil sich dahinter nur notdürftig riesige Story-Löcher verbergen. Aber das gehört zum Genre und ist auch bei Stirb Langsam 4.0 nicht anders, und solange das Ganze zumindest auf den ersten Blick halbwegs nachvollziehbar bleibt, kann man ja schon zufrieden sein. Timothy Olyphant als wortkarger glatzköpfiger Killer ist schauspielerisch in dieser klischeehaften Rolle ein wenig unterfordert, macht seine Sache aber durchaus souverän. Übrigens immer wieder erstaunlich, wie wandlungsfähig Olyphant ist: Ob in der unsäglichen Western-Saga Deadwood, in Rom Coms wie Catch and Release oder in Action-Reißern wie Stirb Langsam oder Hitman, ich brauche jedesmal ein paar Minuten, um Olyphant in seiner Rolle wiederzuerkennen. Mag vielleicht auch einfach daran liegen, dass er von Haus aus ein nicht ganz so markanter Typ ist.
Hitman ist sicher nicht die Neuerfindung des Actionfilms und fühlt sich an vielen Stellen allzu glatt und konstruiert an. Aber diese Perfektion des Bekannten hat auch ihren Reiz. Und trotz oder vielleicht gerade wegen der sterilen gradlinigen Inszenierung schafft es Hitman, seine düstere Atmosphäre rüberzubringen. Hitman erreicht nicht die Klasse und Originalität des großen Vorbildes der Bourne Trilogie, ist aber als stylishe Kopie nicht die schlechteste Wahl für einen Popcorn-Kino-Männerabend.
Hitman (Hitman - Jeder stirbt allein), Frankreich, USA 2007 - deutscher Kinostart: 13.12.2007














Das war er also, der Kurzfilm, der es in alle Hauptnachrichten der letzten Woche geschafft hat:



